Games-Review: Star Wars Jedi – Fallen Order

(© Respawn Entertainment)

Ein Lichtschwert schwenken und gegen die dunkle Seite der Macht kämpfen! Kann es etwas Besseres geben? Theoretisch nicht, praktisch war die Lichtschwerterfahrung in „Star Wars Jedi – Fallen Order“ nicht immer so komfortabel, wie man sich das mit einem Lichtschwert in seinen Träumen vorstellt …

Die Story von Star Wars Jedi – Fallen Order

Der junge Jedi-Padawan Cal Kestis lebt im Geheimen als Arbeiter. Er hat die Order 66 als Kind knapp überlebt. Die meisten Jedi sind dabei gestorben und der Rest der Gemeinschaft der Jedi hat sich in alle Winde verstreut. Doch seine geheime Identität fliegt auf, als die Zweite Schwester den Auftrag erhält, die restlichen Jedi zu beseitigen.

Cal flieht und landet auf der Mantis, einem Revolutionsschiff, angeführt von Cere Junda. Gemeinsam mit ihr und dem schrulligen Captain der Mantis Greez Dritus versuchen sie den Orden der Jedi wiederzubeleben. Doch dazu muss Cal seine Ausbildung zum Jedi beenden und das ohne einen Lehrmeister. Im Verlauf von „Jedi: Fallen Order“ entdeckt Cal immer mehr seiner in ihm schlummernden Fähigkeiten, die ihm die Macht verleiht. Es gibt Rückblenden in seine Kindheit als Padawan und seine damalige Ausbildung. Eine schier unmögliche Aufgabe liegt vor den dreien, doch sie erhalten Unterstützung vom drolligen Droiden BD-1, der Cal auf seinem Weg zum echten Jedi-Meister begleitet.

„Star Wars Jedi: Fallen Order“ hat eine nette, wenn auch nicht originelle Story. Die Charaktere sind in Ordnung, Cal bleibt etwas blass – er ist eben ein Padawan unter vielen und hatte das Glück überlebt zu haben. BD-1 und ein paar andere Figuren verleihen da dem Spiel doch weit mehr Fülle.

Die Mannschaft der Mantis: Cere und Greez (© Respawn Entertainment)

Die Gegner in Star Wars Jedi – Fallen Order

  • Die zweite Schwester: eine unerbittliche Inquisitorin, die hinter Cal her ist, um an den Datenpod zu gelangen, der die Namen von Kindern erhält, welche die Macht in sich tragen. Man begegnet ihr im Verlauf des Spiels immer wieder, bis es am Ende zum alles entscheidenden Kampf kommt.
  • Die neunte Schwester: schließt sich der zweiten Schwester auf der Jagd nach Cal an. Sie ist ein Zwischenboss, der nicht einfach zu besiegen ist.
  • Scouttruppler: im Einzelkampf gut zu besiegen, in Gruppen durchaus aber ein gefährlicher Gegner. Benutzen Blaster oder elektrische Schlagstöcke.
  • Scouttruppler-Kommandeur: sehr geschickte Nahkämpfer mit Schlagstöcken. Führen meist eine Gruppe von Scouttrupplern an.
  • Strumtruppler: sind auf jedem Planeten zu finden. Mit dem Lichtschwert kann man ihre Blaster-Schüsse gut auf sie zurückschießen.
  • Strumtruppler-Kommandeur: führen sich in der nähe befindende Sturmtruppler an und können dadurch Gruppenmanöver steuern.
  • AT-ST (All Terrain Scout Transport): dieser leichte, zweibeinige Transporter für 2 Personen dient als Unterstützung für Bodentruppen. Der AT-ST schießt mit Blasterkanonen, Raketen und wirft auch Erschütterungsgranaten ab. Ein bisschen Planung und ein AT-ST ist keine Herausforderung!
  • Sicherheitsdoride: Die imperialen Sicherheitsdoriden sind stark und kämpfen im Nahkampf. BD-1 kann diese veralteten Systeme im Verlauf des Spiels hacken und sie auf unsere Seite ziehen. Bis dahin sollte man sich aber gut vor Ihnen in Acht nehmen und lieber einmal mehr ausweichen.
  • Flammentruppler: Spezialeinheit mit Flammenwerfern, denen man möglichst ganz schnell ausweicht, da sie sehr viel Schaden anrichten!
  • Schwerer Angriffstruppler: sind eher langsam unterwegs und haben lange Ladezeiten. Wenn sie allerdings einmal schießen, haben sie eine hohe Durchschusskraft. Zusätzlich werden sie von einem Energiestrahl geschützt. Weshalb man gut abpassen muss, wann man sie angreift.
  • Suchdroide: Einmal im Visier der Suchdroiden, bleibt nur mit dem Lichtschwert die Schüsse zurückwerfen und möglichst schnell fliehen, denn die Suchdroiden kommen immer näher und explodieren im Zweifel direkt vor dir.
  • Raketentruppler: Können aus sehr großer Entfernung Raketen abfeuern, die ordentlich Wumms haben. Am besten in Deckung gehen, anschleichen und mit dem Lichtschwert eliminieren.
  • Elektrostab-Auslöschungstruppler: weit bedrohlichere Einheiten als die normalen Truppler. Mit ihren Elektrostäben führen sie schnelle, hart Hiebe aus. Im richtigen Moment sind sie aber verwundbar und schnell zu erledigen.
  • Energiestab-Auslöschungstruppler: anspruchsvollerer Gegner, deren Schwachstelle man im Kampf genau beobachten muss, um erfolgreich zu treffen.
  • Auslöschungstruppler-Kommandeur: sehr gefährlich aus der Distanz, wirft mit Schockgranaten und verwendet einen Blaster. Achtung!
  • Elektrohammer-Auslöschungstruppler: können eine schweren Angriff mit ihrem Hammer fahren, allerdings sind sie relativ langam und daher gut zu treffen.
Der treue Begleiter und Droide: BD-1 (© Respawn Entertainment)

