Blogparade | Ich und die Comics. Eine neu erblühte Comic-Liebe

Blogparade Comics "Ich und die Comics. Wie alles begann"Während ich so darüber nachdenke, wann ich zur Comic-Leserin geworden bin, muss ich als erstes an den versteckten Comic-Stapel in meinem alten Jugendzimmer bei Muttern denken. In der Kommode neben der Tür sind ganz unten einige Comics gelagert, manche in Folie verpackt, manche einfach so drauf gestapelt. Was tue ich also für diese Blogparade von Booknapping & GeschichtenAgentin? Ich bitte Mutter die Comics zu fotografieren und mir in guter Blog-würdiger Qualität zu schicken! (Ein durchaus schwieriges aber nicht vollkommen unmögliches Unterfangen. ^^)

Meine Comic-Liebe begann aber viel früher …

Auch wenn mir dieser versteckte Stapel, den ich einfach nicht wegwerfen kann, in sehr guter Erinnerung geblieben ist, muss ich zugeben, dass meine anfängliche Comic-Karriere noch weiter zurückliegt. Und wenn ich es mir recht überlege, dann ist dieser Anfang nicht nur der Anfang meines Comic-Daseins: Es ist auch der Beginn meines Daseins als Leserin, Buchliebhaberin, Booknerd, Bücherwurm. Und höchst wahrscheinlich damit auch als Bloggerin (okay, letzteres ist leicht übertrieben).

Ich kann nicht mehr sagen, von wem ich mit den ersten Comics gefüttert wurde. Ich glaube es war mein Opa, der mir mehrere Comicbände zugesteckt hat. Diese Comics habe ich leider nicht mehr, kann mich aber daran erinnern, dass darunter einige klassische Comics waren wie etwa „Mickey Mouse„, „Donald Duck mit den Kleinen Tick, Trick und Track. Aber nicht alle meine Comics waren Taschenbuchausgaben – die waren sogar eher die Ausnahme -, sondern manche davon waren recht große Formate.

Sie hatten ungefähr die Größe von DIN A 4 und einen festen Einband. Jeder Band war nicht sonderlich dick, aber darin haben sich wundervolle Geschichten verborgen: „Tim & Struppi“ (hach!) und auch an „Asterix„-Abenteuer kann ich mich erinnern. Nach kurzer Recherche habe ich zumindest einige Bände wieder erkannt, nämlich die „Tim & Struppi“-Comics von Carlsen Comics!!! (Wie passend, da Carlsen Comics gerade 50-jähriges Jubiläum feiert und es dazu auf meinem Blog demnächst noch einen ausführlichen Beitrag geben wird.)

Die Zeit nach den Comic-Klassikern: Was hat sich daraus ergeben?

Comic-Blogparade: Witchblade

Und über diese anfänglichen Comicbücher bin ich nicht nur zur Leserin, sondern zur Leseratte mit hohem Buchkonsum geworden. Mein Urlaubskoffer bestand früher zum Großteil aus Büchern und ich musste mit meinen Eltern immer darum schachern, noch das eine oder andere Buch mitnehmen zu dürfen. (Und natürlich haben die nie ausgereicht bis zum Ende des Urlaubs.) Als ich ein Teenager war, habe ich mich dann auf echte  Comichefte gestürzt; besagte Comics im versteckten Stapel, die noch in meinem alten Jugendzimmer überlebt haben.

Mein liebster Comic ist aus Nostalgiegründen bis heute „Witchblade„. Ich kann mich noch erinnern, wie ich den mit Freunden getauscht und wir uns über die Story unterhalten haben. Einen Film gab es auch dazu. Daraus hat sich für mich sogar eine Mini-Zeichenkarriere ergeben. Aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr zu üben und so ist aus mir keine geniale Comic-Zeichnerin geworden. In dieser Blogparade stecken ganz schön viele Erinnerungen drin!

