Rezension | Goethe, Johann Wolfgang: Clavigo

Details:

Originaltitel: Clavigo
Genre: Theaterstück
Reihe: –
Gattung: Trauerspiel
Verlag: Reclam ( 2007 )
Seiten: 58

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses kleine Reclamheftchen habe ich mir u.a. von meinem Thalia-Gutschein gekauft, den ich zu Nikolaus bekommen habe.

Klappentext: Unentschlossen steht Clavigo als »kleiner Mensch« am Scheideweg: Soll er sich für ein bürgerlich stilles Leben in häuslichen Freuden entscheiden, das durch beruhigende Beschränkung einen »ehrlichen Kerl« aus ihm macht, oder soll er den Verlockungen der Ehre, der Macht und Größe nachgeben, der Erweiterung seines Selbst durch ein großes Gefühl, das nur die Verpflichtung für das Ganze kennt?

Inhalt und Aufbau: Der Ort des Geschehens ist Madrid. Clavigo hat es mit der Hilfe seines Freundes Carlos bis an den Hof gebracht. Er ist Archivarius des Königs und schreibt unter dem Pseudonym „Der Denker“ Schriften für Staat und Wissenschaft. Clavigo will aber noch weiter aufsteigen und weiß, dass dies nur mit allen Mitteln die er zur Verfügung hat zu schaffen ist. Von seiner Geliebten Marie hat er sich deshalb auch getrennt, da Frauen solchen Plänen nur im Wege stehen können, allerdings plagt ihn deshalb ein schlechtes Gewissen.

Marie hingegen leidet Qualen, dass sie ihr Liebster verlassen hat, dass er die Verlobung gelöst hat. Sie kann nicht glauben, dass er sie nicht mehr liebt und versteht die Welt nicht mehr. Sie ist am Boden zerstört. Maries Bruder Beaumarchais ist aus Frankreich hergeeilt, um die Schmach seiner Schwester zu rächen. Bis zum Duell will Beaumarchais es allerdings nicht kommen lassen, er will Genugtuung auf andere Art und Weise von Clavigo erhalten, um den Ruf seiner Schwester wiederherzustellen. Wird Clavigo sich dem beugen?

Das Trauerspiel ist in 5 Akte aufgeteilt mit einigen Szenen.

Meine Meinung:

Was tun, wenn man sich entscheiden muss zwischen der Liebe und einem bürgerlichen Leben und dem Aufstieg ganz nach oben bei Hofe, aber ohne die Geliebte? Clavigo hat mit Marie gebrochen, um sich ganz seiner Karriere zu widmen. Einerseits kam er mittellos nach Madrid und wurde von ihrer Familie aufgenommen, andererseits steht sie ihm jetzt im Wege weiter nach oben aufzusteigen, da sie eine Französin ist und keine Einheimische. Goethe schildert in diesem Werk die Entscheidung eines Mannes zwischen Liebe und Erfolg, zwischen Recht und Unrecht bzw. Ansehen. Einerseits kann Clavigo die Ungerechtigkeit, die er Marien angetan hat kaum ertragen, andererseits strebt er aber auch nach höheren Zielen und sein Freund Carlos vermittelt ihm, dass er nur ohne sie an diesen Zielen festhalten kann. Nur wenn er in den Herrschaften des Hofes Verbündete hat kann er noch weiter aufsteigen. Dieses sehr kurze Trauerspiel zeigt, was geschehen kann, wenn man den Erfolg und das Ansehen über alles andere stellen will und dabei die falsche Entscheidung trifft. Daher 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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