Rezension | Handeland, Lori: Wolfskuss

Details:
Originaltitel: Blue Moon
Genre: Fantasy
Reihe: Night Creature
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Egmont Lyx ( 2008 )
Seiten: 365

Klappentext: Die junge Polizistin Jessie McQuade sorgt in der Kleinstadt Miniwa für Recht und Ordnung. Als sie eines Tages der Spur eines verletzten Wolfes folgt, trifft sie im Wald auf einen äußerst attraktiven jungen Mann. Kurz darauf werden mehrere Leichen gefunden, die offenbar durch Wolfsbisse ums Leben gekommen sind. Bei ihren Ermittlungen stößt Jessie auf ein düsteres Geheimnis, das alles in Frage stellt, was sie bisher zu wissen glaubte…

Inhalt und Aufbau: Officer Jessie McQuade folgt, nach einem Autounfall, bei dem eine Frau einen Wolf angefahren hat und von ihm gebissen wurde, der Spur in den Wald. Aber statt das Tier zu finden entdeckt sie in Mitten der Bäume einen nackten, sehr gut aussehenden Mann mit durchtrainiertem Körper, vor dem sie beinahe die Beherrschung verliert. Der Mann ist Dozent an der Universität und kennt sich mit indianischen Symbolen aus, was für Jessie noch sehr hilfreich werden soll.

Dieser fremde Mann, Willim Cadotte, zieht sie magisch an. Die Polizistin befragt ihn – nachdem sie einen Totemanhänger am Unfallort findet – nach diesem Schmuckstück und vertraut es ihm an. Die Frau, die vom Wolf gebissen wurde, dreht einige Stunden nach dem Unfall völlig durch und wird von Jessies Boss erschossen. Diese findet schnell heraus, dass es sich bei dem Virus – der die Frau offensichtlich befallen hat- nicht um den Tollwutvirus handeln kann, da dieser mehrere Monate Inkubationszeit besitzt. Aber welches Virus lässt eine Frau total durchdrehen, einen Mann töten und einen Jungen beinahe zu beißen?

Hilfe naht durch den Jäger-Sucher Mandenauer, der von einer Spezialeinheit stammt und das Wolfsproblem in den Griff bekommen soll, denn die Vorfälle mit Wölfen häufen sich immer mehr. Jessie ist eine rationale Frau, die nur den Beweisen und Fakten Glauben schenkt. Allerdings kommt sie der Wahrheit immer mehr auf die Spur, doch auf eine andere Art und Weise als sie jemals dachte. Bei den Wölfe handelt es sich anscheinend um Werwölfe und nicht nur das. Auch Cadotte, der inzwischen ihr Geliebter ist und von dem sie sich nicht fern halten kann, scheint einer von ihnen zu sein. Gemeinsam mit Mandenauer muss sie verhindern, dass ein Unbekannter sich das Wolfstotem aneignet und am Tag des Blauen Mondes (der zweite Vollmond in einem Monat) das Ritual zur Unsterblichkeit durchführt.

Meine Meinung:

Wolfskuss ist für mich ein Liebesroman mit phantastischen Elementen. Allerdings hätte ich – wenn ich das Buch nicht hätte lesen müssen – nach dem zweiten Kapitel abgebrochen. Die Sprache, welche Lori Handeland verwendet ist dermaßen anspruchslos, dass mir beinahe die Spucke weggeblieben wäre. (wie ihr sicher schon aus meinem vorhergehenden Zitat ersehen konntet: „Ich hatte gelernt, einer Blutspur zu folgen, noch bevor mir Brüste gewachsen waren.“) Außerdem machen solche Aussprüche die Hauptfigur Jessie McQuade nicht gerade sympathischer, sondern man hält sie eher für dumm. Eine frustrierte, sexhungrige Protagonistin, die zwar eigentlich für ihren Job lebt und mit Leidenschaft Polizistin ist, die aber von dem Mann – der doch irgendwie in alles verwickelt zu sein scheint – dahin schmilzt und sich hingibt.

Meiner Meinung nach bestehen die ersten zwei Drittel des Romans aus einer bloßen Aneinanderreihung von Ereignissen. Der Leser meint, beinahe bis zum Ende, alles durchschaut zu haben und langweilt sich daher unheimlich, bis dann endlich am Ende -und das ist Lori Handeland zu Gute zu halten – ein unerwarteter Schluss kommt. Auch die Protagonistin wird im Laufe des Buches etwas sympathischer und ihre komischen Sprüche lassen auch nach. Etwas nervig fand ich aber trotzdem das Angehimmel ihres Geliebten, gegen den sie sich nicht erwehren kann, wenn er mehrmals hintereinander mit ihr ins Bett hüpfen will.

Wirklich unpassend fand ich aber die Geschichte um die Werwölfe, welche angeblich durch Experimente des Nazi-Arztes Josef Mengele entstanden sind. Es wirkt in diesem Buch völlig unpassend und einfach zu weit hergeholt. Vielleicht hätte die Autorin sich da lieber an die klassischen Werwolf-Mythen halten sollen.

Leser, die gerne Liebesgeschichten lesen und dazu einen phantastischen Touch mögen, kann ich das Buch empfehlen – auch wenn man dabei eher weniger auf die Sprache achten sollte und das Ende entschädigt etwas für den schlechten Anfang und den mäßigen Mittelteil. Daher 2 von 5 möglichen Sternen.

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