Schwierigkeitsgrad:

  • Story-Modus
  • Jedi-Ritter
  • Jedi-Meister
  • Jedi-Großmeister

Der Schwierigkeitsgrad kann während des gesamten Spiels angepasst werden. Vom „Jedi-Ritter“ bin ich allerdings nicht mehr abgewichen. Bei besonders schweren Endgegnern habe ich zusätzlich die Zielerfassung angeschaltet, die ich ansonsten im Spiel aus hatte.

In meiner puren Naivität habe ich ganz am Anfang auf Jedi-Meister gestellt. Schließlich weiß ich wie man ein PS4-Game spielt, ich kenne mich mit der Welt von Star Wars aus und überhaupt. Was soll daran schon so schwer sein? Nun ja. Fallen Order hat es einfach in sich. Die Kämpfe sind hart, die Gegner zahlreich und das Spiel startet nicht unbedingt am vorteilhaftesten Ort wieder, wenn man stirbt. Daher: keine falsche Bescheidenheit, nehmt den Schwierigkeitsgrad „Jedi-Ritter“ und ihr werdet überleben! (mit ein paar weiteren Tricks…)

Steuerung von Star Wars Jedi – Fallen Order

Die Steuerung ist ziemlich intuitiv. Am Anfang kann Cal sich nur eingeschränkt „bewegen“, er hat es verlernt mit der Macht umzugehen und lernt erst schrittweise seine in ihm schlummernden Fähigkeiten kennen. Gemeinsam mit ihm entdeckt man als Spieler*in also nach und nach seine Fähigkeiten und die entsprechenden Tastenkombinationen. Diese Tastenkombinationen kann man sich auch individuell zusammenstellen, was ich tatsächlich bei einigen Moves gemacht habe, um mir im Kampf bestimmte Attacken zu erleichtern.

Dazu gibt es den sogenannten Fähigkeitenbaum, mit dem man nach und nach bestimmte Fähigkeiten freischalten kann. Hier sollte man taktisch gut überlegen. Denn die eine oder andere Fähigkeit benötigt man nämlich zwingend, um bestimmte Kämpfe schaffen zu können und so einen Spielfortschritt zu erzielen. Ansonsten kommt man nicht im Spiel weiter und erleidet einen dezenten „WARUM GEHT DAS NICHT“-Zusammenbruch.

