10 Jahre El Tragalibros | 10 Buchtipps: Postapokalypse & Dystopien

10 Jahre El Tragalibros - Bloggeburtstag

Bloggeburtstag | 10 Jahre El Tragalibros | Postapokalyptische Romane und Dystopien

Die ersten Schritte in Richtung Blogger-Dasein hat „El Tragalibros – der Bücherwurm“ am 30. Juni 2008 getan. Dieses Ereignis wird gefeiert in 10 Tagen mit 10 Bücherlisten zu Lieblingsbüchern und mit tollen Buchtipps aus unterschiedlichen Genres oder Themenbereichen.

Die heutige Bücherliste besteht aus postapokalyptischen Romanen und Dystopien, die mich wirklich restlos begeistern konnten. Ich bin fasziniert von der Zukunft und das auf so vielen unterschiedlichen Ebenen: Astronomie, Science-Fiction und eben auch die düsteren Zukunftsvisionen, die ich euch hier vorstellen will:


1) „Die Metro-Reihe“ von Dmitry Glukhovsky

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Metro 2033 10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Metro 2034 10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Metro 2035

2033: Ein Atomkrieg hat die Welt zerstört und die Oberfläche ist vollkommen verstrahlt. In der Moskauer Metro haben einige Menschen überlebt, die sich nicht nur vor der tödlichen Strahlung, sondern auch vor Mutanten an der Oberfläche verstecken – und das seit Jahrzehnten. Skurrile Gesellschaftsformen, dunkle Ecken und die gefährlichen Schwarzen lauern aber auch dort unter der Erde. Der junge Artjom begibt sich auf eine gefährliche Reise: er sucht ein geheimnisvolles Objekt, das die Menschheit vor der vollständigen Vernichtung bewahrt.

Zu den folgenden beiden Bänden sage ich nicht viel, um bloß nicht zu spoilern: So viel sei aber erwähnt: „Metro 2034„, der zweite Band, ist mein Lieblingsband aus der Metro-Trilogie. Der Abschlussband dagegen lässt nochmal eine Bombe platzen (keine echte, sondern eine inhaltliche) und hat mich gerade deshalb auch begeistern können. Die Metrobände von Dmitry Glukhovsky erzählen eine faszinierende Geschichte von den Überlebenden einer Katastrophe und deren Nachfahren, die die Welt, wie sie einmal war überhaupt nicht mehr kennen oder sich vorstellen können. Es ist die menschliche Gesellschaftsform in klein und wie sehr sich hier das Recht des Stärkeren wieder durchzusetzen droht.

Meine Rezension zu „Metro 2034“.

2) „Winters Garten“ von Valerie Fritsch

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Winters Garten

„Winters Garten“ ist ein ruhiger Roman über das nahende Ende der Welt und die Menschen, die noch übrig geblieben sind. Überall tummeln sich Leerstellen, die der Leser füllen muss, mit dem, was sich im Text anbahnt, denn vieles bleibt ungesagt. Ungesagt deshalb, weil die Sprache der Menschen sich langsam auflöst zwischen all den traumatisierten Menschen, die ungläubig dem tatsächlichen Ende entgegen sehen.

Mitten unter ihnen lebt Anton Winter in einem Hochhaus in der Stadt. Er ist Vogelzüchter und seine einzigen Gefährten sind die Vögel, um die er sich jeden Tag kümmert, immer nach dem gleichen Schema. Den Zugang zu den Menschen hat er schon lange verloren, wenn er nachts, wie tausende Andere am Fenster steht, vor der grausamen Realität der Träume flieht und einer nicht existenten Zukunft entgegenblickt, in der Dunkelheit der Nacht.

Meine Rezension zu „Winters Garten“.

3) „Junktown“ von Matthias Oden

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Junktown

Junktown“ ist ein wirklich verrücktes Buch. Solomon Caine ist ein in die Jahre gekommener Inspector der Geheimen Maschinenpolizei, der nach all den Jahren den Glauben an das System verloren hat. Der einstige aktive Revolutionäre für die Konsumrevolution ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Doch dies darf er nicht öffentlich äußern, denn das würde unweigerlich zu seiner Zersetzung auf dem Recyclinghof führen. Konsum ist König und Drogen sind das neue In-Mittel, das jeder regierungstreue Bürger nutzen muss: Der Müll im Vorgarten das Statussymbol schlechthin, da dieser die Konsumkraft jedes Einzelnen widerspiegelt.

Mitten in dieser kaputten Welt geschieht ein Mord und Solomon Caine soll ihn lösen und gerät dabei mitten hinein in ein Komplott und tödliche Intrigen.

Meine Rezension zu „Junktown“.

