4 Buchtipps zum Thema #Feminismus

Feminismus 4 Buchtipps

Ein wichtiges Thema: Feminismus

Wer mir auf Instagram oder Twitter hin und wieder folgt, der weiß, dass ich mich in den letzten Monaten immer mehr mit dem Thema Feminismus beschäftigt habe. Heute möchte ich euch deshalb vier Feminismus-Bücher vorstellen, die mir den Einstieg in die Thematik erleichtert haben. Diese vier Bücher geben nicht nur einen guten Überblick, sondern gehen auch in die Tiefe oder helfen dabei, sich in der Feminismus-Community zurecht zu finden. Sie bieten einen Leitfaden für den eigenen Weg, den man in der vielfältigen Welt des Feminismus (denn den einen Feminismus gibt es nicht) gehen kann!

Buchtipp 1:
Ene, Mene, Missy! Die Superkräfte des Feminismus von Sonja Eismann

Feminismus-Buchtipp - Ene, Mene MissyDer erste Buchtipp zum Thema Feminismus richtet sich an eine eher jüngere Zielgruppe, hat mir als Einstieg aber sehr sehr gut gefallen. Die Autorin Sonja Eismann ist Mitbegründerin des femistischen Missy Magazines und gibt mit ihrem Buch „Ene, Mene, Missy!“ einen guten Überblick zum Thema. Sie reißt die historischen Hintergründe an und zeigt die bisherigen Wellen des Feminismus auf – aber keine Sorge, eine langweilige Geschichtsstunde erwartet euch hier nicht, sondern Fakten, Fakten, Fakten.

Manche davon ganz schön erschreckend, wenn man sich die zum Teil horrenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen ansieht und das nicht nur in Sachen Karriere und Gehalt. Aber schnell wird klar, dass der Feminismus noch lang nicht am Ende seiner Reise ist. Und klar macht Sonja Eismann auch, dass es nicht den einen Feminismus gibt. Überblickshaft erklärt sie in kurzen Abschnitten viele unterschiedliche Varianten, aus der sich Leserinnen und Leser heraussuchen können, mit welchen sie sich thematisch näher befassen möchten und welche für die eigene Person vielleicht doch nicht ganz die richtige Richtung ist.

Cyberfeminismus, Differenzfeminismus oder Intersektionaler Feminismus sind nur einige wenige, die ich nennen möchte. Keine Ahnung was das ist? Das macht nichts, denn Sonja Eismann schreibt in einfach verständlicher Sprache. So sind auch ihre Definitionen nicht nur für Akademikerinnen geeignet, sondern eben auch für Jugendliche und für diejenigen, die bisher noch keinerlei Berührungspunkte mit diesen Formen des Feminismus hatten.

Besonders den praktischen Teil des Buches will ich hervorheben. Denn „Ene, Mene, Missy!“ gibt Einstiegshilfen und bildet Situationen oder Konfrontationen ab, die einem als (junge) Frau und/oder Feministin begegnen können. Diese Alltags-Situationen schildert sie und erklärt anschließend, was das zum einen eigentlich bedeutet und wo die Macht-Mechanismen und kulturell tiefgreifenden Strukturen zur Unterdrückung von Frauen liegen. Zum anderen gibt Sonja Eismann auch  Tipps, wie man auf solche Situationen reagieren kann. Aber auch der ganz klassische Alltag wird abgedeckt. Heißt es „LehrerInnen“ oder „Lehrer_innen“ oder gar „Lehrer*innen“?

Der perfekte Einstieg zum Thema Feminismus

Ene, Mene, Missy!“ ist ein tolles Einstiegsbuch. Einfache Sprache, viele Beispiele, Zitate und Frauen aus dem 21. Jahrhundert kommen zu Wort und werden vorgestellt. Man bekommt Handlungsempfehlungen präsentiert anhand konkreter Fälle und erfährt nebenbei einiges über die Vielfältigkeit des Feminismus. Auch mit Vorbildern versogrt Sonja Eismann ihre LeserInnen. Mit diesem Buch fühlt man sich von Anfang einfach sicher und geborgen – besonders dann, wenn man sich mit der Materie noch gar nicht auseinander gesetzt hat. Zwar ist die Zielgruppe des Buches etwas jünger, aber auch ich habe persönlich viel mitnehmen können.

