Games-Review | Uncharted 4 : A Thief’s End

Im vierten Teil der Uncharted Reihe haben wir es wieder mit Nathan Drake als Hauptfigur zu tun, der dieses Mal seinen tot geglaubten Bruder Sam aus der Klemme helfen muss. Ehe sich Nate versieht, führt er nicht mehr das „normale“ Leben mit seiner Frau Elena. Er befindet sich auf der Suche nach dem Schatz des berüchtigten Piraten Henry Avery.

In „Uncharted 4: A Thief’s End“ geht es aber nicht nur um eine Schatzsuche, sondern auch um die Familiengeschichte von Nathan und seinem älteren Bruder Sam. Nach dem Tod ihrer Mutter müssen sich die beiden allein durchschlagen. Dabei entdecken sie, dass diese als Historikerin einem legendären geschichtlichen Fund auf der Spur war. Können Sie das Erbe ihrer Mutter nach all den Jahren endlich lüften und den Schatz ausfindig machen?

Damit wird die Geschichte von „Uncharted 4“ zu Nates persönlichstem Abenteuer, da es eng mit seiner eigenen Vergangenheit verknüpft ist. Vor seiner Frau Elena hält er die Schatzsuche geheim, denn die weiß nichts von seinem Bruder. Sein alter Freund Victor „Sully“ Sullivan wird mit ins Boot geholt und die Gegenspieler sind ihnen auch schon auf der Spur. Ein alter Bekannter, Rafe Adler, der schon vor 15 Jahren – als Sam angeschossen und für tot erklärt wurde – Teil der Suche nach dem legendären Schatz war.

Auf der Suche nach der geheimen und längst vergessenen Piratenfestung (© Naughty Dog)

Die Story von Uncharted 4

Man konnte es nicht anders erwarten, aber auch der vierte – und womöglich letzte – Teil der Uncharted-Reihe brilliert mit einer hochwertigen Story. Den Spieler erwartet ein Abenteuer mit vielen Filmsequenzen und Dialogen, sodass auch im Spielermodus keine Langeweile aufkommt. Vielmehr muss man sich manchmal auch einfach geduldig zeigen ob der Länge der Filmsequenzen. Die lohnen sich aber allemal.

Denn die Story ist für mich das wohl wichtiges Element des gesamten Spiels. Die meisten Charakter sind ausgearbeitet und tragen ihren Teil zur Story bei, die sich – ca. in der Mitte – noch einmal zu meiner positiven Überraschung wandelt. (Denn wer will schon eine Standard-Schatzsuche erleben!)
Lediglich die Gegner bleiben eindimensional in ihrer Gier nach Reichtum und ihrer Eifersucht auf die Drake-Brüder.

Eine abenteuerliche Schatzsuche: Uncharted 4

Schwierigkeitsgrad:

  • Forscher
  • Leicht
  • Mittel
  • Schwierig
  • Extrem schwierig

Wie immer habe ich mich für die Mittelstufe im Schwierigkeitsgrad entschieden und bin damit ganz gut gefahren. Denn die Zusätze wie „Automatisches Zielen“, „Kamerahilfe“ und „Fahrzeug Kamerahilfe“ habe ich zu meiner Ehre allesamt ausgeschaltet gelassen. Und genau diese Kombination hat den richtigen Grad erzeugt zwischen: gut meisterbar und führt einen nur manchmal an den Rande des „WIESO GEHT DAS NICHT?“-Wahnsinns. (-:

Steuerung von Uncharted 4

Zur Steuerung gibt es grundsätzlich nicht viel zu sagen. Sie ist schnell erlernt und hat an sich aber nur einen eingeschränkten Wirkungsbereich. Zum Beispiel fand ich es äußerst störend, wenn Nathan „in Deckung“ vor den gegnerischen Schusssalven geht. Dann kommt er nicht ohne Weiteres aus diesem Modus wieder raus. Und sobald aus dem Hinterhalt ein Gegner auftaucht, kann er nicht einfach wegrennen, sondern man muss „aus der Deckung“ heraus und dann wegrennen oder kämpfen.

Insgesamt fand ich gegenüber anderen Spielen, die ich in letzter Zeit gespielt habe (Days Gone, The Last of Us: Remastered), die Steuerungsmöglichkeiten etwas einschränkend. Für das Spiel bringt das keinen Nachteil, mir persönlich aber doch aufgefallen ist. Manche Moves sind einfach nicht möglich.
Richtig gut umgesetzt fand ich aber z. B. die Gleichgewichtssteuerung, also das Laufen über Baumstämmen oder das Hangeln an Kanten entlang. Es hat sich nicht so „mechanisch geführt“ angefühlt, sich mit Wurfhaken über Abgründe zu schwingen.

Die Ausrüstung: Waffen

Wer sich gerne seine persönlichen Waffen zusammensucht und diese während des gesamten Spiels behält, der ist mit „Uncharted 4“ falsch bedient. Denn das Spiel setzt auf Story, Rätsel lösen und dabei Gegner ausschalten. Die Waffen, die man erhält, sind die, welche die Gegner fallen lassen. Und da nimmt man im heißen Feuergefecht im Zweifel das, was rumliegt.

Das finde ich persönlich immer etwas schwierig, denn am liebsten horte ich die 1-2 Waffen, die mir wirklich gut gefallen. Ich schieße z. B. gerne aus der Ferne statt mit einer Shotgun aus der Nähe und zocke mich so durch das gesamte Spiel.

