[Blogtour] Autoreninterview mit Isabel Abedi (+Gewinnspiel)

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Bei meinem heutigen Beitrag zur Blogtour „Die längste Nacht“ erfahrt ihr mehr über Isabel Abedi und ihr Leben als Autorin. Ich durfte mit der Kinder- und Jugendbuchautorin ein kleines Interview führen und habe mir hoffentlich ein paar spannende Fragen zu ihrem Autorendasein überlegt! Ein paar Informationen in Form eines kleinen Portärts habe ich außerdem für diejenigen zusammengetragen, die die Autorin (möglicherweise!) noch nicht so gut kennen sollten.

Fun Fact: Isabel habe ich schon vor (man kann inzwischen sagen) etlichen Jahren interviewt, damals war ich Praktikantin bei der Tageszeitung in Bayreuth und ihr Jugendroman „Lucian“ war gerade erschienen. Wer das Interview von 2009 auch noch lesen will, kann das über diesen Link tun, das durfte ich nämlich im Anschluss auch auf meinem Blog veröffentlichen. (-;

Kleines Autorenporträt Isabel Abedi

1967 wurde Isabel Abedi in München geboren und wuchs in Düsseldorf auf. 13 Jahre lang hat sie als Werbetexterin gearbeitet und auf diese Weise mit dem Schreiben begonnen. Schon während dieser Zeit schreib sie ihre ersten Geschichten für Kinder. Sie hat zahlreiche Kinder- und Vorlese- sowie Bilderbücher geschrieben und in Anthologien mitgewirkt.

Ihre fünf Jugendbücher sind allesamt bei Arena erschienen und bestechen schon durch ihr Aussehen:

In Zahlen:

19 Bilderbücher | 17 Vorlesebücher | diverse Anthologien | 4 Erstleserbücher | 18 Lola-Bücher (mit Filmausgaben & Hörspielen) | 3 Kinderromane | 5 Jugendromane | zahlreiche Hörbücher (Quelle: Autorenseite)

Auszeichnungen (Auswahl):

  • DODU-Preis der Konrad-Duden-Schule 2010 für „Lucian“
  • 2. Platz beim Landshuter Jugendbuchpreis 2010 für „Lucian“
  • 3. Platz für den Internationalen Preis der jungen Leser 2009 für „Whisper“
  • 1. Platz der Moerser Jugendbuchjury 2007/2008 für „Isola“
  • Buch des Monats November 2006, Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e.V für „Heute ist Lucy Prinzessin“

Mehr von Isabel Abedi:

Interview mit Isabel Abedi

1. Zu welchem Zeitpunkt wussten Sie, Sie wollen Bücher schreiben und was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich für den Beruf Autorin entschieden haben? Gibt es einen Moment oder ein Ereignis, an dem Sie das festmachen können?

Den Drang zu schreiben hatte ich seit meiner frühesten Kindheit, ich habe ein ganzes Regal voller Tagebücher und Kisten voller Briefe. Vor allem die Briefe an meine Mutter waren gut und gerne dreißig Seiten lang.

Isabel Abedi als Kind

Mein erster Beruf war Werbetexterin, und in Arbeitspausen, wenn meine Kollegen unten am Steg eine Schorle tranken, hockte ich in meiner kleinen Kammer und schrieb kleine Geschichten, ziellos, dem inneren Drang folgend.

Für meinen Wunsch, Bücher zu schreiben, gab es drei Hauptauslöser:

  • Meine Mutter, die – ehemals selbst Werbetexterin –  aus Leidenschaft ihre eigene Buchhandlung eröffnete, und mir damit einen neuen Raum für Bücher erschaffen hat.
  • Meine jüngste Tochter, die nachts nicht einschlafen konnte. Ich las ihr Bilderbücher vor – und schrieb schließlich selbst eins: „Schlawatz, der Traumwunscherfüller“, aus dem Jahre später mein erstes kleines Bilderbuch wurde.
  • Mein Vater, dessen Abwesenheit nicht nur mein Leben, sondern auch mein Schreiben geprägt hat. „Imago“ war mein erster Roman, er erzählt die Geschichte eines vaterlosen Mädchens und ihrer Suche.

Für den „Beruf Autorin“ habe ich mich nicht entschieden, ich glaube, es war umgekehrt: Der Beruf hat sich für mich entschieden. Aus meinen Geschichten wurden Bücher – und diesen Büchern folgten weitere. So bin ich Schriftstellerin geworden, und hoffe sehr, dass sich dieser Beruf auch weiterhin für mich entscheidet.