Buchtipp 2:
Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit

Feminismus-Buchtipp: Wenn Männer mir die Welt erklärenRebecca Solnit ist eine US-amerikanische Journalistin, Essayistin und Kunsthistorikerin. In „Wenn Männer mir die Welt erklären“ hat sie einige ihrer Essays zum Thema Frauen und Feminismus versammelt. Der titelgebende Essay handelt von einer Begegnung mit einem Mann, der mit seinem Wissen ihr gegenüber prahlt und davon ausgeht, dass sie als Frau automatisch von der Thematik viel weniger Ahnung hat als er als Mann. Blöd nur, dass Rebecca Solnit die Autorin eben dessen Buch ist, von dem der Mann so hochtrabend prahlte.

Rebecca Solnit untersucht Mechanismen von Sexismus und deckt Missstände auf, die bisher unentdeckt blieben, denn die Unterdrückung von Frauen ist weltweit gesellschaftlich immer noch zu sehr akzeptiert. Erschreckende Bilder tun sich dabei auf, die mich selbst manchmal haben schlucken lassen:

„«Für Frauen zwischen fünfzehn und vierundvierzig Jahren ist die Gefahr, durch männliche Gewalt zu sterben oder verstümmelt zu werden, weltweit größer als durch Krebs, Malaria, Krieg oder Verkehrsunfälle zusammengenommen», schreib Nicholas D. Kristof, einer der wenigen prominenten Akteure, die dieses Thema regelmäßig ansprechen.“ (Wenn Männer mir die Welt erklären | S.46)

Solnits Essays sind sprachlich kleine Kunstwerke. Aus jedem dieser Essays kann man beim erneuten Lesen noch immer etwas Neues mitnehmen. Sie gibt Buchtipps, erwähnt starke Frauenfiguren und scheut auch nicht vor Fakten, Zahlen und den unangenehmen Wahrheiten. Sie hinterfragt die ach so tollen Verbesserungen und Gesetze für Frauen und zeigt schonungslos, wo der Haken ist. Gesellschaftlich tief verwurzelte Mechanismen werden nicht von heut auf morgen verändert, sondern dieser Prozess dauert, wichtig dabei: nicht wegsehen, sondern unterdrückende Mechanismen und Konzepte, wie die rape culture, benennen und sich dafür einsetzen, dass diese abgeschafft werden!

Untersützt werden die Essays von Schwarz-Weiß-Fotografien die ebenfalls eine starke Aussagekraft besitzen. Für die Essays von Rebecca Solnit braucht man gute Nerven. Sie bieten allerdings wertvollen Input und sensibilisieren für Machtmechanismen in unserer westlichen Gesellschaft.

Buchtipp 3:
Fight like a Girl von Laura Barcella

Feminismus-Buchtipp: Fight like a GirlBuchtipp Nummer 3 ist ein englisches Buch. In „Fight like a Girl“ stellt die Autorin Laura Barcella 50 Feministinnen vor, die sie selbst in ihrem Leben stark geprägt haben. Vorbilder und starke Frauen präsentiert sie in chronologischer Reihenfolge von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart vor.

Auf übersichtlichen ca. 4 Seiten widmet sie sich je einer faszinierenden Frau, darunter Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kämpferinnen für eine gerechtere Welt. Jede der Frauen wird auf ähnliche Weise vorgestellt:

  • Name und Geburtsname
  • Geburts- sowie Sterbejahr
  • einige wichtige oder herausragende Zitate
  • Herkunft
  • Forderung
  • Lebensgeschichte
  • Vermächtnis
  • und wofür diese Frau bekannt wurde – „her cool credentials“
  • Zu jeder vorgestellten Feministin gibt es auch eine Zeichnung von Summer Pierre und Marianne Thompson.

Laura Barcella greift einmal um den gesamten Erdball und bringt die unterschiedlichsten Frauen in den Fokus ihres Buches. Besonders stark kommen hier auch schwarze Feministinnen zu Wort, was ich sehr gut finde, da deren Kampf um Gleichberechtigung noch einmal ganz anders war und ist. Schon in „Ene, Mene, Missy!“ wird diese Mehrfach-Diskriminierung angerissen, mit „Fight like a Girl“ wurde mir aber noch viel bewusster vor Augen geführt, wie sehr Unterdrücktungs- und Machtmechanismen oft nicht nur eine Minderheit oder Gruppe betreffen, sondern sich über mehrere Gruppierungen hinwegsetzen und verankern.

Feminismus hat unweigerlich eine direkte Verbindung zu Menschenrechten und damit auch zu Rechten von (schwarzen) Frauen.

