Games-Review | Marvel’s Spider-Man

Marvel's Spider-Man
(© Insomniac Games)

Eine Stadt vom Unrecht und kriminellen Machenschaften befreien und dabei wie Spider-Man sich durch die Häuserschluchten des Big Apple schwingen? Nun gut, nicht wie Spider-Man, sondern als Spider-Man! Mit „Marvel’s Spider-Man“ hat Insomniac Games ein tolles Spielerlebnis erschaffen, das stark an die Arkham-Reihe von Batman denken lässt sowohl von den Missionsaufstellungen als auch von den Kampfmodi. Aber genau da kommt auch der Spaß her: Die Story ist ausgeklügelt, die Aufgaben klar formuliert und es gibt genügend Gegenspieler, um den mittellosen Peter Parker als Spider-Man bei Laune zu halten.

Peter ist bereits seit einigen Jahren Spider-Man und kämpft in New York für Gerechtigkeit. Den berüchtigten Fisk bringt er zu Beginn des Spiels ins Gefängnis. Doch mit dessen Wegsperren kommt plötzlich alles kriminelle Gesindel an die Oberfläche der Stadt, sodass Spider-Man ordentlich zu tun hat: Kleinkriminelle in Nebenaufgaben erledigen, in Nebenmissionen alte Bekannte wieder treffen, Rätsel lösen, Bomben entschärfen und für seinen alten Freund Harry die Oskorp-Forschungsstationen der Stadt abklappern.

Aber mit dem Weggang von Fisk tauchen nicht nur Kleinkriminelle auf, sondern auch die Dämonen, ein stark organisierter Trupp, der es auf Bürgermeister Osborne abgesehen hat und auf die oberste Machtstellung der gesamten Stadt. Wer steckt hinter den dämonischen Machenschaften, die mit dunklen Kräften ausgestattet sind und so Spider-Man auch manchmal ins Schwitzen bringen?

Peters Kapazitäten sind begrenzt: seine Tante May macht sich sorgen, MJ geht einer heißen Spur nach und Detective Yuri hadert mit der internationalen Einsatztruppe, die Bürgermeister Osborne zu seinem und dem Schutz der Stadt abgestellt hat. New York City ist nicht mehr sicher. Und zu allem Überfluss hat Peter seinen Brotjob verloren, Professor Octavius ist am Verzweifeln, da ihm Osborne seine letzte vielversprechende Forschung weggenommen hat. Wortwörtlich muss Peter Parker viele Fäden in Händen halten und versuchen die gesamte Stadt vor dem Untergang zu retten.

Die Gegner in Marvel’s Spider-Man

  • Fisk und seine Männer: Während Fisk im Gefängnis schmort, sind seine Leute noch aktiv und planen die nächsten Schritte.
  • Die Dämonen: Weit stärker als Fisks Männer sind die sogenannten Dämonen. Männer mit dämonischen Masken, die in der gesamten Stadt auftauchen, die Polizei auf Trab halten und Fisks strategische Standpunkte überfallen.
  • Kleinkriminelle: Während sich Spider-Man mit seinen Spinnennetzen durch die Stadt schwingt, erhält er über Funk immer wieder Meldungen von Einbrüchen, Überfällen oder Entführungen. Er kann die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützten und erhält dafür Marken, die er in Geräte oder Verbesserungen seines Anzugs einlösen kann.
  • Black Cat treibt sich wieder in der Stadt herum und verübt Einbrüche. Sie hinterlässt Katzenfiguren, auf die Peter Jagd macht, um herauszufinden, was Black Cats eigentliches Ziel ist.
  • Taskmaker: Ein paar Herausforderungen gefällig? Der rätselhafte Taskmaker versucht Spider-Mans Fähigkeiten zu entschlüsseln, indem er in der gesamten Stadt Herausforderungen verteilt hat, die Peter abschließen muss, um Menschenleben zu retten.
Marvel's Spider-Man
(© Insomniac Games)

Schwierigkeitsgrad von Marvel’s Spider-Man

  • Nette Nachbarschaft: Kämpfe sind nur minimal fordernd
  • Freundschaftlich: Story-Genuss ohne herausfordernde Kämpfe
  • Erstaunlich: ausgeglichenes Spielerlebnis mit gewissen Herausforderungen
  • Spektakulär: herausfordernde Kämpfe mit stärkeren und aggressiveren Gegnern

Ich habe mich für „Erstaunlich“ entschieden, um doch die eine oder andere Herausforderung bewältigen zu müssen und habe mich dafür für genau den richtigen Schwierigkeitsgrad entschieden. Ich bin immer am Ball geblieben, hatte ein paar wenige Frustrationsmomente, die aber mit etwas Konzentration und Besinnung schnell abgebaut wurden!

Steuerung

Wer glaubt es sei kompliziert sich mit Spinnennetzen durch New York City zu schwingen, der täuscht sich. Man hat schnell die Steuerung heraus, wie man sich von einem Gebäude zum anderen schwingt, wie es in den tiefen Fall hinunter geht und auch wie man gezielt bestimmte Punkte schnell erreicht.

Komplex wird die Steuerung aber im Kampfmodus, denn da gibt es diverse Moves, die Spider-Man ausführen kann. Besonders in Kombination mit seinen sich ständig weiterentwickelnden Geräte, gibt es einige Kombos, die richtig Fingerfertigkeit erfordern. Ich persönlich hab ich auf ein paar wenige Kombos spezialisiert und arbeitete dann hauptsächlich mit den Geräten, die Spider-Man nach und nach so zusammen bastelt!