2. Was sind die drei „Handwerksdinge“ die für Sie als Autorin am wichtigsten sind? Laptop oder Stift, Block, der Lieblingssessel? Ohne welche Dinge können Sie einfach nicht schreiben?

Wenn ich mich für drei Dinge entscheiden muss: Ein Füllfederhalter, ein dickes Notizbuch und einen Schreibtisch – gerne mit Laptop und Lampe für lange Nächte 🙂

Isabels Schreibtisch

3. Wie sieht ein typischer Tag aus, an dem Sie an einer Geschichte schreiben, also einem Projekt, das nicht mehr ganz in den Kinderschuhen steckt, aber auch noch nicht fertig ist?

Isabel im Künstlerhaus „LaMuse“

Typische Tage gab es früher, als meine jüngste Tochter noch in den Kinderschuhen steckte und ich an den Vormittagen schrieb, während sie im Kindergarten oder der Schule war: Von Punkt 10 bis Punkt 1 saß ich an meinem Stammplatz im Hamburger Café Mathilde, wo meine ersten Bücher entstanden sind.

 Jetzt sind meine Töchter erwachsen, ich habe einen eigenen Schreibraum, und darüber hinaus viele Orte, an die es mich zum Schreiben zieht. Bei „Lucian“ war es ein Strandhaus in Venice Beach, Los Angeles. „Die längste Nacht“ ist zu großen Teilen in einer französischen Künstlerresidenz mit dem symbolischen Namen „LaMuse“  entstanden. „LaMuse“ wird im Rahmen der Blogtour noch näher vorgestellt.

Auch zeitlich folgen meine Tage nicht mehr einem typischen Ablauf, sondern jedes Projekt hat seinen eigenen Rhythmus, der oftmals auch in einer „längsten Nacht“ endet.

4. Haben Sie unvollendete bzw. abgebrochene Manuskripte in der Schublade, etwa weil Sie gemerkt haben, dass Sie diese Geschichte doch nicht erzählen wollen? Oder aus anderen Gründen?

Es gibt ein unvollendetes Manuskript, 150 Seiten lang. Ich wollte weitererzählen, unbedingt, aber plötzlich hat sich die Geschichte verschluckt. Sie hat den Atem angehalten. Das Glück ist: Geschichten sind nicht an die menschlichen Sauerstoffbedürfnisse gebunden. Sie haben viel mehr Geduld als wir ihnen zutrauen, aber manche Geschichten fordern diese Geduld auch von uns. Deshalb freue ich auf den Moment, in dem meine Geschichte wieder ausatmet und ich sie vollenden kann.

5. Und an die vorherige Frage vielleicht anschließend: Ihre erste Geschichte in Romanform – wurde Sie veröffentlicht oder schlummert Sie noch in Ihrer Schublade und wartet auf den richtigen Moment?

Siehe oben – meine erste Geschichte in Romanform war „Imago“, und wurde zu meinem großen Glück im Arena Verlag veröffentlicht, wo ich im Bereich der Jugendliteratur ein Zuhause gefunden habe. Mein Verleger, Albrecht Oldenbourg, hatte mein Debüt  besonders ins Herz geschlossen, das hat mir viel bedeutet. Ihm habe ich meinen jüngsten Roman, „Die längste Nacht“, gewidmet.

6. Gibt es Figuren aus ihren Büchern, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, die Sie auch nach der Fertigstellung eines Buches nicht loslassen? Die Sie vielleicht in andere Bücher gern hineinschreiben würden (sozusagen als „Gastauftritt)?

Alle wichtigen Figuren aus meinen Romanen leben auch nach dem Ende der Geschichte in mir weiter. Ich denke oft an sie und immer mit einer großen Verbundenheit. Zu besonderen Lieblingsfiguren gehören Tyger aus „Lucian“ und Moon aus „Isola“.

Die Idee, eine Haupt- oder Nebenfigur in ein anderes Buch hinein zu schreiben, ist spannend, und tatsächlich gibt es zwei Beispiele. Die Mutter meiner Protagonistin aus dem „unveröffentlichten Manuskript“ ist zur Hauptfigur meiner Kurzgeschichte „Into the Blue“ geworden, die ebenfalls bei Arena erschienen ist, in der Anthologie „Das Blaue im Himmel.“

Und Tante Lisbeth, die Nebenfigur aus den Lola-Büchern, ist zur Hauptfigur einer eigenen Serie geworden.

7. Haben Sie Ihren Platz als Schriftstellerin gefunden oder gibt es ein Genre, in welchem Sie bisher noch nicht geschrieben haben, das Sie aber reizen würde? Warum?

