Rezension | Fabian-Fischer, S.: Sie verwandelten die Welt – Lebensbilder berühmter deutscher Frauen

Details:

Originaltitel: Sie verwandelten die Welt. Lebensbilder berühmter deutscher Frauen
Genre: Biographien
Reihe: –
Gattung: Sach-/Fachbuch
Verlag: Bastei Lübbe ( 2007 )
Seiten: 283

Klappentext: Ob Königin Luise von Preußen oder Clara Schumann, ob Käthe Kollwitz oder Marlene Dietrich – mit großem Einfühlungsvermögen nähert sich S. Fischer-Fabian diesen und anderen berühmten Persönlichkeiten und zeichnet mit deren Lebensbildern ein Stück bewegte und bewegende Geschichte nach.

Inhalt und Aufbau:

Marlene Dietrich, Katharina von Bora und Käthe Kollwitz. Wer hat nicht schon einmal von diesen Frauen gehört. Aber wer waren sie, dass Siegfried Fischer-Fabian sie in diesem Buch zu den berühmten deutschen Frauen zählt? Was für ein Leben haben sie geführt und welches Erlebnis hat sie für die Ewigkeit bekannt gemacht? Dieses Buch vereint dreizehn Porträts deutscher Frauen, die auch nach ihrem Tod noch für ihr Leben bekannt sind.

Folgende dreizehn Frauen werden in diesem Buch in kleinen Porträts vorgestellt:

Luise von Preußen – Anmut und Würde
Hedwig Courths-Mahler – Märchen für Erwachsene
Liselotte von der Pfalz – Schicksal einer Briefeschreiberin
Wilhelmine Encke – Die preußische Pompadour
Caroline Neuber – Der Tod des Hans Wurst
Katharina von Bora – Die Flucht einer Nonne
Christiane Vulpius – Das gleene Nadurwesen
Marlene Dietrich – Eine Berlinerin
Dr. Med. Franziska Tiburtius – Ein Frauenzimmer und die Medizin
Käthe Kollwitz – Das Gewissen ihrer Zeit
Katharina Kepler – Die Hexenjagd
Clara Schumann – Die Musik und Robert
Frau Krause aus Berlin N. – Eine Ballade in Prosa

Meine Meinung:

Das Buch ist ein schöner Überblick über bekannte deutsche Frauen. Darunter auch blaublütige, reiche und arme Frauen. Für diejenigen, die sich bisher noch nicht viel mit diesen Frauen auseinandergesetzt haben, ist das Buch bestimmt ein guter Einstieg. Leider gibt es weder Fotos oder Gemälde (bis auf das Cover) der Frauen, sodass ein Stück bildliche Darstellung einfach fehlt, die das Buch sicher noch um einiges aufgewertet hätten. Dennoch bietet das Buch neben bloßen Lebensläufen auch Gedichte und Zitate oder Briefwechselpassagen, die langatmige Stellen leserfreundlicher gestalten. Insgesamt ein durchschnittliches Buch, das man lesen sollte, wenn man sich für oben genannte Personen interessiert, aber nicht wenn man sein Wissen erweitern will. Daher 3 von 5 möglichen Sternen.

3 Kommentare

  1. Das „Problem“ bei solchen Sammelbiographien für den „Leser mit Vorerfahrung“ ist, dass diese meist zu wenig pointiert, allgemein gehalten, ohne viele Details gelieferten Lebensbeschreibungen nur solche basalen Informationen enthalten können, die man auch durch eine einfache Internetrecherche findet, einfach, weil auch zuviele Personen gewählt wurden, die vielleicht nicht einmal zeitlich etwas miteinander zu tun haben.
    Bei diesem Werk z.B. ist kaum ein chronologischer Rahmen, zumindest hat es den Anschein, gegeben: Katharina Kepler, 1546-1622; Clara Schumann, 1819-1896; Käthe Kollwitz, 1867 – 1945. Eine andere Möglichkeit wäre es nach Fachbereichen zu ordnen, was auch hier nicht geschehen ist. Das ganze Projekt wirkt somit leicht beliebig, als hätte man sich Frauen erwählt, die den Anschein erwecken, für ihre Zeit viel geleistet zu haben, ohne jedoch die zeitliche Komponente in Betracht zu ziehen, mehr als nur grobe Zeitabläufe zu betrachten, mehr als nur der bloßen Wunschvorstellung einer Frauenforschung zu bedienen.

    Ich weiß nicht, ob es auf diese Sammelbiografie zutrifft, aber es hat auch deiner Beurteilung nach diesen Anschein.

    Wenn ich eine Biographie lese, möchte ich auch mit charakterlichen Gepflogenheit, mit Quellensichtung, mit zeitlicher Einordnung, mit Stammbaumforschung, mit familiären, sozialen, finanziellen, kreativen Entwicklungen des „Protagonisten“ überrascht werden. Wenn ich einen Lebenslauf sichten will, kann ich das bei Wikipedia oder im Brockhaus tun.
    Ich möchte den Lesegenuss bei niemanden schmällern, für Erstinformationen und Anregungen sich mit Personen näher auseinanderzusetzen, für Leser ohne historisches oder persönliches Vorwissen mögen solche Bücher perfekt sein. Bei mir hinterlassen sie eher den Eindruck von Beliebigkeit und einer Zusammenfassung basaler, bereits bekannter Informationen.

    ~*~

    Noch ein Buchtipp, falls du dich mit Christiane Vulpius auseinandersetzen möchtest:

    Sigrid Damm; Christiane und Goethe: Eine Recherche; Insel Verlag; 531 Seiten; 11.50 Euro

    Die Autorin hat sich mit den Vorfahren der Vuplius, mit den Lebensorten der Familie, mit dem sozialen und finanziellen Hintergrund, mit den Briefkontakten, mit ihren Charakterzügen in Selbstbeschreibung und Fremdbeschreibung beschäftigt. Sie charakterisiert die Rollenverteilung innerhalb der Ehe, analysiert eingehend den Briefwechsel zwischen ihr und Goethe; wo es Lücken gibt, benennt sie diese. Sie mutmaßt, gibt diese aber nicht als Fakten, sondern als Möglichkeiten aus, wie es hätte stattfinden können. Eine wirklich sehr gute, spannende, informative Lektüre, die ich nur jedem ans Herz legen kann.

  2. Ja da kann ich dir nur zustimmen. Ich hab inzwischen auch gemerkt, dass ich viel lieber Biographien lese, die sich nur um eine Person drehen, da die einfach viel mehr Wissenswertes hergeben, als nur so einen kleinen Abschnitt, der ein paar Brocken vom große Stück preisgibt, aber einen nicht wirklich weiterbringt.
    Als Einstieg sehe ich solche Sammelbiographien aber immer noch als brauchbar an. Ein grober Überblick ist schließlich auch nicht schlecht und wenn man ins Detail gehen will, dann muss eben ein monströses biographisches Werk her ^^

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