Games-Review | The Last of Us: Remastered

The Last of Us“ ist eines meiner absoluten Lieblingsgames. Zum ersten Mal habe ich es bereits auf der PS 3 gespielt, damals aber nicht bis zum Ende geschafft – nun mit der Remaster-Version und dem Gedanken, dass in absehbarer Zeit Teil 2 von “The Last of Us” erscheinen wird, habe ich mich erneut an das Survival-Horror-Game gewagt.

The Last of Us: Remastered” brilliert durch eine ausgeklügelte Story und zieht den Spieler dabei direkt von Anfang an in ihren Bann.
Hauptfigur ist Joel, der mit seiner Tochter Sarah zusammenlebt, als plötzlich die ersten Krankheitsfälle auftreten: wahnsinnig werdende Menschen, die über andere herfallen, sie töten oder mit einem Pilz infizieren, der einem zum blutrünstigen Monster werden lässt. Die beiden fliehen mit Joels Bruder Tommy aus der Stadt, doch, die Straßen sind gesperrt, die Menschen im Chaos und die Regierung versucht die Infizierten unter allen Umständen zu kontrollieren. Dabei kommt es auch zu Kollateralschäden. Eines dieser Opfer ist Sarah, die bei der Flucht stirbt.

Der Beginn des Spiels

20 Jahre später beginnt nun für den Spieler das Abenteuer von “The Last of us: Remastered”. Joel, inzwischen in seinen 40ern,  lebt in Boston, die Zivilisten werden vom Militär streng kontrolliert, müssen Arbeitsdienst leisten und benötigen Passierscheine, um von einer Zone in die andere zu gelangen. Gemeinsam mit Tess schmuggelt er Ware und versucht sich ansonsten aber bedeckt zu halten. Ganz im Gegensatz zu den revolutionär gesinnten Fireflys, die vor Anschlägen nicht zurückschrecken und sich nicht der Waffengewalt des Militärs unterordnen wollen. Außerhalb der Zonen wimmelt es von Infizierten in unterschiedlichsten Stadien sowie Sporen, durch die man sich ebenfalls durch bloßes Einatmen mit dem gefährlichen Pilz infizieren kann.

Und dann trifft Joel auf die 14-jährige Ellie, die letzte Hoffnung der Menschheit, denn Ellie ist infiziert, doch im Gegensatz zu anderen hat sie sich nicht innerhalb weniger Stunden in einen mord-lüsternen Zombie verwandelt, sondern sie ist weiterhin sie selbst geblieben. Sie scheint immun gegen den Pilz zu sein und bietet damit der Menschheit die Chance auf ein neues Leben. Doch Ellies Immunität ist gefährlich, denn zu viele würden ihrer Geschichte keinen Glauben schenken und sie sofort umbringen. Joel und Tess machen einen Deal mit den Fireflys: Sie sollen Ellie aus der Stadt schmuggeln und dafür eine ordentliche Belohnung einstreichen. 

Doch es kommt alles anders und ein Abenteuer quer durch Amerika in einer postapokalyptisch-zerstörten Welt beginnt für Joel und Ellie.

Die Gegner in The Last of Us: Remastered

Die Infizierten

Stufe 1: Die Runner sind ganz frisch infizierte Menschen, nach der gerade mal 2-tägigen Inkubationszeit. Sie verwandeln sich in aggressive Zombies und greifen jeden an, der sich in ihre Nähe wagt. Sie sind schnell und meistens in Gruppen unterwegs.

Stufe 2: Stalker dagegen sind Einzelgänger, bei denen die Infektion schon so weit vorangeschritten ist, dass sie Pilz-Auswucherungen an Kopf und Körper haben. Durch die Infektion am Gehirn sind diese Feinde auch stärker als die Runner.

Stufe 3: Clicker haben ihren Sehsinn verloren, da die Wucherungen durch den Pilz ihren gesamten Kopf eingenommen haben. Sie orientieren sich durch Echoortung (wie bei Fledermäusen), indem sie ein lautes Klicken von sich geben. Durch ihre Echoortung sind wir als Spieler auch durch Schleichen nicht vor ihnen sicher. Erst nach langen Jahren der Infektion erreichen Infizierte diese Stufe des Pilzbefalls.