Meinen Platz als Schriftstellerin finde ich mit jedem Buch aufs Neue. Aber ich denke nicht in „Genres“. Ich fühle in mich hinein: Welche Geschichte will erzählt werden? Gibt es einen Schauplatz? Eine Figur? Einen Ideensamen oder Puzzleteile, aus denen ein Ganzes wächst oder sich zusammenfügt? Auf diese Weise werde auch ich selbst immer wieder neu überrascht vom dem, was kommt.

8. Ihre Kinderbuchreihe „Lola“ wurde bereits verfilmt. Würden Sie auch einen Ihrer Jugendromane gerne auf der Leinwand sehen?

Von meiner Kinderbuchreihe „Lola“ wurde der erste Teil verfilmt – mein Wunsch wäre die Verfilmung von Band 9, weil das ein echter „Hamburgkrimi“ ist.

Von meinen Jugendromanen könnte ich mir am ehesten „Whisper“ vorstellen. „Die längste Nacht“ ist noch zu jung. Sie ist vor wenigen Wochen als Roman erschienen und im Mai kommt das Hörbuch heraus, das ich zusammen mit Andreas Steinhöfel eingelesen habe. Darüber und darauf freue ich mich momentan am meisten.

Isabel mit Andreas Steinhöfen bei den Hörbuchaufnahmen.

Vielen Dank, liebe Isabel, für die tollen Antworten!

Und jetzt seid ihr dran: Das Blogtour-Gewinnspiel

Isabel Abedi hat drei Exemplare von „Die längste Nacht“ signiert. Diese könnt ihr bei unserem Blogtour-Gewinnspiel gewinnen. Wie das geht? Ziemlich einfach, bei mir habt ihr die Chance bis einschließlich Sonntag, 24. April 2016*, im Lostopf zu landen, indem ihr folgende Frage beantwortet:

Welches Buch von Isabel Abedi würdet ihr denn am liebsten auf der Leinwand sehen – warum?

* Die Gewinner des Blogtour-Gewinnspiels werden in der zweiten Maiwoche bekanntgegeben. Das Gewinnspiel wird vom Arena Verlag veranstaltet. Personen unter 18 Jahren bitte nur mit Einwilligung der Eltern teilnehmen. Viel Glück!

Die Blogtour: Was euch noch erwartet oder welche Beiträge es bereits gab, zeigt euch meine Übersicht.

Darum geht es in „Die längste Nacht“:

Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet – aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. Wenig später bricht sie mit ihren Freunden zu einer Fahrt quer durch Europa auf und stößt in Italien durch Zufall auf den Schauplatz des Manuskripts: Viagello, ein malerisches kleines Dorf. Der Ort strahlt für Vita eine merkwürdige Anziehungskraft aus, die noch stärker wird, als ihr der Seiltänzer Luca buchstäblich vor die Füße fällt. Auf den ersten Blick ist Luca für Vita etwas Besonderes, doch etwas an ihm und seiner Familie kann sie nicht fassen. Noch ahnt sie nicht, dass er sie auf eine Reise tief in ihre Erinnerungen führen wird, an deren Ende etwas steht, was einst in Viagello geschah – in jener längsten Nacht …

Quelle: Arena Verlag

19 Kommentare

  1. Liebe Ramona,

    da ich bisher noch keines ihrer Bücher gelesen habe, kann ich dir die Frage gar nicht beantworten.
    Ich habe bisher nur ganz viel über sie die Autorin gehört und gelesen und immer wieder wurden mir ihre Bücher ans Herz gelegt.
    Schon ewig schlummern diverse Titel auf meiner Wunschliste und das würde ich doch wirklich gerne mal ändern!
    Zumal nach deinem sympathischen Interview und den vielen schönen Fotos. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ramona

    1. Liebe Ramona, das müssen wir dringend ändern! Ich finde die Jugendbücher von Isabel Abedi nämlich ganz große klasse! Besonders „Lucian“ hat es mir absolut angetan, da war ich emotional so gefesselt wie selten bei einem Buch. Aber „Die längste Nacht“ war auch ein „Verschling-Buch“. 😀

      Liebe Grüße
      Ramona

  2. Hallo Ramona,
    ich habe auch noch kein Buch der Autorin gelesen und eine Verfilmung könnte ich mir zu „Die längste Nacht“ gut vorstellen. Durch die Blogtour weiß ich über dieses Buch jetzt am Meisten.
    Allerdings stand ich schon häufiger vor „Isola“, habe es aber bisher noch nicht gekauft.