Der Kampf

Da ich automatisches Zielen (siehe Punkt „Steuerung“) ausgestellt habe, fand ich die Kampfszenen mit den bewaffneten Gegnern zum Teil recht anspruchsvoll. Besonders dann, wenn diese in großer Zahl auftauchen und auch aus dem Hinterhalt angreifen. Denn „Uncharted 4“ bietet keine Gegnersuche oder spezielle Fähigkeiten, um Gegner zu finden. Schwupps, da war man mal Nathan Drake und liegt erschlagen oder erschossen auf dem Boden. Die Kampfsituationen erfordern ein bisschen Geschick, ein bisschen Vorsicht, aber nicht zu viel, denn langes Warten kann ebenso zum Ende führen wie übereiltes Handeln. Ein „sich einfach ins Gewimmel stürzen und schießen“ führt nur zum eigenen Tod, denn nur im Deckungsmodus kann Nathan seine Gesundheit wieder aufladen.

Wirklich nervig waren die pseudomäßigen Nahkämpfe. Wenn man Glück hatte, konnte man man manche Gegner aus dem Hinterhalt oder im Nahkampf besiegen. Bei schwerer bewaffneten Gegnern war das keine Option, da musste man immer möglichst Abstand zwischen sich und der Waffe (z.B. eine Shotgun) bringen. Hat man aber die paar „Gegnertypen“ einmal entschlüsselt, ist es nicht schwierig, sie auch zu überwinden. Meist macht dann in einer Kampfsituation nur die Masse an Gegnern den Unterschied und, dass die Gegner-KI gar nicht dumm ist und man sich – einmal entdeckt – nur schwer wieder verstecken kann.

Die „echten“ Nahkämpfe dagegen waren immer storybasiert und man konnte sich noch so gut anstellen, es hat nichts gebracht – solche Momente finde ich frustrierend, wenn man glaubt etwas bewirken zu können und dann erkennt: für die Story muss es so laufen und nicht anders.

Die Suche nach dem Schatz

Die Hauptstory trägt das Spiel und das sogar ziemlich gut – denkt man Zwischendrin womöglich „Ach, das war’s schon„, dann kommt die Geschichte von „Uncharted 4“ erst so richtig ins Rollen. Und sie macht süchtig, denn gemeinsam mit Nathan Drake möchte man plötzlich auch hinter das Geheimnis von Averys Piratenschatz kommen und die geheime, lägendäre Piratensiedlung Libertalia entdecken.

Verlassene, längst vergessene Piraten-Stätten, skrupellose Gegner, die erst schießen und dann fragen und eine berührende Familiengeschichte – das ist „Uncharted 4: A Thief’s End„. Wer gerne auf Schatzsuche geht, der darf sich gerne das Abenteuerspiel mit Nathan Drake holen, aber eines sei doch gesagt: Zusätzliche Schätze kann man überall entdecken, aber leider sind diese eher selten und irgendwie auch überflüssig. Ich bin eigentlich eine passionierte Sammlerin, wenn es um Games geht und versuche sämtliche Aufgaben zu lösen. Bei den Nebenschätzen in „Uncharted 4“ habe ich allerdings schnell die Sammellust verloren. Meist läuft man eben umsonst in dunkle Gänge oder an Felsabgründen entlang, um denselben Weg wieder zurückzulaufen.

Wirklich gelungen dagegen sind die Tagebucheinträge und Briefe, die Nathan und Sam auf ihrer Schatzsuche entdecken. Denn mit diesen historischen Dokumenten wird nach und nach die Wahrheit über die Piratengeschichte aufgedeckt.

Sully, Sam und Nathan (© Naughty Dog)

Was manchmal vielleicht ein kleiner Nachteil ist: weder Karte noch Kompass stehen einem als abenteuerlustiger Gamer zur Verfügung. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich dafür doch nur selten verlaufen habe und den richtigen Weg irgendwie intuitiv entdeckt habe (oder doch heimlich durch die Spielemacher gelenkt wurde?).

Auch Nebenmissionen, wie bspw. bei Tomb Raider, sucht man bei Uncharted 4 vergebens, was einfach wieder den Fokus für die Storyline verdeutlicht. Die Rätsel, die es zu entschlüsseln gibt, sind allerdings viel zu leicht, wer also Spaß am Rätselraten hat, der sollte sich nicht zu viel erhoffen. Allerdings gibt es ein paar tolle Rätselmechaniken, die über diese Leichtigkeit hinwegtrösten und den Spieler trotzdem etwas staunen lassen.

Die Grafiken von Uncharted 4

Nathan und seine Frau Elena (© Naughty Dog)

Was soll ich sagen? Versunkene Schiffe, längst vergessene Piraten-Stätten auf tropischen Inseln, Dschungel, dunkel Höhle und hohe Berge mit außergewöhnlichen Landschaften. Die Grafik von „Uncharted 4“ ist großartig.

Die Welt ist im vierten Teil offener gestaltet, sodass man sich auch viel umschauen kann und das Entdecken von Geschichte und alten Gemäuern, ist ein toller Zusatz.

Mein Fazit zu Uncharted 4

Wer bei einem Spiel viel wert auf die Story legt, wird mit „Uncharted 4: A Thief’s End“ nicht enttäuscht werden, starke Haupt-Charaktere mit kluger Begleiter-KI, die maßgeblich zur Story beitragen, eine ganz klassische Schatzsuche mit viel Action und einer emotionalen Brudergeschichte machen dieses Abenteurspiel zu etwas Besonderem.

Uncharted 4″ ist ein Rundum-Wohlfühl-Spielerlebnis. Grafik, Story, Sound-Effekte sowie Musik-Untermalung und Filmsequenzen greifen optimal ineinander und sorgen so für ein tolles Spielerlebnis. Es gibt keine langen und nervigen Ladezeiten, die Performance ist ausgezeichnet und der Drang immer weiterspielen zu wollen, ist immer gegeben.

  • Action-Adventure
  • Entwickler: Naughty Dog
  • erschienen: 2016
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https://www.youtube.com/watch?v=hh5HV4iic1Y

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