4) „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Das Licht der letzten Tage

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel. Dieser postapokalyptische Roman ist wie ein Puzzle aufgebaut, der sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart spielt. Manche der Figuren sind bereits tot, was der Leser von Anfang an weiß und dennoch ist es faszinierend ihre Geschichte der Vergangenheit mitzuerleben und wie ein Teil von ihnen die Zukunft anderer mitbestimmt.

Meine Rezension zu „Das Licht der letzten Tage“.

5) „Die MaddAddam Trilogie“ von Margaret Atwood

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Oryx and Crake (MaddAddam 1)10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - The Year of the Flood (MaddAddam 2) 10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - MaddAddam 3

 

Falls es jemand noch nicht wissen sollte: Ich verehre Margaret Atwood. Mit ihrer MaddAddam-Trilogie hat sie eine so interessante und außergewöhnliche Welt geschaffen, die zugleich nicht fernab des Möglichen verläuft. Figuren, Story und Sprache bilden ein zusammenhängendes Konstrukt, wie ich es mir in viel mehr Büchern wünschen würde. Absolute Leseempfehlung!

Meine Rezension zu „Oryx and Crake“ (dt. Oryx und Crake).

Meine Rezension zu „The Year of the Flood“ (dt. Das Jahr der Flut).

6) „Der Circle“ von Dave Eggers

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Der Circle

Von „Der Circle“ hatte ich zwischenzeitlich so viele negative Stimmen gehört, das ich etwas voreingenommen war, als ich endlich zur Lektüre griff. Aber ich muss sagen, das Buch von Dave Eggers hat mich überzeugen können, denn es schildert eine Welt von der wir uns gar nicht so weit weg befinden. Social Media ist der wichtigste Faktor geworden, ein Unternehmen, das Vernetzung als höchstes Gut sieht: Leidenschaft, Partizipation und Transparenz sind die Pfeiler dieser neuen Welt. Was niemand sieht, hat nie stattgefunden.

Besonders begeistert hat mich das, was das Buch mit mir während des Lesens gemacht hat. Ich bin pro Technologie und sehe in der Digitalisierung viele Vorteile für das Leben. Was aber passiert, wenn diese Vorteile sich plötzlich umkehren? Während des Lesens hat sich in meinem Inneren ein kleiner Widerstreit gebildet, bis zu welchem Punkt ich noch mit der Digitalisierung mitgehen kann, die Eggers beschreibt. Diese Selbstbeobachtung und Leseerfahrung gemeinsam haben „Der Circle“ für mich zu einem besonderen Buch gemacht.

7) „Die Memoiren einer Überlebenden“ von Doris Lessing

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Die Memoiren einer Überlebenden

Wir schreiben eine unbekannte Zukunft: Das Leben in der Stadt ist vollkommen zusammengebrochen, eine korrekte Gesellschaftsform existiert nicht mehr. Die Menschen ziehen umher, um zu überleben und nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Diese werden von der in Doris Lessings kurzem Roman beobachtet: eine ältere alleinstehende Frau in ihrer Wohnung, die das chaotische Treiben von ihrem Fenster aus beobachtet. Eines Tages taucht ein junges Mädchen auf und richtet es sich bei der alten Dame ein. Gemeinsam führen sie ein zurückgezogenes Leben innerhalb ihrer vier Wände – geordnet und in Ruhe – während draußen das Chaos immer weiter voranschreitet.

Eine bemerkenswerte Konstellation und Handlungssituation!

8) „Die Straße“ von Cormac McCarthy

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Die Straße

Ein vollkommen zerstörtes, vollständig verbranntes Amerika. Winter, Kälte, grauer Schnee. Asche, soweit das Auge reicht. Durch diese Landschaft ziehen ein Vater und sein kleiner Sohn auf der Suche nach Hoffnung und der notwendigen Nahrung, die sie einen weiteren Tag überleben lässt.

Das Szenario könnte nicht verstörender sein: der Weg ist beschwerlich, alles ist zerstört und von Asche überzogen, das Ziel ungewiss. Der Vater immer kränklicher, der Sohn noch klein und doch immer abgemagerter im Angesicht der ausgehenden Nahrungsmittel. „Die Straße“ ist kein actionreicher Roman, sondern eine herzzerreißende Geschichte von Vater und Sohn und der nicht enden wollenden Hoffnung, doch noch einen Weg zum Überleben zu finden.

Meine Rezension zu „Die Straße“.

9) „Schöne Neue Welt“ von Aldous Huxley

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - Schöne neue Welt

Ein absoluter Klassiker in Sachen Dystopie ist Aldous HuxleysSchöne neue Welt„. In diesem Roman werden die Menschen schon in ihrer Genetik diversen Klassen zugeordnet. Entweder man hat Glück und wird mit viel Intelligenz und gutem Aussehen ausgestattet oder als dümmlicher Mensch, dessen Muskeln für harte Arbeit aufgepimpt werden.