Comic-Blogparade: Spirit of the TAO

Daneben fand ich aber auch „Spirit of the TAO“ ganz großartig, denn in meiner Teenager-Zeit war ich auch sehr spirituell unterwegs. Ich habe mir viel Gedanken über meine eigene Religion gemacht, einiges zu Buddhismus, Shamanismus und Wicca gelesen und sogar ausprobiert. Das hat sich auch auf der Comicebene abgebildet. Was sich allerdings hinter „Chastity“ verbirgt, weiß ich gar nicht mehr so genau – es war auf jeden Fall nicht ganz ohne. (Mein Taschengeld habe ich jedenfalls dafür ausgegeben! Aber Muttern kann ich nun nicht bitten meine Comics zu lesen…)

Düster musste es sein in meiner Comicwelt

Comic-Blogparade: Chastity

In die klassische Superhelden-Ecke könnt ihr mich daher nicht stecken. (Was echt schade ist, wenn ich es recht bedenke, denn heute bin ich eine große Superhelden-Kino-Gängerin). Dafür aber in die Frauenpower-/Gothic-/Düster-Comicecke. Ich frage mich gerade, ob mir diese Comics heute noch gefallen würden. Beim nächsten heimatlichen Besuch, werde ich sie garantiert noch einmal aus dem Stapel ziehen und genauer unter die Lupe nehmen (und wenn ich mir daraufhin wieder solche Comichefte kaufen sollte, ist diese Blogparade ganz offiziell Schuld.)

Besonders interessiert mich, ob ich das Frauenbild richtig in Erinnerung habe, oder ob sich mir heute die Zehennägel aufstellen würden. Denn die Cover sprechen zwar schon irgendwie von Frauenpower, aber so ganz überzeugt bin ich leider aus meiner Erinnerung heraus nicht mehr. „Bad Kitty“ war auch eine Comic-Reihe, die ich angefangen, aber ich glaube, nie beendet habe. Weitere Leseerlebnisse aus dieser Zeit waren auch „Tomb Raider“ & „Darkchilde

Comic-Blogparade: WitchbladeDer Exkurs zu den Mangas

Aber so richtig bin ich in meiner Jugendphase nicht mehr an den Comics dran geblieben, denn dann habe ich Mangas für mich entdeckt! Ein Fan von Animes war ich schon lange Zeit davor und „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Prinzessin Mononoke“ bleiben bis zum heutigen Tag meine liebsten Animes. Von „Die letzten Glühwürmchen“ möchte ich gar nicht erst anfangen, da könnt ich nämlich gleich anfangen zu heulen. Aber ich schweife ab: mein Manga-Konsum und der Tausch mit Freunden in der Schule war gigantisch. Zahlreiche Reihen habe ich angefangen und zum Teil auch beendet, manche besitze ich heute noch – aber nur ganz wenige und irgendwann hat sich auch diese Leidenschaft wieder gelegt.

Die Comicwelt & ich: aka die erwachsene Comic-Leserin

Und wie kam es dann, dass ich zwischen all der Bücher, die ich zu Zeiten meines Literatur-Studiums verschlungen habe, dann wieder zurück zu den Comics gefunden habe? Ganz einfach: durch ein Praktikum! Mein Ziel nach dem Studium war schnell klar: Ich wollte meine beruflichen Weg in die Verlagswelt starten. Ein Praktikum hatte ich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht in einem Verlag gemacht. Die Chance erhielt ich dann bei „Cross Cult“ in Ludwigsburg: ein paar Monate Verlagsluft in einem kleinen aber feinen Comicverlag schnuppern. Und spätestens ab diesem Punkt ist meine eingeschlafene Comic-Leidenschaft wieder erwacht. Und nun lese ich wieder queerbeet, besonders aber Sci-Fi-Comics, wie etwa „Saga“ (I love it!!), „Black Science„, „Waisen“ oder „Descender“ auf Englisch und Deutsch.

Comic-Blogparade: aktuelle Comics

Und zum Schluss: Meine Comic-Leidenschaft wird sicherlich noch ganz lange anhalten – dennoch bin ich aber gespannt, wie sie sich in den nächsten Jahren entwickeln wird, denn wie man sieht hat sie sich von meinen erste Leseerfahrungen bis heute sehr gewandelt!

Noch eine Frage an euch: Habt ihr Comictipps für mich?

