Domian, Jürgen: Der Tag, an dem die Sonne verschwand

Details:

Originaltitel: Der Tag, an dem die Sonne verschwand
Genre: Erzählung/dystopischer Roman
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Heyne ( 2008 )
Seiten: 286

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ich glaube dieses Buch habe ich im BücherTreff-Forum entdeckt und da ich sehr gerne dystopische Romane lesen, wanderte es schnellstmöglich auf meinem SuB.

Klappentext: „Wenn ich jetzt nicht zu schreiben beginne, werde ich irrsinnig. Heute ist bereits der neunundzwanzigste Tag… Seit knapp einem Monat gibt es keine Sonne mehr, keine Lebewesen, keine Geräusche.“

Inhalt und Aufbau: Was tun, wenn es mitten im Juli anfängt zu schneien und innerhalb eines einzigen Tages die Temperatur von 40 Grad Celsius auf minus fünf Grad herabsenkt? Aber nicht nur das. Die Welt scheint wie ausgestorben und nur Lorenz ist übrig geblieben. Er lebt in einer deutschen Stadt und als der Schnee beginnt vom Himmel zu fallen, ist er ganz fasziniert von diesem ungewöhnlichen Schauspiel im Hochsommer. Aber schnell bricht die Realität über ihn herein: die Stille. Kein Geräusch ist zu hören, weder Verkehrslärm, noch Menschengedränge oder Tiergeräusche. Einzig eine unheimliche Stille hat von der Welt Besitz ergriffen.

Sofort begibt er sich auf die Suche nach Menschen, aber die Kneipen sind leer, die Autos stehn mitten auf der Fahrbahn, Zündschlüssel stecken, aber kein einziger Motor läuft. Auch die Tiere in der Zoohandlung sind aus ihren Käfigen verschwunden und selbst im Krankenhaus ist niemand zu finden, außer die Leiche eines heruntergekommenen Mannes – und – die Leichen im Kühlhaus. Wo sind nur alle Menschen hin? So schnell kann doch niemand verschwinden, vor allem nicht, wenn man gerade noch auf dem Operationstisch lag. Lorenz ist vollkommen allein, was er anfangs noch relativ gut verkraftet, aber die Monate zehren an seinen Nerven.

Meine Meinung:

Jürgen Domian schafft mit seinem Buch ein beeindruckendes Werk, das den Leser in die Gedankenwelt des letzten Menschen auf Erden einführt. Wie würdet ihr reagieren, wenn plötzlich alle Menschen verschwunden wären, nur du allein wärst übrig geblieben und müsstest nun ein einsames Leben leben. Dazu noch von Kälte und Schnee bedroht sein? Was braucht man alles, um über Monate hinweg zu überleben? Denkt man auch wirklich an alles? Oder vergisst man viele Dinge einfach?

Etwas störend waren die Jammertiraden des Protagonisten um seine bereits vor einigen Jahren verstorbene Liebe Marie. Was interessiert den Leser schon die Vergangenheit von Lorenz, wenn er doch wissen will wie er sein Leben fristet in einer Welt ohne Menschen?

Ein Manko ist, dass ungeklärt bleibt, warum die Menschen und Tiere auf einmal verschwinden und was letztendlich aus Lorenz wird. Findet er weitere Menschen auf seinem Weg nach Süden oder doch nicht? Und eine der wichtigsten Fragen: Warum hat ausgerechnet er überlebt? Ein Buch, das leider viele Fragen offen lässt. Daher 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

4 Kommentare

  1. Werke mit ähnlichem Inhalt sind ja zum einen Marlen Haushofers „Die Wand“ (Auch, wenn nicht alle Lebewesen, nur der Mensch verschwunden sind bzw. nur in diesem bestimmten Lebenraum, in dem sich die Protagonistin befindet) oder auch Thomas Glavinics‘ „Die Arbeit der Nacht“ (Ein junger Mann, allein in Wien – Ein „Gattungsexperiment“, wie viele Zeitungen geschrieben haben).

    Ein Ursprung dieses Genres dürften die letzten zwei Sätze aus der 1948 veröffentlichten Sci-Fi-Kurzgeschichte „Knock“ von Frederic Brown sein: The last man on Earth sat alone in a room. There was a knock on the door… (Infos in der Wikipedia9

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