Absolute Kontrolle über den Menschen – Glück, das vorprogrammiert ist, oder zur strikten Unterdrückung des Menschen führt?

10) „The Handmaid’s Tale“ von Margaret Atwood

10 Jahre El Tragalibros - 10 Jugendbücher - The Handmaids Tale

Dieser dystopische Roman von Margaret Atwood hat es in sich. Besonders als Frau hat er mich tief berührt, denn nach einer nuklearen Katastrophe sind die meisten Menschen durch Sterilität gezeichnet. Eine christlich-fundamentale Gruppierung reist die Macht an sich, setzt die Verfassung außer Kraft und sortiert die Stellung der Frau ganz neu: Sie darf kein Eigentum besitzen und muss sich dem Mann unterordnen. Sie sorgt für den Haushalt und bringt Kinder zur Welt. Die wenigen noch fruchtbaren Frauen werden zum Teil als Mägde gehalten, um ihren Herren Kinder zu gebären. Sie sind rechtelos und haben keine Chance auf Flucht, denn überall wimmelt es von Kontrolle und Geheimagenten.

Eine erschreckende Zukunftsvision, in welcher die Position der Frau radikal eingeschränkt wird aus dem vermeintlichen Grund, die Nachkommenschaft der Menschheit zu sichern.


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Morgen erwarten euch 10 Lieblingscomics von mir!

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8 Kommentare

  1. Hey Ramona,
    da hast du wirklich ein paar gute Bücher ausgewählt. „Das Licht der letzten Tage“ hat mich auch sehr begeistert. Ein unglaublich gutes Buch. „Der Circle“ und auch „Schöne neue Welt“ haben mich vor allem erschreckt, aber trotzdem auch sehr gefesselt. „The Handmaid’s Tale“ steht noch auf meiner Wunschliste. Mal sehen, wann ich es mir zulegen werde.
    Viele Grüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra,

      da solltest du bald dringend mal einen Buchkauf vornehmen (oder etwa direkt aus London importieren???), „The Handmaid’s Tale“ ist nämlich ziemlich gut. Wobei ich in Sachen Atwood dann ja doch eher zur Maddaddam-Trilogie greifen würde – die Hardcore-Dystopie-Variante. (-:

      Viele Grüße
      Ramona

  2. Ach Gott, da war mein Metro-Hinweis bei den SG-Büchern ja falsch aufgehoben. 😉 Tja nun, mit Genres und ihrer Einordnung hab ich es nicht so. Mir scheint also, ich hätte es wohl doch zu Ende lesen sollen? Aber ich war im Mittelteil echt soooo extrem genervt!
    The Handmaid’s Tale ist super, ich habe es verschlungen und jetzt fangen wir gerade mit der Serie an! Weitere Atwood-Bücher stehen auf der langen langen Wunschliste… 😉 Das Licht der letzten Tage fand ich auch top! Und natürlich Die Straße.
    Wir haben einen Buchclub und irgendwie haben wir einen Hang zu Dystopien, wir müssen selber manchmal darüber lachen. Noch empfehlenswert aus dem Genre haben wir in letzter Zeit gelesen: Die Berufene und Ein Jahr voller Wunder!
    Liebe Grüße
    Nele

    1. Liebe Nele,

      macht doch gar nix! Denn unter Sci-Fi kann man die Metro-Bücher selbstverständlich auch listen. Ich hatte hier einfach noch eine Lücke, weshalb sie hier stehen. (-: Ja bitte, auf jeden Fall zu Ende lesen, denn es klärt sich so viel auf!!!

      Ich werde nächstes Wochenende mit einer Freundin „The Handmaid’s Tale“ anschauen und bin schon sehr gespannt auf die filmische Umsetzung. „Die Berufene“ hab ich auch noch im Regal stehen und von „Ein Jahr voller Wunder“ habe ich bisher noch nichts gehört und mir gerade mal die Beschreibung durchgelesen, ich bin noch nicht überzeugt – hast du es schon gelesen?
      Ich finde euren Buchclub klasse! Ich liebe Dystopien aller Art, weil sie einfach eine unheimlich spannende Perspektive auf die Welt und den Menschen geben.

      Viele Grüße
      Ramona

  3. Margaret Atwood steht bei mir ganz fest auf dem Plan für die nächste Zeit. Das Buch von Doris Lessing möchte ich auch noch lesen, nachdem ich vor einiger Zeit „The Golden Notebook“ von ihr gelesen habe und es mich auf eine gewisse Art beeindrucken konnte. Die Metro-Bücher möchte ich auch noch lesen, weil sie super spannend klingen.

    1. „Das goldene Notzbuch“ habe ich auch noch irgendwo auf dem SuB – das steht bei mir noch aus!
      Mit Margaret Atwood wünsche ich dir ganz viel Freude, ich verehre sie sehr als Autorin. (-:

      Viele Grüße, Ramona

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