[Blogparade] Bad Books – Was sind schlechte Bücher?

Sternenwanderer hat ihre erste Blogparade gestartet und an alle Blogger folgenden Fragenkomplex gestellt:

Was macht für euch ein schlechtes Buch aus? Was sind eure Bewertungskriterien für Literatur bei diesem Aspekt? Welches Buch werdet ihr nie wieder in die Hand nehmen und auch nicht weiter empfehlen? Und warum? Oder aber gibt es Bücher, die sich auf den ersten Blick als Fehlkäufe erwiesen haben, die ihr in einem bestimmten Alter gelesen und als schlecht befunden hat und das hat sich, bei erneuter, vielleicht zufälliger Lektüre, geändert? Haben sich eure Vorstellungen, was ein gutes bzw. ein schlechtes Buch ausmachen, geändert? Oder gibt es Autoren, die ihr automatisch, ohne auch nur ein Buch von ihnen gelesen zu haben, nicht in die Hand nehmt und vor allem, warum?

Diese Blogparade hat mir doch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Denn ein Buch ist für mich dann gut, wenn das Gefühl stimmt, aber wie will ich ein Gefühl beschreiben, das doch so vielfältig ist und unterschiedlicher nicht sein könnte?

Ob ich ein Buch als gut oder schlecht bewerte hängt nicht davon ab, ob ich es zur Hohen Literatur, Unterhaltungs- oder Trivialliteratur zähle. Auch urteile ich zumeist Genre-unabhängig (wenn man mal davon absieht, dass ich Krimis und Thriller nicht mag, aber auch dort schon ein paar gute Bücher gelesen habe – wenn ich denn welche in diesem Bereich lese). Ein Buch wird dann gut, wenn ich etwas damit verbinde, das kann ein Gefühl sein, ein Erlebnis oder ein Gedanke. Während ich es lese oder eben gerade nicht lese, dann hängen oftmals meine Gedanken an den Seiten, ich rekapituliere was bereits geschehen ist und überlege mir, wie es weitergehen könnte. So ein Buch berührt mich und regt meine innersten Emotionen.

Das genaue Gegenteil habe ich bei Büchern, die für mich schlecht sind. Langeweile ist wohl eines der obersten Kriterien für ein schlechtes Buch. Wenn ich mich zwingen muss weiterzulesen und die Geschichte wird einfach nicht besser, dann passiert es zwar oftmals, dass ich fertig lese, das Buch danach aber sofort vergesse. Wann entsteht bei mir Langeweile? Ich glaube, pauschalisieren brauche ich hier nicht. Mein Interesse muss einfach geweckt werden. An welchen Kriterien das hängt, kann ich auch nicht so genau sagen, denn auch hier spielt wieder das Gefühl hinein.

Durch das Rezensieren habe ich auch gelernt, mich nicht nur mit dem Plot zu beschäftigen, sondern ich achte auch vielmehr auf Figurenkonstruktionen und den Erzählstil. Alles muss irgendwie ineinander spielen. Es bringt nichts, wenn nur die Idee eines Buches gut ist, die Umsetzung ist weit bedeutender. Figuren müssen einen ausgereiften Charakter haben und auch danach handeln, es darf nicht zu gestellt und konstruiert wirken, sondern sie sollen lebendig sein. Das Gesamtkonzept muss stimmig sein und ob es das – für mich – ist, sagt mir dann mein Gefühl. Bestimmte Punkte kann ich für meinen Teil gar nicht abarbeiten, da jede Geschichte individuell ist und andere Schwerpunkte setzt.

Welches Buch werde ich nie wieder in die Hand nehmen? Das ist schwer zu sagen, denn Büchern gebe ich meist mehrere Chancen. Spontan würde ich sagen: „Das karmesinrote Blütenblatt“, das ich nur bis Seite 300 (von über 1000) gelesen habe, aber inzwischen – es ist schon Jahre her – bin ich fast wieder soweit es doch noch einmal zu versuchen, da ich mich noch sehr gut daran erinnern kann und die Geschichte an sich eigentlich nicht schlecht war, nur die niveaulose Sprache hat mich sehr gestört (die wohl im Lauf des Buches besser werden soll, aber eben nicht bis Seite 300…)

Sicher gibt es Autoren, die ich niemals lesen will, das liegt aber wohl mehr an der Sparte, in die ihre Bücher gehören, als an den Autoren selbst. Ich zähle mich schon zu den Lesern, die sich wirklich kritisch aussuchen was sie lesen und nicht jedes Buch, das ihnen vor die Nase kommt, aufschlagen. Andererseits habe ich natürlich auch meine Autoren, von denen ich einfach 1-2 Mal enttäuscht wurde und deshalb einfach nichts mehr von ihnen lesen will, dazu würde ich u.a. Paulo Coelho und Italo Calvino zählen. Ausschließen würde ich aber nie, dass ich auch wieder zu diesen Autoren oder zu Büchern eines Genres greifen werde, das mich eigentlich gar nicht interessiert, denn der Lesegeschmack ändert sich doch im Laufe eines Lebens. Woran das liegt? Na ganz einfach, jeder Mensch verändert sich und mit ihm eben auch der Lesegeschmack *Weisheit des Tages“ :verrückt:

Damit endet auch mein Beitrag zur Blogparade – es ist doch mehr geworden, als ich dachte…

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