17 Kommentare

  1. Liebe Ramona,

    dein Beitrag ist so toll geworden, ich bin begeistert!
    Ich konnte mir regelrecht vorstellen, wie deine Mutter deinen geheimen Stapel rausfischen musste und für dich die Fotos gemacht hat. Und sie sind sehr schön geworden, gib ihr das Lob mal weiter, bitte. 🙂

    Witchblade läuft ja heute noch und Chastity ist eher etwas härterer Stoff, wie die meisten Sachen von Chaos. Aber ich habe tatsächlich beide Serien noch nie gelesen, obwohl ich weiß, dass ich mindestens ein paar Crossover-Hefte mit den Damen habe. Bin gespannt, wie dir deine „alten“ Comics heute gefallen, wenn du sie bei deinem nächsten Besuch wieder in die Hand nimmst. Bitte berichte darüber! 😀

    Achja, und die Carlsen-Alben sind damals auch eine meiner Anfangsdrogen gewesen. Ich kann dich gut verstehen.
    Ein sehr schickes Cross Cult-Regal hast du da übrigens 😉 Saga und Descender lese ich ebenfalls. Von Waisen kenne ich bisher nur einen Band.

    Liebe Grüße,
    Sandra

  2. Ganz vergessen – du fragtest ja noch nach Comic-Tipps. Gaaanz gefährlich 😉 in welche Richtung soll es denn gehen? Was magst du an Comics? Was magst du nicht? Welche Art Storys gefallen dir?

    LG,
    Sandra

    1. Puuuh, was liebe ich an Comics? Story und Zeichnungen müssen für mich zusammenpassen. Ich liebe, wie beschrieben, „SAGA“ und „Waisen“, aber auch „Das Schloss in den Sternen“, „Black Science“. Die Sci-Fi-Richtung habe ich am liebsten, ansonsten sollte es nicht zu brutal sein, wenn auch gerne mal etwas gruseliger. „Nils“ hab ich schon auf meine Wunschliste gesetzt!!

      Viele Grüße, Ramona

      1. Hi Ramona,

        über „Drifter“ hatten wir ja schon gesprochen – das könnte was für dich sein. „Descender“ liest du auch bereits, „Paper Girls“ ebenfalls. Damit hast du einige sehr gute SF-Serien schon auf dem Radar. Lass‘ mich nachdenken … „Black Science“ kenne ich selbst noch nicht, da sollte ich mal eine Bildungslücke schließen.

        Falls du Spaß an Sternenkolonie-SF hast, schau in den ersten Band des Aldebaran-Zyklus rein, der im Juli neu überarbeitet bei Splitter erscheint. Die Zeichnungen können auf den ersten Blick abschrecken, aber versuch es. Leo zeichnet und textet hier selbst und seine Storys bewegen sich auf höchstem Niveau. Im Vordergrund steht allerdings weniger gruseliges oder technisches, sondern die Charaktere und die Situation, der sich menschliche Kolonisten auf einer fremden Welt gegenüber sehen. Leos extraterrestrische Flora und Fauna ist einfach phantastisch und das ist noch lange nicht alles.
        Sorry, jetzt habe ich mich von meiner Leo-Sucht treiben lassen 😀

        Liebe Grüße,
        Sandra

    1. Oha, „Plastic“ scheint wirklich arg düster zu sein, das muss ich mir nochmal genauer anschauen, ob es auch nicht zu blutig für mich ist.

      Aber danke für den Tipp! Der Comic bleibt auf jeden Fall auf meinem Radar.

      Viele Grüße, Ramona

  3. Ich würde dir das im August bei Panini startende „Reborn“ von Mark Millar und Greg Capullo empfehlen. Bisher sind die Kritiken durchweg positiv. Wenn du nicht solange warten kannst, greifst du zu den US-Ausgaben. Nicht im Sci-Fi-Genre angesiedelt, aber trotzdem sehr gut sind die OZ-Bände von Eric Shanower und Skottie Young, sowie seine eigene Serie „I hate Fairyland“ die aber schon recht brutal und abgedreht ist. Aber außergewöhnlich und witzig. Ebenfalls empfehlen kann ich die „Jessica Jones: Alias“ Megabände. Superheldenaction mal anders. Nachdenklicher und im Crime Noir-Stil.