Marvel's Spider-Man bei Nacht
Spider-Man: die unterschiedlichen Anzüge ausprobieren, macht viel Spaß! (© Insomniac Games)

Spidermans Ausrüstung

Mit Schusswaffen braucht man Spider-Man nicht kommen, dafür hat die Spinne den einen oder anderen Kniff der ebenso effektiv gegen Gegner ist:

  • Netzschießer: Gegner mit Netzen einwickeln und sich so mehr Zeit verschaffen.
  • Aufprallnetz: Gegner mit einem Schuss an die nächste Wand pinnen!
  • Spider-Drone: Sie sucht Gegner in der Nähe und beschießt diese mit einem Energie-Blaster
  • Elektronetz: Ein Netz, das Gegner innerhalb eines bestimmten Radius unter Strom setzt und damit bewegungsunfähig werden lässt.
  • Netzbombe: Alle Gegner innerhalb eines Radius werden eingespinnt und benötigen Zeit, um sich von den Netzen zu befreien (was uns idealerweise Zeit verschafft, sie zu erledigen!).
  • Stolpermine: Eine laser-aktivierte Netzfalle, die Gegner sofort kampfunfähig macht. Am besten bringt man sie an Kisten oder Wänden an, die auf Routen von auszuschaltenden Gegnern liegen
  • Erschütterungsschlag: Schallwellen-Impuls, der Gegner durch die Luft schleudert
  • Suspensionsmatrix: hebt Gegner in die Luft und hält sie dort kurz.

Kampfsituationen

Beherrscht man die Steuerung aka die Kombos, so beherrscht man auch den Kampf. Wirklich herausfordernde Kämpfe gibt es in Marvel’s Spider-Man eigentlich nicht.

Die Grafiken von Marvel’s Spider-Man

Als Spider-Man durch New York schwingen, ist ziemlich cool. Die Stadt wirkt beinahe real, wenn man sich mit viel Geschwindigkeit von einem Gebäude zum nächsten schwingt. Es macht unheimlich viel Spaß und fast das komplette Spiel hindurch habe ich auf die Schnellreise-Option verzichtet, um mich wie ein richtiger Superheld mit der eigenen Superhelden-Kraft fortzubewegen. (Okay, irgendwann wollte ich in der Story doch mal schneller vorankommen. ^^)

Marvel's Spider-Man: Manhattan
Marvel’s Spider-Man: Manhattan (© Insomniac Games)

In diesem Spiele-New-York gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die der echten Stadt entsprechen, und die Peter für seine Orientierung fotografiert. Sogar der Avengers-Tower ist mit dabei und ja ich musste ihn zumindest einmal aus Spaß erklimmen – denn Wände entlang rennen ist mindestens ebenso spaßig, wie durch die Stadt schwingen. Lediglich wenn man mehr ins Detail geht, dann verliert die Grafik an Schwung. Geklonte New Yorker tauchen auf und manche Sprachschnipsel in den Mini-Nebenaufgaben wurden nicht ins Deutsche übersetzt. Nichtsdestotrotz auch grafisch ein gutes Spiel, denn mal ehrlich: wer läuft als Spider-Man schon durch New York, wenn er schwingen kann oder Wände hochlaufen kann?

Mein Fazit zu Marvel’s Spider-Man

Seit gefühlten Ewigkeiten warte ich auf ein Spiel, was so ähnlich funktioniert wie die Batman-Arkham-Reihe und endlich ist es soweit! „Marvel’s Spider-Man“ funktioniert genau so, nur mit einem anderen Superhelden und das macht schon den Reiz aus. Spider-Man ist nicht ganz so düster wie Batman, was wahrscheinlich schon mal grundsätzlich an der Location liegt: New York City vs. Arkham City – mehr brauche ich dazu nicht schreiben.

Die Missionen bieten viel Abwechslung, mit der Weiterentwirklung der Hauptstory kommen auch immer neue Nebenmissionen und zusätzliche Gegner ins Spiel, die das Spielerlebnis immer weiter vorantreiben. Mehrmals dachte ich: „Okay, bald bin ich am Ende.“ und merkte dann schnell: Nope, da geht noch was! Das hat auch dafür gesorgt, dass es einfach nie langweilig wurde durch NYC zu schwingen und eine Mission nach der anderen zu erledigen. Ich bin ein sehr großer Fan davon alle Nebenquest zu erledigen und die Karte sozusagen radikal aufzuräumen.

Marvel's Spider-Man in der U-Bahn
Schnellreise: Spider-Man in der U-Bahn. (© Insomniac Games)

Die offene Welt ist schön zu erkunden auch wenn man nicht zu genau hinsehen sollte, denn dann stellt man schnell fest, dass die Detailausarbeitung grafisch einfach fehlt. Die Storyline ist richtig gut aufgebaut und die unterschiedlichen wichtigen Figuren im Spiel machen dieses lebendiger. Hin und wieder wechselt man als Spieler auch die Perspektive und taucht z.B. als investigative Journalistin in die Rolle von MJ ein. Insgesamt haben sich die Spielemacher eine Hollywood-mäßige Story ausgedacht, die in Kombination mit den erzählten Zwischensequenzen zu ganz tiefen Atemzügen einlädt und zu kleinen Schockmomenten führt! Dieses Spiel setzt auf eine actionreiche sowie spannende Story.

Es gibt kaum diese „Frustrationsmomente“, wenn man im Spiel nicht weiterkommt, denn selbst wenn man den einen oder anderen Kampf verliert, so speichert das Spiel sehr fair und man beginnt selten ganz am Anfang.

Eckdaten zu Marvel’s Spider-Man

  • Action-Adventure
  • Entwickler: Insomniac Games
  • erstmals erschienen: 2018
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https://www.youtube.com/watch?v=utVr-n0MaU0
Trailer: Marvel’s Spider-Man

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