[Bloggeralphabet] G wie Geld

52 Wochen – 26 Buchstaben – 26 Themen.
 Alle zwei Wochen steht ein neues Stichwort im Raum, das mit dem Bloggen verknüpft ist.
 Wie genau das Blogger-Alphabet funktioniert und wie du teilnehmen kannst, findest du hier.

In der Buchblogosphäre hat sich spätestens seit der Frankfurter Buchmesse 2015 das Thema Monetarisierung von Buchblogs eingeschlichen. Was bisher zaghaft besprochen wurde, hat durch die blogger.sessions auf der Leipziger Buchmesse 2016 zumindest etwas Festigkeit, wenn auch noch keine Lösungsansätze, erlangt. Wer noch gar nichts davon mitbekommen hat, kann die Livemitschnitte der Konferenz online hören.

Da kommt also das #bloggeralphabet mit dem Buchstaben G gerade recht passend, ein paar Gedanken möchte ich anhand der Fragestellungen von neontrauma.de anreißen.

Verdienst du Geld mit deinem Blog?

Nein, mit meinem Blog verdiene ich kein Geld. Bisher war er für mich ein reines Hobbyprojekt, das mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Nachdem Monetarisierung aber immer häufiger ein Thema ist, bin ich auch am Überlegen, ob es für mich als Buchbloggerin Potenzial in diese Richtung gibt.

Wie stehst du zu Blogkooperationen? Stört es dich etwa auf anderen Blogs, gesponserte Beiträge zu lesen, in denen irgendetwas beworben wird?

Generell finde ich Blogkooperationen völlig in Ordnung. Störend wird es dann, wenn ich die Werbebeiträge oder Sponsored Posts nicht sofort erkenne, sondern einen Beitrag erst lese und am Ende feststelle, dass er bezahlt wurde. Das finde ich als Leser ärgerlich, weil ich mir dann die Lektüre des Beitrags gespart bzw. ihn im Zweifelsfall anders gelesen hätte. Die Sichtbarkeit einer Kooperation finde ich also sehr wichtig, besonders bei einem Blog, das in erster Linie meinungstragend ist.

Produktvorstellungen werden inzwischen auch häufig gekauft. Wie das mit Rezensionen laufen könnte, wage ich noch kritisch zu betrachten und ob eine objektive, gekaufte Buchvorstellung dagegen einen echten Mehrwehrt bietet? Bannerwerbung oder andere Kooperationen dagegen scheinen mir recht unproblematisch, falls sich hier tatsächlich ein Markt auch für Buchblogs auftun sollte. Seit der Bloggerkonferenz in Leipzig lässt mich der Ansatzpunkt nicht mehr los, gemeinsam mit anderen Bloggern Vermarktungskonzepte zu entwerfen … es heißt also zuallererst dranbleiben, nachdenken und vielleicht auch etwas wagen.

Was ist für dich eine angemessene Vergütung für beispielsweise eine Produktvorstellung?

Das ist ein sehr schwieriges Thema und kommt sicherlich auch erstmal darauf an, in welcher Branche man sich bewegt. Daneben spielen nicht nur die Besucherzahlen und Page Impressions des Blogs eine Rolle, sondern die gesamte Reichweite, die ein Blogger über Soziale Netzwerke erlangt (Facebook, Twitter, Instagram & Co.). Welche Vergütung ich angemessen finde, habe ich für mich noch nicht beantworten können. Von persönlicher Sicht aus, spielen sicherlich eine Menge anderer Faktoren eine Rolle, etwa wie sehr das eigene Blog sich vom privaten Hobby hin zum professionellen Arbeitsinstrument wandeln soll.

Gibst du mehr Geld für deinen Blog aus als du damit einnimmst, oder umgekehrt?

Definitiv, wenn auch eher in kleinen Mengen. Der eigene Serverplatz kostet jährlich, fällt aber relativ gering aus. Auch Templates findet man im Netz viele, die kostenlos sind und mit denen man arbeiten kann. Für mein jetziges Design habe ich mir die Vollversion gekauft, um noch mehr machen zu können. Letztendlich fallen die meistens Kosten bei den Büchern an, die ich mir in großen Mengen kaufe, da ich Rezensionsexemplare nur ganz gezielt anfrage. Und dann wäre da natürlich noch die Zeit, die man für den ganzen Blogcontent investiert, würde man den nochmal in Geld umrechnen, käme da sicherlich eine nette Summe heraus.

Kannst du dir vorstellen, vom Bloggen zu leben oder tust das vielleicht sogar schon?

Als Buchbloggerin von meinem Blog zu leben, kann ich mir derzeit noch überhaupt nicht vorstellen. Ob es vielleicht eines Tages ein Teil meines Einkommens sein könnte – möglich. Interessant bleibt jedenfalls, was sich weiterhin ergeben wird. Es ist ein umfangreiches Thema, das sicherlich noch nicht von allen Seiten beleuchtet wurde und bei dem ganz gewiss noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind.

Wie sieht das bei euch aus? Hab ihr euch über Monetarisierung schon Gedanken gemacht oder seid bereits fest im Geschäft?

2 Kommentare

  1. Ich habe das Blogger-Alphabet bis jetzt vernachlässigt, weil ich keine Lust hatte. Aber das aktuelle Thema finde ich sehr, sehr interessant“ Wirst du dazu auch einen Beitrag verfassen?

    Über die Kennzeichnungspflicht kann man streiten, aber mich nerven vor allem Posts, die nur des Produktes wegen geschrieben wurden – bei denen man merkt, dass viel Sahne verwendet wurde, um den trockenen Keks aka „Dieses Produkt ist besser als alle anderen“ (übertrieben formuliert) zu verschleiern.

    Allerdings habe ich bei einer Lieblingsbloggern einen Beitrag gelesen, der mit „Werbung“ überschrieben war. Ich wollte ihn zuerst nicht lesen, weil ich nicht wusste, wie weit „Werbung“ geht – aber da ich die Bloggerin gern lese, tat ich es. ERgebnis: Der ARtikel war interessant, hatte persönliche Bezüge und war relativ kritisch geschrieben. Eine Bezeichnung kann viele Assoziationen auslösen und ich hoffe, dass irgendwann auch ein sprachlicher Unterschied zwischen Posts, die überwiegend aus Unternehmenstexten bestehen und Posts, die gefördert wurden, aber einen großen Eigenanteil haben, machen.

    1. Ja, ich will noch zu jedem Bloggeralphabet-Buchstaben einen Beitrag verfassen, aber irgendwie hat der Mai mich hintergangen, sprich ich hab’s total verbummelt, sitze aber schon an den nächsten Beiträgen. (:

      Ich glaube das wichtigste ist, dass man als Leser weiß, was man liest. D.h. wenn ich einen Beitrag eines Bloggers lese, der gesponsert wurde (ob dennoch selbst verfasst oder komplett inhaltlich vorgegeben sei dahingestellt), so will ich das einfach erstmal wissen. Wenn ich mich dann dazu entscheide, ihn zu lesen und er dann auch noch wirklich informativ ist – und, so wie du es erfahren hast, auch noch kritisch ist – umso besser. Wie sich das in Zukunft weiterentwickeln wird, finde ich sehr spannend!

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