Stufe 4: Bloater sind unheimlich starke Gegner, die seit dem Ausbruch infiziert sind. Es gibt nur wenige von Ihnen. Der gesamte Körper ist mit Pilzen überwuchert, die zu dicken Pilzplatten geworden sind und sie vor Angriffen schützen. Sie sind unheimlich stark und schießen mit Sporen-Geschossen, die die Sicht beeinträchtigen. Wenn man von einem Bloater erwischt wird, reißt er seinem Opfer den Kiefer auf. (Für euch getestet, tatsächlich keine schöne Erfahrung!)

Die Menschen

Das Militär hat die Kontrolle über die gesicherten Zonen, in denen es keine Infizierten gibt. Sie haben strenge Regeln, an die sich alle Überlebenden innerhalb der Zonen halten müssen. Wer verstößt, muss mit erheblichen Strafen rechnen.

Die Hunter sind Gruppen von nicht infizierten Menschen, die sich zusammengeschlossen haben und sich auf die Jagd nach anderen Überlebenden zu machen. Manche von ihnen sind sogar zum Kanibalismus übergegangen. Die meisten Hunter kennen eine zivilisierte Gesellschaft nicht mehr und sind deshalb sehr brutal in ihrem Vorgehen, andere zu jagen.

Überlebenskampf durch Amerika: The Last of Us

Schwierigkeitsgrad: 

  • Einfach
  • Normal 
  • Schwierig
  • Überlebender
  • Erbarmungslos

Ich spiele bei den meisten Spielen immer mit dem Schwierigkeitsgrad “Normal”. Bei “The Last of Us” finde ich den zum Teil auch nicht ohne, was auch der Grund war, das sich bei der PS3-Version das Ende nicht gemeistert habe (oder es lag damals einfach an meiner mangelnden Konsolen-Erfahrung ^^).

Steuerung

Die Steuerung ist recht intuitiv und man benötigt nicht allzu viel Zeit, um sich hineinzufinden.

Die Ausrüstung: Waffen

  • Langwaffen: Jagdgewehr, Sturmgewehr, Schrotflinte
  • Handfeuerwaffen: 9mm Pistole, Revolver, El Diablo, Shorty
  • Explosionswaffen: Nagelbombe, Rauchbombe, Moltow-Cocktail
  • Jagdbogen 
  • Flammenwerfer

Munition gibt es bei “The Last of Us: Remastered” leider nicht wie Sand am Meer. Während ich mich bei anderen Games gerne auf die eine oder andere Waffe konzentrieren, galt bei diesem Survival-Game nur eines: Hauptsache Munition, egal in welcher Waffe!

  • Ziegelstein und leere Flaschen

Durchaus auch als Waffen zu gebrauchen. Ich als Spielerin habe aber die leeren Flaschen sowie Zeigelsteine hauptsächlich dafür genutzt, um Gegner abzulenken, an ihnen vorbei zu rennen oder sie aus dem Hinterhalt zu attackieren.

  • Nahkampfwaffen: Messer, Brett, Baseballschläger, Rohr, Machete, Axt, Springmesser

Mit der richtigen Ausrüstung kann man die Nahkampfwaffen noch modifizieren. Bevor aber alles versagt und die Gegner zu nah kommen: durchaus eine brauchbare Waffe – zumindest, wenn es nicht zu viele Gegner sind.

Eine breite Auswahl an unterschiedlichen Waffen ist hier also durchaus gegeben und sofern man ein bisschen Munition im Gepäck hatte, war es auch gut möglich einmal taktisch gekonnt die eine oder andere Waffe einzusetzen!

Kampfsituationen sind unheimlich spannend

Die Momente, wenn man ganz allein ist und weiß: man ist von Feinden umzingelt und muss nun ganz geschickt, taktisch, leise vorgehen, um aus der Situation zu entkommen, das sind die wirklich spannenden Momente, denn es ist nie klar, ob man diesen Kampf tatsächlich auch gewinnen kann. Die Munition wird knapp, die Feinde immer mehr und das letzte Medipack ist aufgebraucht. Dann heißt es: einen kühlen Kopf bewahren, um nicht von vorne anfangen zu müssen!

Kleine Frustrationsmomente waren bei “The Last of Us” durchaus auch dabei, wenn man eine Szene immer und immer und immer wieder wiederholt hat, weil die Feinde einen wortwörtlich zerreißen oder beißen. Aber dann heißt es dran bleiben und Durchhaltevermögen zeigen!

Die Ausrüstung: Heilmittel & Co.