Buchtipp 4:
Stand Up – Feminismus für Anfängerinnen und Fortgeschrittene von Julia Korbik

Feminismus-Buchtipp: Stand UpDer letzte Buchtipp – aber ganz sicherlich nicht der unwichtigste Buchtipp – ist „Stand Up“ von Julia Korbik. Es handelt sich hierbei um einen dicken Wälzer, der einen wirklich guten ersten Überblick gibt. Viele Themen rund um den Feminismus werden angerissen. Auch sie präsentiert viele Definitionen um die unterschiedlichen Arten des Feiminismus und stellt immer wieder in kurzen Interviews von lediglich einer Seite Personen vor, die Feministinnen sind und für Gleichberechtigung einstehen (nicht nur Frauen, sondern auch Männer oder LGBT). „Stand Up“ ist ein kunterbuntes Buch, das einem sofort alle Berührungsängste mit dem ach so verruchten und altmodischen Feminismus nimmt.

Ein toller Überblick zum Thema Feminismus

Zwar bleibt Korbiks Werk zu einem gewissen Punkt oberflächlich, dafür bietet es einen unheimlich breiten Überblick und vermittelt extrem viele praktische Anwendungspunkte. Immer wieder gibt es Fußnoten zu Webseiten oder Lektüreempfehlungen. Ebenso zeigt sie den LeserInnen zahlreiche Filme, die aus feministischer Perspektive sehenswert oder Bücher, die lesenswert sind. Auch untermauert sie ihre Aussagen oft mit Hinweisen auf Studien und Online-Artikel.

Die Struktur des Buches war etwas gewöhnungsbedürftig, manchmal fand ich sie nicht so logisch nachvollziehbar, aber das Glossar am Ende und das Inhaltsverzeichnis am Anfang trösten darüber hinweg. „Stand Up“ arbeitet mit einer leichten Sprache, vielen vielen hilfreichen Zeichnungen und Statistiken. Es ist ein Buch, das vieles aufzeigt: Man kann auch im Kleinen anfangen, für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Feminismus kann auch Spaß machen!

Julia Korbik nimmt kein Blatt vor den Mund und wenn man mit diesem Überblickswerk fertig ist, dann hat man unendlich viele Tipps für weitere Lektüre, aber auch Webseiten, Twitteraccounts und Mail-Abos, die einen noch tiefer in die Welt des Feminismus eintauchen lassen. Ich habe jedenfalls einige digitale (kostenlose) Abos abgeschlossen, die mich seit dieser Lektüre auf dem Laufenden halten. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen sollte!

Bibliographie zu den genannten Feminismus-Büchern:

Autorin: Sonja Eismann | Originaltitel: Ene, Mene, Missy! Die Superkräfte des Feminismus | Sprache: Deutsch | Verlag: Fischer KJB ( 2017 ) | Seiten: 251

Autorin: Rebecca Solnit | Originaltitel: Wenn Männer mit die Welt erklären | Sprache: Deutsch | Verlag: btb ( 2017 ) | Seiten: 172

Autorin: Laura Barcella | Originaltitel: Fight like a Girl. 50 Feminists who changed the World | Sprache: Englisch | Verlag: Summersdale Publisher ( 2017 ) | Seiten: 255

Autorin: Julia Korbik | Originaltitel: Stand Up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene | Sprache: Deutsch | Verlag: Rogner & Bernhard ( 2017 ) | Seiten: 416

6 Kommentare

  1. Hallo Ramona, ich hab dich über das Bloggstöber von Lovelymix entdeckt und habe deinen Beitrag sehr gern gelesen! Da ich mich seit mehr als einem Jahr auch intensiv mit der Darstellung von Frauen in der Popkultur beschäftige, kommen mir deine Buchtipps sehr gelegen, danke!
    Werde ab jetzt öfter bei dir vorschei schauen … 🙂
    LG, Sabine
    P.S: Vielleicht ist ja auch die Graphic Novel „Unerschrocken“ was für dich? (Bespreche ich auf meinem Blog.) Da gehts um 15 starke Frauen der Geschichte, die ganz unterschiedliche Dinge geleistet, die meisten aber auch viel durchgemacht haben

    1. Liebe Sabine,

      das freut mich sehr, dass dich meine Buchtipps angesprochen haben. Die Graphic Novel steht schon auf meiner Wunschliste! Ich habe bei einer Freundin ins Buch hineingelesen und war ganz begeistert. Ich muss sie auf jeden Fall auch noch haben!

      Viele Grüße, Ramona

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