Ein echter Nachteil sind allerdings die langen Laufwege, die man auf den einzelnen Planeten durchführen muss. Hier gibt es keine Schnellreise, die einem zumindest den einen oder anderen Weg innerhalb eines Planetens erleichtert. Hinzukommt, dass die unterschiedlichen Ebenen auf den Holo-Karten manchmal doch recht verwirrend sein können und man ein ums andere Mal an einem toten Ende steht, weil der Weg dort nur runter, aber nicht wieder hoch führt oder man die Ebenen verwechselt hat.

Die Ausrüstung: Waffen

Werkbank zum Bearbeiten des Lichtschwerts (© Respawn Entertainment)

Neben der Macht, die in Cal schlummert, und mit der er Gegenstände/Personen bewegen wegschleudern oder sich schneller bewegen kann, besitzt er auch ein Lichtschwert, auf dessen Fokus das gesamt Spiel ausgerichtet ist.

Mir war vor „Star Wars Jedi – Fallen Order“ nicht bewusst, wie sehr ich es virtuell liebe mit Schusswaffen zu schießen. Mehr als einmal habe ich mir daher einen ordentlichen Blaster, eine Sniperrifle oder einfach nur eine alte Schrotflinte herbeigewünscht. Aber das bleibt einem in Fallen Order versagt. Stattdessen sammelt man Relikte und Materialien, um sein Lichtschwert zu pimpen. Und ja, das ist schon ziemlich cool, wenn man die Farben und Materialien nach dem eigenen Geschmack anpassen kann.

Unterstützt wird man im Kampf auch von BD-1, der durch bestimmte Quests immer mehr Fähigkeiten erlangt, beispielsweise feindliche Droiden hacken. Die Begleiter-KI von BD-1 macht das ganze Jedi-Abenteuer richtig unterhaltsam. Drollig ist der kleine Droide, in dem viele Geheimnisse stecken und den man im Verlauf des Spiels auch mit weiteren Fähigkeiten ausstatten kann.

BD-1 sammelt darüber Daten der fremdartigen Umgebungen auf jedem Planeten. Diese Datensammlung kann man über das Menü einsehen. Ich finde hier haben sich die Spieleentwickler genau die richtige Mischung überlegt. Es sind nicht ellenlange Texte, die man sowieso nicht liest, weil man das Spiel weiterspielen will, man fühlt sich aber auch nicht gezwungen jeden einzelnen Datenpunkt ausfindig machen zu müssen.

Der Kampf

In „Star Wars Jedi: Fallen Order“ gibt es eine ganze Reihe bekannter Feinde – die ich oben schon aufgelistet habe – aber auch der eine oder andere unbekannte Gegner taucht auf. An sich sind die Feind-KIs ganz in Ordnung. Jede Feindgruppe hat spezifische Eigenschaften, die man früher oder später entdeckt hat und für sich nutzen kann. Aber selbst wenn man die „normalen“ Feinde durchschaut hat, gibt es immer noch die Zwischengegner, die es in sich haben.

Denn: Nahkampf ahoi! Wer absolut nichts mit Nahkämpfen anfangen kann, der hat bei „Star Wars Jedi: Fallen Order“ etwas Pech, denn mit dem Lichtschwert bleibt einem nicht wirklich etwas übrig außer Nahkampf. Mit der Macht kann man den einen oder anderen Gegner zwar auf Abstand bringen, aber besiegen funktioniert effektiv nur im Nahkampf mit dem Lichtschwert.

Mich persönlich hat das auf Dauer etwas gestresst, denn wie oben erwähnt, gehöre ich doch der Fraktion „Gute alte Schusswaffe“ an. (Was die Coolness ein Lichtschwert zu schwenken, nicht mindern soll.) Und dabei hat es auch nicht sonderlich geholfen, dass man die Blasterschüsse mit dem Lichtschwert zurückschießen kann.

Etwas Leid war ich auf Dauer das Respawnen der Gegner, denn jedes Mal wenn man speichert oder in eine Gegend zurückkehrt, die man zuvor gerade von allen Feinden befreit hat, befinden sich dort wieder 1:1 die gleichen Gegner. Das war irgendwann doch etwas mühsam und hat dem Spiel eine unnötige Länge verliehen.