Auf seine Gesundheit sollte man in “The Last Of Us: Remastered” immer großen Wert legen und die geht nämlich relativ schnell zur Neige. Mit einem Medipack kann man diese wieder aufladen, allerdings nicht so schnell wie in anderen Spielen. Bei “The Last of Us” benötigt man im besten Fall einen ruhigen Ort, um den Gesundheitsbalken wieder zu steigern. Im Zweifel gilt aber: Feinde in der Nähe, dann lieber noch noch einmal schießen, einen Molotow-Cocktail werfen oder wegrennen, bevor man sich heilt. 

Außerdem kann man seine gesamte Konstitution verbessern, indem man Medikamente sammelt.

Die Grafiken von The Last of Us

Die Grafiken sind richtig toll und ergänzen die Dramaturgie der gesamten Story auf unheimlich gute Art und Weise. Es gibt so viel zu sehen, während man durch die heruntergekommenen Städte, Vororte und Wälder schlendert. Ein Blick in jede Richtung lohnt sich, weil meist dort noch ein paar Vorräte versteckt sind, die man früher oder später gut gebrauchen kann. Gleichzeitig wächst mit jedem Schritt der beiden Protagonisten auch das eigene Bild dieser völlig verwüsteten Welt. 

Unsere Konsumgesellschaft gehört der Vergangenheit an. In den letzten 20 Jahren sind Einkaufszentren heruntergekommen, wurden ausgeräubert und der einstige funkelnde Glanz von lauten, bunten, glitzernden Straßen und Gebäuden ist vorbei. Überall finden sich Hilfsmittel für die bevorstehenen Konfrontationen mit Gegnern.

Und außerdem … Multiplayer

The Last of Us“ bietet auch eine Multiplayer-Option, bei der man sich in Fraktionen zusammenschließen kann. Dies habe ich nicht getestet, klingt aber durchaus spannend und Reviews die ich dazu gelesen habe, waren auch überzeugend.

Left Behind – das Schmankerl an The Last of Us: Remastered

Das Story-DLC „Left Behind“ wurde mit der Remastered-Version eingeführt und ist eine tolle Erweiterung für Gamer, die eine gute Story zu schätzen wissen. Zum einen wird in diesem DLC von Ellies Vergangenheit berichtet, wo sie gelebt hat, wer ihre beste Freundin war und wie sie verletzt worden ist, um dann ihr großes Abenteuer mit Joel zu beginnen.
Darüber hinaus wird aber auch jener Abschnitt erläutert, der uns Spielerinnen und Spielern bisher verborgen geblieben ist: nämlich die Zeit, als Joel verwundet war und Ellie sich im tiefsten Winter alleine durchschlagen musste!

Ein Must-Play sozusagen für alle „The Last of Us“-Fans und die ideale Vorbereitung auf den zweiten Teil, der hoffentlich im kommenden Jahr erscheinen wird.

Mein Fazit zu The Last of Us: Remastered

Das Gameplay von “The Last of Us: Remastered” ist ein rundum grandioses Spiele-Erlebnis. Bilder, Story, Charaktere, Steuerung. Es passt einfach alles zusammen, was auch die manchmal frustrierenden Momenten vergessen lässt, wenn man weder den Kampf gewinnt, noch das Schleichen gut klappt. 

Naughty Dog hat eine postapokalyptische Welt entworfen, die richtig spannend ist, zu entdecken. Dabei hat man als Spieler schnell raus, in welche Ecken man lieber zweimal schauen sollte, um hilfreiche Gegenstände zu finden und welche Gegner man mit welchen Mitteln am besten besiegt. Die Welt ist allerdings nicht so offen, dass man sich darin verliert, sondern man findet immer seinen Weg – und das ohne Kompass oder Kartenmodus!

Die beiden Hauptcharaktere Joel und Ellie haben an diesem Spielerlebnis einen großen Anteil. Sie sind jeder für sich gesehen schon tolle Figuren, mit einer berührenden Vergangenheit und dem Willen zu überleben. Keiner von beiden leidet an den moralischen Ängsten, dass sie für ihr eigenes Überleben auch kämpfen und töten müssen. Sie tun es einfach. Und mit jedem Tag, der voranschreitet merkt man, wie die beiden zusammenwachsen, ein echtes Team werden, sich verstehen und einander kennenlernen.
In einer Welt, die nur aus Gefahren besteht – von Menschen und Monstern – ein wertvolles Gut.

  • Survival-Horror
  • Entwickler: Naughty Dog
  • erstmals erschienen: 2013
  • Remastered-Version: 2014
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https://www.youtube.com/watch?v=AaOWRvmtEFQ
Trailer von „The Last of us: Remastered“

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