Das Shakespeare-Projekt zum 400. Todestag von William Shakespeare

Das Shakespeare-Projekt vom Knaus Verlag, Hogarth Shakespeare

Er war der größte und bedeutendste Dramaturg der Literaturgeschichte weltweit, William Shakespeare, dessen Todestag sich am 23. April 2016 bereits zum 400. Mal jährte. Seine Werke erfreuen sich auch im 21. Jahrhundert ungebrochener Beliebtheit, was sich durch zahlreiche Adationen, Verfilmungen, Theateraufführungen und eben nicht zuletzt durch die Nutzung seiner Themen für neue Werke oder Schauspiele widerspiegelt.

Ein Beispiel, das wohl jedem von uns etwas sagt, ist die große und tragische Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia, deren verfeindete Familien ein Happy End verhindern. Und fängt man nur allein bei diesem Stück an nachzudenken, kann man eine imaginäre Liste anfertigen an Adaptionen, die unter Shakespeares Namen laufen und garantiert noch einmal eine so lange Liste erstellen, von Geschichten, die den Stoff der tragischen Liebe für sich genutzt und etwas Eigenes geschaffen haben.

Anlässlich dieses großen Jubiläums hat die Hogarth Press sich ein wirklich spannendes Projekt überlegt, das im Deutschen beim Knaus Verlag erscheint. Internationale Bestellerautoren schreiben ausgewählte Stücke Shakespeares in moderne Romane hinein und beweisen somit ein ums andere Mal, dass Shakespeaeres Handlungen nicht an Aktualität verloren haben: Hogarth Shakespeare bei Knaus hat in diesem Frühjarh mit 2 Romanen gestartet, nämlich von Jeanette Winterson und Howard Jacobson.

Das Shakespeare-Projekt: 8 Romane von 8 internationalen Bestsellerautoren

Innerhalb der nächsten drei Jahre werden acht Bestsellerautoren weltweit den Stoff von Shakespeares Dramen und Komödien adaptieren und moderne Geschichten verfassen. Was im ersten Moment nach bloßen Auftragsarbeiten klingt, lässt sich schnell vergessen, wenn man die Namen der Mitwirkenden erfährt! Teilzunehmen hat mich nämlich letztendlich nicht das Projekt an sich (das ich dennoch richtig klasse finde), sondern eine meiner Lieblingsautorinnen: Margaret Atwood.

  1. Jeanette Winterson erzählt „Das Wintermärchen“ neu mit „Der weite Raum der Zeit“
  2. Howard Jacobson erzählt „Der Kaufmann von Venedig“ neu mit „Shylock“
  3. Anne Tyler erzählt „Die Widerspenstige Zähmung“ neu (Herbst 2016)
  4. Margaret Atwood erzählt „Der Sturm“ neu (Frühjahr 2017)
  5. Jo Nesbø erzählt „Macbeth“ neu (Herbst 2017)
  6. Tracy Chevalier erzählt „Othello“ neu (Frühjahr 2018)
  7. Edward St. Aubyn erzählt „König Lear“ neu (Herbst 2018)
  8. Gillian Flynn erzählt „Hamlet“ neu (Herbst 2018)

Shylock von Howard Jacobson, Shakespeare-Projekt

Den Anfang werde ich mit William Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ und Howard Jacobsons „Shylock“ wagen und bin schon sehr gespannt, auf das Shakespeare-Projekt. Wie viel werden die Autoren tatsächlich in ihren Büchern adaptieren? Wo ziehen sie die Grenzen zwischen Shakespeare und sich selbst, welche Freiheiten nehmen sie sich?

Inhaltsangabe von „Shylock“:

Shylock von Howard Jacobson

Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit.

Howard Jacobson fragt in diesem tiefsinnigen, gleichzeitig amüsanten und stellenweise irrwitzigen Roman: Was macht einen Mensch zum Juden? Und was heißt es, Jude zu sein in einer säkularen Welt? – Ein höchst burlesker Umgang mit dem vermeintlichen Antisemitismus des umstrittensten Dramas von Shakespeare.

Quelle: shakespeare-projekt.de

Wie findet ihr das Shakespeare-Projekt? Seid ihr eher skeptisch oder habt ihr euch schon einen Vorrat an Shakespeare-Lektüre zugelegt?

16 Kommentare

  1. Hey Ramon,

    das ist ja ein tolles Projekt. Bin ich froh das bei dir entdeckt zu haben 🙂 Ich habe im Studium einige Shakespeare-Werke gelesen und bin überzeugt davon, dass die Übertragung in die heutige Zeit immer funktioniert. Das sieht man ja auch an dem Film „10 Dinge, die ich an dir hasse“. Einem meiner absoluten Lieblingsfilme aus Jungedzeiten, der die Story von „The Taming of the Shrew“ aufgreift.

    Liebe Grüße
    Laura

  2. Liebe Ramona,

    das klingt nach einem spannenden Projekt.
    Ich habe mich kürzlich an einer neuen Version von Jane Austens „Northanger Abbey“ von Val McDermid versucht, aber leider war das gar nicht meins.
    Viel Spaß beim Lesen!

    Liebe Grüße,
    Ramona

  3. Wow, das ist ja eine wirklich tolle Aktion. Ich bin sehr sehr gespannt, wie das wird und werde mich auf jeden Fall auch an den Büchern versuchen. Ich kann mir aber gut vorstellen, das zuminest einige Geschichten wirklich gut funktionieren könnten :). glg Franzi

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    1. Hallo Silvia,
      ich habe gerade „Shylock“ beendet und es war etwas gewöhnungsbedürftig, am Ende fand ich das Buch aber wirklich gut. Ich schreibe nun die Rezension und dann werde ich mit dem nächsten Buch beginnen. „MacBeth“ ist ja das Shakespeare-Werk, das ich bisher am wenigsten mag, dennoch bin ich auch hier sehr gespannt, wie die Adaption umgesetzt wurde.

      Viele Grüße, Ramona

  5. Hallo Ramona,

    das Projekt klingt ja wirklich sehr interessant. Schade ist ja nur, dass man bei einigen Adaptionen etwas warten muss. Oder fällt dir das leicht?
    Wünsche dir noch viel Spaß dabei. 🙂

    Liebe Grüße

    1. Liebe Diana,

      so schlimm ist das gar nicht zu warten. Denn zwischendrin lese ich gerne auch andere Bücher und die Werke zum Projekt waren bisher auch nicht ohne, man musste ihnen viel Aufmerksamkeit schenken. Und immerhin habe ich von den 4 bisher erschienen Büchern erst 2 gelesen. Bin also im Wartemodus dann auch ziemlich geduldig. (:

      Viele Grüße
      Ramona

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