    lg, Jutta

  3. Hallo 🙂
    Imago schließe ich aus meinen Überlegungen mal aus, weil ich es noch nicht gelesen habe 😉 Ich könnte mir gut eine Verfilmung von Isola vorstellen, weil es von der Thematik einfach wirklich gut in die heutige Zeit passt – also wenn man die aktuellen Kinofilme betrachtet 🙂 Es erinnert ja sogar entfeeeernt an Tribute von Panem ^^ Es soll einen Gewinner geben, alle Teilnehmer sind an einen Ort gebunden und werden beobachtet 😉 Ja, die Verfilmung würde ich mir besonders wünschen.
    An zweiter Stelle käme dann Whisper. Aber Lucian fände ich als Verfilmung vielleicht nicht so gut, weil da der Zauber der Geschichte wirklich sehr in den Zeilen steckt 🙂
    Viele Grüße
    Malin Jo

  4. Hallo,

    ich würde am liebsten „Lucian“ verfielmt sehen, da es mein erstes Buch war was ich von ihr gelesen habe. Und bisher immer noch mein Lieblingsbuch ist.

    LG
    SaBine

  5. Hallo 🙂

    leider kenne ich keine Werke von der Autorin, deswegen bin ich ja so gespannt noch mehr über sie zu erfahren. Kann daher die Frage nicht beantworten, aber wenn ich dann vielleicht mal eines lese von ihr, kommt sicher die Erkenntnis 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Jutta

  6. Oh, das kann ich leider nicht beantworten, weil ich leider noch kein Buch von ihr kenne. Ich finde das eigentlich echt schade und könnte es auch grade nicht begründen, weil ich die Bücher alle interessant finde. Besondes Lucian. Aber ich glaube, die Cover haben mich nie so angesprochen und deshalb habe ich wahrscheinlich nie die Klappentexte gelesen, was ich aber Gott sei dank inzwischen nachgeholt habe. 🙂

    1. Juhu… geschafft 🙂 deine Captchas mögen mich nicht ?
      Und ja, jetzt muss ich dafür noch mal eins ausfüllen, das habe ich vorher nicht bedacht, aber jetzt habe ich schon angefangen zu schreiben, da schaffe ich das zweite auch noch ?

  7. ich finde alle ihre bücher interessant wobei ich viele Kinderbücher von ihr selber daheim habe 😀
    welches ich gerne auf der Leinwand sehen würde wollen kann ich nicht beurteilen da ich die oben genannten bücher noch nicht gelesen habe jedoch einige auf meiner Wunschliste stehen habe 😀
    folge auch bei fb unter Jenny Siebentaler wo man mich auch immer anschreiben kann.
    LG jenny

  8. Da ich bis jetzt leider noch kein Buch der Autorin gelesen habe, kann ich dazu nichts sagen 😀 Aber dafür bin ich umso gespannter auf das Buch (und eine evtl Verfilmung dessen?), weil mir zum Beispiel „Isola“ empfohlen wurde! Bin jedenfalls sehr gespannt 🙂
    Lg, Rabea
    P. S. Ein super interessantes Interview 🙂 Und witzig, dass du sie im Prinzip schon vorher kanntest 😀

  9. Isola! So ziemlich das beste Buch von ihr. Und es hat mich extrem gefesselt. Nur zu empfehlen und ich wäre sehr gespannt, wie es umgesetzt werden würde.

  10. Auch von mir nochmal herzlichen Dank für das Interview, das mir viel Freude gemacht hat und das ich mir auf deinem Blog noch einmal richtig gerne durchlese und anschaue. Wie schön, dass es auch deinen Gästen gefällt und neugierig macht auf die längste Nacht … Herzliche Grüße von Isabel Abedi

  11. Ich habe leider noch keines ihrer Bücher gelesen, aber ich würde sagen Lucian, weil ich schon so oft davon gehört habe und weil es auf meiner Wuli steht.

    Liebe Grüße,
    Roksana 🙂

  12. Hallo und vielen Dank für diese interessante Fragerunde! Am liebsten würde ich „Isola“ auf der Leinwand sehen. Das Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen und ist mein Liebling unter den Büchern der Autorin (dicht gefolgt von Lucian). Außerdem könnte ich es mir auf der Leinwand sehr gut vorstellen. Der Film wäre bestimmt sehr erfolgreich.

    Liebe Grüße
    Katja

  13. Hallo,

    ich habe Lucian sehr gerne gelesen und könnte es mir aufgrund der Geschichte und der Figuren auch sehr gut auf der Kinoleinwand vorstellen 😉

    LG

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