Anstrengend wurden dann aber vor allem die Kämpfe mit den Zwischengegnern, allen voran den Schwestern. Hier habe ich zur Unterstützung immer die Zielerfassung angeschaltet und wenn ich arg verzweifelt war, zum Teil auch in der Lösung nachgelesen. Das waren die Eckpunkte, an denen ich mir schlagkräftigere Waffen herbeigesehnt habe. Nichtsdestrotrotz: ich habe durchgehalten, auch wenn ich manchmal etliche Runden für einen Sieg benötigt habe. (Wenn ich etlich schreibe, meine ich wirklich wirklich viele Runden.) Und wer die Kombination aus Lichtschwert und Machtangriffen beherrscht, der wird auch mit den den schwierigeren Gegnern fertig.

Die Grafiken von Star Wars Jedi – Fallen Order

Grafisch ist das Spiel durchaus sehr gelungen. Es gibt viel zu entdecken, die verschiedenen Planeten, die wir auf unserem Abenteuer bereisen, bieten unterschiedliche Flora und Fauna und lassen einen wunderbar in die Welt der Jedi-Geheimnisse eintauchen.

Zu jedem Planeten gibt es eine eigene Datenbank, in der man die planetenspezifischen Eigenschaften sammeln kann, die man im Verlauf des Spiels entdeckt: Bogano, Zeffo, Kashyyyk, Dathomir, Ilum sind die Planeten, zu denen unsere Reise führt.

Die Bildqualität ist in Ordnung, hin und wieder hat das Spiel geruckelt, was aber nicht so sehr in die Waagschale fällt, da die Orte faszinierend sind und man genug damit zu tun hat, die Rätsel zu lösen, Feinde zu besiegen und Ruhe zu bewahren, wenn es um wiederholte Kampfmanöver geht.

Cal und BD-1 (© Respawn Entertainment)

Mein Fazit zu Star Wars Jedi – Fallen Order

Die Geschichte um Cal Kestis und seinen Droiden BD-1 ist ein echtes Abenteuer, das wirklich gut unterhält. Es gibt eine große Anzahl an Gegnern, die sich zwar irgendwann wiederholt, aber man sammelt im Verlauf des Spiels viele Informationen zu diesen und manchmal merkt man gar nicht, dass man hier jetzt einen Stormtrooper vor sich hatte, der einem vorher noch nicht begegnet ist, einfach weil seine Fähigkeiten sich nur im Detail abheben.

Die Gegner, die man einmal besiegt hat, tauchen leider immer und immer wieder auf, was ich schon etwas nervig fand. Wenn man speichert, dann muss man alle Feinde, die man bereits aus dem Weg geräumt hat, erneut aus dem Weg räumen. Das wird auf Dauer einfach langweilig, denn darin sieht man irgendwann weder Sinn noch Herausforderung. Genau wie der ständige Nahkampf mit dem Lichtschwert – ich kann’s nicht oft genug erwähnen – ich hätte so gerne eine kleine feine Schusswaffe gehabt. Mehr als einmal wollte ich deshalb das Spiel hinwerfen, die Story fand ich dann aber doch ganz spannend, auch mit Cal, der ein wenig spannender Charakter bleibt. Das Erkunden der Planeten gemeinsam mit BD-1 macht aber dennoch viel Spaß und ein bisschen ist dann natürlich auch der Spieler-Ehrgeiz gepackt ein wahrer Jedi-Ritter zu werden. (-;

Für eingefleischte Star-Wars-Fans ist „Star Wars Jedi: Fallen Order“ ein absolutes Muss, das steht außer Frage. Was ich mich allerdings durchaus frage ist, wer denn einen höheren Schwierigkeitsgrad verwendet und damit bis zum Ende gelangt; und das ohne Nervenzusammenbruch (?!). (Ja, ein bisschen kratzt es an meiner Gamer-Ehre, dass ich „Jedi-Meister“ nicht geschafft habe.)

  • Action-Adventure
  • Entwickler: Respawn Entertainment
  • erschienen: 2019
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https://www.youtube.com/watch?v=8Jss8557FbE

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