Rezension | Flinn, Alex: Beastly

Details:

Originaltitel: Beastly
Genre: Fantasy
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: HarperTeen ( 2009 )
Seiten: 304

Klappentext: A beast. Not quite wolf or bear, gorilla or dog but a horrible new creature who walks upright – a creature with fangs and claws and hair springing from every pore. I am a monster.

You think I’m talking fairy tales? No way. The place is New York City. The time is now. It’s no deformity, no disease. And I’ll say this way forever – ruined – unless I can break the spell. Yes, the spell, the one the witch in my English class cast on me. Why did she turn me into a beast who hides by day and prowls by night? I’ll tell you I’ll tell you how I used to be Kyle Kingsbury, the guy you wished you were, with money, perfect looks, and the perfect life. And then, I’ll tell you how I became perfectly… beastly.

Inhalt und Aufbau: Kyle Kingsbury ist der beliebteste Junge seiner Schule. Er sieht gut aus und sein Vater hat eine Menge Geld. Dieser hat ihm auch beigebracht, dass letztendlich jeder sich selbst der Nächste ist und so wandelt Kyle arrogant und mit erhobenem Haupt durchs Leben. So sieht er auch die kommende Wahl zum Ballprinzen sehr gelassen.

Also ein Gothic-Mädchen seiner Klasse die Wahl zum Schulprinzen als eine miese Masche beschimpft, die nur nach den Äußerlichkeiten eines Menschen urteilt. Nur wer reich und schön ist, hat die Chance über alle anderen erhaben zu sein und als das Größte angesehen zu werden, dabei legt sie sich mit Kyle an. Aus Rache schmiedet er einen gemeinen Plan. Er lädt sie zum kommenden Ball als sein Date ein und gibt vor, dass ihre Rede ihn zum Nachdenken angeregt hat und dass er sich ändern will. Doch stattdessen führt Kyle Kendra vor, denn er hat bereits ein anderes Date.

Kendra nimmt es gefasst auf, nicht so wie Kyle es erwartet hat, doch was er nicht weiß ist, dass Kendra eine uralte Hexe ist und ihn für all seine schlimmen Taten bestrafen will. Sie verwandelt ihn in ein Biest. Nur Kyle allein ist in der Lage sich aus seiner Misere zu befreien. Die Hexe kann ihn nicht zurückverwandeln, sondern er muss ein Mädchen finden, das ihn trotz seines Aussehens liebt und das er ebenfalls liebt und ihm einen Kuss der Erlösung gibt.

Meine Meinung:

Das Märchen von der Schönen und dem Biest wird von Alex Flinn neu erzählt. Die Autorin setzt das Thema in die moderne Zeit nach New York City. Das Biest ist der junge Kyle Kingsbury, der sich für den schönsten und tollste Jungen der gesamten Schule hält, er verhält sich wie ein Snob – arrogant und gemein zu allen anderen – und wird dafür auch noch von den meisten Mädchen angehimmelt. Doch das ändert sich, als er Kendra vorführen will, denn die ist in Wirklichkeit eine Hexe und verwandelt ihn für all seine Taten in ein Biest – somit gleicht sein Äußeres seinem verkorksten Inneren.

Ein besonders lustiger und schlauer Kunstgriff von Flinn sind die „Therapie-Chat-Gespräche“: Ein gewisser Mr. Anderson – den wohl fast jeder kennt – hat die Gruppe „Unexpected Changes“ gegründet, in der die Mitglieder darüber sprechen können, warum und wie sie verwandelt wurden sowie sie sich dabei fühlen. Teilnehmer sind u.a. das Biest, einen in einen Frosch verwandelten Prinzen, namens Froggie, eine Meerjungfrau, SilentMaid, die ihre Stimme hergeben will für ihre große Liebe und Grizzlyguy.

Die Idee ein allgemein bekanntes Märchen in die moderne Zeit zu versetzen ist durchaus nicht schlecht. Allerdings lässt die Umsetzung etwas zu wünschen übrig, denn so einfach funktioniert das Ganze nicht. Was genau ich damit meine, ist schwer zu beschreiben, denn es passt einfach nicht. Der junge Kyle, der das Biest wird, wird durch seine Verwandlung plötzlich vom Snob zum netten Jungen von Nebenan, der eine Leseratte wird, ein eifriger Schüler und einen Rosengarten anlegt, den er hegt und pflegt. Zwar beschreibt die Autorin viel von seinem inneren Kampf zwischen seinem früheren Leben, dem Leben das er gerade führt und das er vielleicht für immer führen muss, doch die Veränderung zum „guten Menschen“ wird zu schnell vollzogen. Andererseits vereint Kyle auch Charakterzüge des „echten Biests“ in sich, die aber zu einem modernen und aufgeklärten Jungen einfach nicht passen, so kann er überhaupt nicht verstehen, dass Linda ihn nicht sehen will, geschweige denn aus ihrem Zimmer kommen will, nachdem sie nur wenige Tage dort angekommen war.

Linda – die Schöne – kommt zu ihm ins Haus, nachdem ihr Drogendealer-Vater versucht hat bei Kyle einzubrechen, aber nur im Märchen funktioniert so etwas wie Kidnappen ohne Konsequenzen. Die, in der heutigen Zeit angesiedelte, Geschichte lässt das weniger zu, schließlich besuchte Linda eine gute Schule und es ist fraglich, ob sie dort keiner vermisst.

Im Normalfall spielt das alles bei einem richtigen Märchen keine Rolle, da die Lesererwartung ganz anders gesetzt wird. Ein Märchen bedeutet immer ein Stück weit Überschreitung der Grenzen zur Realität, doch da diese Geschichte eben direkt in die moderne Welt hineingesetzt wurde, lassen sich solche Grenzüberschreitungen nur bis zu einem bestimmen Punkt vollziehen, bis zu dem der Leser auch noch „glauben kann“.

Insgesamt eine schöne Idee, deren Umsetzung nicht ganz so gelungen ist, der Club der „Unexpected Changes“ ist aber so genial, daher 3 von 5 möglichen Sternen.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für die tolle Rezi!! 🙂
    Hmm, nur kann ich mich jetzt nicht entscheiden, ob ich es lesen soll oder nicht xD Ich werde es wohl mal auf dem Wunschzettel lassen und vorerst weiter an meinem SUB arbeiten und wenn ich mal so richtig Lust drauf hab, werd ich es mir wohl bestellen … Ah, aber dieser Club der „Unexpected Changes“ hört sich schon genial an *g*

  2. Ach ja das Buch kann wirklich noch etwas auf dem Wunschzettel gelagert werden, aber die „Unexpected Changes“-Gruppe ist schon wirklich herrlich, aber eben nur zwischen einzelnen Abschnitten zu finden. Aber sooo teuer ist das Buch ja auch nicht, daher kann man es sich auch nur wegen den lustigen Chat-Mitleidstouren kaufen ^^

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