[Book & Movie] World War Z – Operation Zombie

Ein angeblicher Virus sorgt dafür, dass sich Menschen merkwürdig verhalten, dass sie ihre Mitmenschen anfallen, beißen und töten. Und diese Opfer stehen dann nach heftigen Krämpfen wieder auf – in Sekunden – fallen andere Menschen an, stöhnen und werden zum größten Feind der Menschheit. In Operation Zombie erzählt Autor Max Brooks eine faszinierende Geschichte über eine Zombieapokalypse. Über einen weltweiten Krieg, der vor 20 Jahren stattfand, als die Zombies zum ersten Mal von der Öffentlichkeit bemerkt wurden. Nach Jahrzehnten des Kampfes, nach einer radikalen Dezimierung der Menschheit, nach schier hoffnungslosen Kämpfen und der Gewissheit, dass der Mensch überlebt hat.

Operation Zombie - World War Z

Max Brooks verkauft sein Buch Operation Zombie als eine Sammlung von Tatsachenberichten und Interviews mit Opfern, Generälen, einfachen Fußsoldaten, Zivilisten. Von Menschen, die Auge in Auge mit Zack – den Zombies – standen. Sie berichten von ihren eigenen Schicksalen, von den Besonderheiten ihres Kampfes gegen einen schier unbesiegbaren toten Gegner. Weltweit holt der Autor (Max Brooks) persönlich Erfahrungsberichte ein und trifft dabei auf die unterschiedlichsten Menschen. Er begegnet Helden und solche, die irgendwie überlebt haben. Er begegnet gebrochenen Persönlichkeiten und denen, die für immer Spuren zurückbehalten werden, vom Tag, als Zombies die Welt überfluteten.

Die einzelnen Interviews sind unter mehrere große Kapitel gefasst, so die Vorzeichen, als noch niemand wirklich von der tödlichen Bedrohung wusste, hatten Vereinzelte Kenntnis von der potenziellen Gefahr, doch ihre Warnungen blieben bei den meisten Regierungen ungehört. Dann „Die große Panik“, der Ausbruch und die unabwendbaren Angriffe oder die Wende im Kampf gegen einen Gegner, der bereits tot ist, der keine Angst hat und keinen Schmerz spürt. Brooks deckt dabei nicht nur die unterschiedlichsten Personengruppen ab, sondern auch Orte und Situationen, die im Fall einer solchen unvorhergesehenen Apokalypse eintreten können. Was geschieht, wenn ein ganzes Kriegsschiff desertiert und in den Weiten der Ozeane verschwindet. Was, wenn sich Tausende von Menschen in Booten und Schiffen auf’s Meer flüchten und nur ein Infizierter unter ihnen ist? Wie überlebt Zack unter Wasser und was macht das aus den Meeresbewohnern? Wo liegen die Gefahren an Land und wie schaffte es eine Schule zu überleben, oder ein kleines Dorf?

Immer wieder besticht der Autor durch Überraschungsmomente. Seien es dabei die Gesprächspartner, die Brooks interviewt und von deren Schicksal der Leser erst am Ende des Interviews erfährt und dabei manchmal einen bitteren Nachgeschmack, ein Ziehen in der Brustgegend, hinterlässt. Oder die Möglichkeiten zu überleben mit einer einzigen richtigen Entscheidung … oder zu sterben, weil die Entscheidung oder der Moment der Tat falsch waren. Er erzählt nicht nur die körperlichen Anstrengungen, sondern auch die psychischen. Er erzählt von Menschen, die sich lieber umbrachten bevor sie als lebende Tote erwachen können. Manche schliefen friedlich ein und wachten nicht mehr auf, andere beendeten ihr Leben, als der Sieg kein Traum mehr war und wieder andere, wurden zu dem, was sie fürchteten: zu Quislingen, Menschen, die sich wie Zombies benahmen, Leute angriffen und bissen, stöhnten und wie von Sinnen umherliefen.

Im Film ist es nicht Max Brooks, der sich im Auftrag der Vereinten Nationen auf die Spur nach dem ersten Zombie und somit dem Anfang der weltweiten Apokalypse begibt, sondern Gerry Lane (gespielt von Brad Pitt). Er schildert den Beginn der Zombieangriffe, als die Städte auf der gesamten Welt von den Untoten, angeblich von einem Virus übertragenen Krankheit, angegriffen wird. Im Gegenzug für die Rettung seiner Familie reist er durch die halbe Welt, um ein Gegenmittel zu finden, einen Impfstoff, mit dem man die Verwandlung in einen Zombie verhindern kann. Dabei erzählt der Film nur einen Bruchteil, man könnte sagen einen Schatten der Buchvorlage. World War Z ist ein Film, der viel zeigen will, aber wenig wirklich umsetzen kann. So fesselnd und mitreisend Brooks fiktive Tatsachenberichte sind, so wenig kann das der Film wiedergeben. Im Mittelpunkt steht Brad Pitt, der seine Rolle gut und überzeugend spielt, dessen Figur aber von einer Station zur nächsten reist, auf Ideen zur Rettung der Menschheit kommt, die nicht immer nachvollziehbar präsentiert werden und auch fernab der Buchidee stehen.

Irgendwie hat nicht nur die Spannung gefehlt, sondern wenn man das Buch kennt, auch die gesamte Handlung. So viele Geschichten, so viele Dinge bleiben unerzählt, die das Ausmaß von Zack, von den Reaktionen der Regierungen, vom Handeln der Menschen hautnah geschildert haben. Der Film kratzt an der Oberfläche eines wirklich guten Stoffes, der nicht nur interessant und spannend ist, sondern auch unter die Haut geht.

Buchdetails:
Max Brooks | Operation Zombie. Wer länger lebt, ist später tot (orig.: World War Z) | übersetzt von Joachim Körber | ebook | Goldmann Verlag ( 2012 ) | 448 S.

3 Kommentare

  1. Du hast auch immer was zu meckern 😉
    Noch als Ergänzung: Richtig nervig war doch v.a. die Figur von Lanes Ehefrau: Das brave Weibchen, das sich um die Kinder kümmert und die Familie zusammenhält, völlig handlungsunfähig ist, ihn auch noch in entscheidenden Momenten anruft und damit für den Tod seiner Kollegen verantwortlich ist. Und er sagt es ihr nicht!
    Dümmer kann man Frauen nicht darstellen!

  2. DAS stimmt! Das hatte ich schon wieder ganz vergessen. Naja… also je mehr ich über den Film nachdenke … desto schlimmer wird’s. Lies lieber das Buch!! Den Film gesehen zu haben, nimmt dem Buch in keinster Weise seinen Reiz. Hab’s mir selbst nur über Skoobe ausgeliehen, sonst würde ich dir das heute auch noch mitbringen. ^^

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