    1. @Mueli77: Interessant, wie sehr wir hier doch auseinander liegen 😀 „Reborn“ ist super gestartet, wurde dann aber leider schnell enttäuschend, „I hate fairyland“ finde ich, ehrlich gesagt, ganz furchtbar. Ich habe es nur wenige Seiten ertragen und dann wieder abgegeben. Einfach nicht mein Humor. Zu „Jessica Jones“ kann ich nichts sagen, da schaue ich gerade die TV-Serie, die Comics kenne ich nicht.

      LG,
      Sandra

      1. Es wäre ja auch langweilig, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten. 😉

        Aber ja, Skottie Young ist ein Phänomen. Entweder man mag seine Zeichnungen und auch „I hate Fairyland“ ode rman hasst es. Die Meinungen dazu sind wirklich sehr zwiegespalten.
        Kennst du übrigens „DIe Offenbarung“ von Paul Jenkins und Humberto Ramos. Eine sehr schöne Geschichte aus dem Vatikan, in dem ein Detective von Scotland Yard den Mord an einem Kardinal aufklären muss. Einer meiner Favorites.

        1. Lieber Mueli77 – da hast du natürlich Recht 🙂 Wie langweilig wäre das, überall dieselben Cover und keiner kann mehr was neu entdecken.

          „Die Offenbarung“ sieht wirklich sehr gut aus, habe ich mir notiert. Danke :-*

    2. Hallo und danke für die vielen Comic-Tipps!

      Ich bin heute endlich mal dazugekommen sie genauer anzuschauen. „Reborn“ kommt auf jeden Fall mal auf meine Wunschliste und in die nächste englische Comic-Lieferung. bei „I hate Fairyland“ bin ich noch unsicher, da hab ich noch ein paar Comicserien vorher auf der Liste, die mich mehr interessieren. Und bei „Jessica Jones: Alias“ bin ich auch sofort dabei – Wunschzettelalarm!

      Viele Grüße, Ramona

  4. „In die klassische Superhelden-Ecke könnt ihr mich daher nicht stecken. (Was echt schade ist, wenn ich es recht bedenke, denn heute bin ich eine große Superhelden-Kino-Gängerin). Dafür aber in die Frauenpower-/Gothic-/Düster-Comicecke.“

    *ping* und da ist er endlich, der Comicleser, der ähnliche Gedanken, wie ich hegt 😀
    sehr sympathisch :3 Ich schaue die Filme meist lieber, da ich den Zeichenstil vieler amerikanischer Ur-Comics nicht mag. Ich kann sie einfach nicht lesen – find sie nicht „schön“ 🙁
    Einzige Ausnahme ist Wolverine (old man logan) und Jessica Jones (wobei hier der Stil schon wieder anders ist) und evtl gesellt sich wonder woman auch noch dazu (darüber entscheidet der Gratis-Comic vom Panini-Verlag)

    Lesetipps… puuh, kein Comic, aber auch sehr gut, die Werke von Inio Asano (nicht PunPun, sondern die dunklen Bände von Tokyopop). Ansonsten fallen mir spontan Outcast, Lazarus und empty zone ein. Vllt kennst die noch nicht?!

    1. Hallo Christin!

      Danke für deine Tipps. Über Lazarus und Outcast bin ich schon häufiger gestolpert, habe sie mir aber bisher noch nicht gekauft. Ich werde die aber mal bei meiner nächsten Bestellung berücksichtigen! Empty Zone habe ich neulich erst entdeckt. Aber da war ich gerade in der Stimmung erstmal meine angefangenen Comicserien weiterzulesen, bevor ich wieder etwas Neues anfange (und vorbei ist dieser Vorsatz!)

      Kann es sein, dass Inio Asano schon Richtung Manga-Stil geht?! Zumindest finde ich, geht das aus den Covern so hervor. Meine Mangaphase hab ich so zelebriert, dass ich da irgendwie gar keine Lust mehr zu habe (hm, vielleicht lese ich irgendwann mal wieder in einen rein & schaue, ob es mich wieder packen kann).

      Viele Grüße, Ramona

  5. Liebe Ramona,

    so ein Verlagspraktikum klingt ja spannend :-).
    Mit Mangas bin ich irgendwie nie so recht warm geworden, mir liegt der japanische Stil nicht so sehr.
    „Saga“ klingt übrigens sehr interessant, werde ich mir vielleicht mal näher anschauen.

    Liebe Grüße
    Claudia

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