Haskamp, Bettina: Alles wegen Werner

Details:

Originaltitel: Alles wegen Werner
Genre: Unterhaltung
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Marion von Schröder ( 2009 )
Seiten: 234

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Vorablesen.de – glückliche Gewinnerin!

Klappentext: Nach dreißig Jahren endet Claras Ehe mit einem Knall: Ehemann Werner hat sie aus der Luxusvilla am Meer geworfen und ist mit einer schönen Brasilianerin auf und davon. Was Clara geblieben ist, sind Rotwein, Verzweiflung und ein übergewichtiger Hund. Gibt es überhaupt ein Leben jenseits von Werner?

Nach diesem größten anzunehmenden Unfall macht Clara ein paar höchst verblüffende Entdeckungen.

Inhalt und Aufbau: Clara und Werner sind seit dreißig Jahren verheiratet und leben gemeinsam in einer schönen Villa an der Algarve. Doch obwohl sie an einem schönen sonnigen Ort leben, sieht ihre Ehe ganz anders aus. Werners Aussehen ist toll, aber Clara findet ihn einfach nur langweilig. Sie hingegen hält sich meist im Haus auf und beschäftigt sich mit dem gemeinsamen Hund, Tom – den Werner wohlgemerkt nicht wirklich ausstehen kann – und wartet darauf, dass ihr Ehemann nach Hause kommt. Sie geht gerne shoppen und liebt den Luxus, den Werner ihr bietet, inklusive der vielen Partys.

Als Werner unerwartet nach Brasilien fährt ist Clara stinksauer, denn er hat ihr vorher nicht Bescheid gegeben und hat sich auch aus dem fernen Land nicht weiter gemeldet. Doch es kommt noch schlimmer: Werner hat sich in eine junge Brasilianerin verliebt und will die Scheidung von Clara. Das stürzt sie in ein tiefes Loch. Sie beginnt exzessiv Alkohol zu trinken und verkriecht sich in der Villa. Werner allerdings hat andere Pläne, er will das gemeinsame Haus verkaufen und deshalb wird Clara von einem Immobilienmakler überrascht, der Interessenten herumführt. Als würde das nicht schon ausreichen, denn Clara fühlt sich schon genug gedemütigt, gar nicht davon zu reden, was die Leute über sie tratschen werden.

Clara ist völlig ratlos. Sie weiß weder ein noch aus. Soll sie in der Villa bleiben und sich verkriechen, bis sie gewaltsam aus dem Haus verbannt wird? Soll sie zu ihrer besten Freundin Heike nach Deutschland zurückkehren oder zu Lisa und Paul ziehen, den gemeinsamen Freunden, die ein paar Häuser weiter wohnen?

Noch ehe Clara sich versieht, hat sie einen Entschluss gefasst: »Procuro nova vida« – Sie sucht ein neues Leben.

Meine Meinung:

„Alles wegen Werner“ erzählt von Clara, einer Frau, die ihr Leben lang von ihrem Ehemann abhängig war, ihr Leben gelebt hat und sich um nichts kümmern musste. Aber als ihr Mann die Scheidung will, muss Clara ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Dies will ihr anfangs nicht gelingen, obwohl sie ein eher exzentrischer Charakter ist, fühlt sie sich ohnmächtig und verkriecht sich in ein Loch aus Einsamkeit und Alkohol. Mich hat Clara mit ihrem Charakter und der Art, wie sie – dank der Autorin – ihre Erlebnisse schildert, von sich überzeugt. Ich finde sie spritzig und sympathisch. Sie gibt sich, nachdem sie erst einmal wieder einigermaßen auf die Beine gekommen ist, keinen utopischen Träumereien hin, sondern sieht der Realität ins Auge: „Im Vergleich zu den letzten Wochen war ich schon fast hyperaktiv. Von außen betrachtet hatte mein Leben natürlich den Unterhaltungswert eines Zimmerspringbrunnens, aber für mich war es genau richtig so.“ (S.70)

Das Buch wird dadurch aufgelockert, dass die Ich-Erzählerin (Clara) nicht nur die Erlebnisse, die sie durchmacht, nachdem Werner beschlossen hat, sich von ihr scheiden zu lassen, aneinanderreiht, sondern auch in der Geschichte vorgegriffen wird, sodass sich der Leser schon an bestimmten Stellen ausmalen kann, wie Claras Weg aussehen könnte; allerdings nur in kleinen Ausmaßen, weshalb die folgenden Abschnitte keineswegs Platzverschwendung sind.

An manchen Stellen scheint das Buch dennoch etwas durchsichtig zu sein, viel ist voraussehbar – was allerdings durch einige überraschende Verläufe aufgelockert wird und Clara scheint eine typische Aussteigerin zu sein, die Erfahrungen sammelt, welche nicht wirklich neu sind, sondern mit dem Wandel von der Luxusgattin zur einfachen Frau einhergehe.

Wer einen klassischen „Frau-wird-von-Mann-verlassen-und-steht-allein-da“-Roman sucht, ist hier vollkommen falsch bedient. „Alles wegen Werner“ ist viel mehr ein Buch über eine Frau, die sich nach der Trennung ihres Mannes selbst findet und dabei um 180° Grad dreht, sozusagen ein neuer Mensch wird. Sie schließt ab mit dem Luxus und den Partys und wendet sich dem portugiesischen einfachen Leben zu, den Landsleuten und lernt dabei wahre Freunde kennen, von denen sie nur wenige in ihrem früheren Leben hatte. Daher 4 von 5 möglichen Sternen.

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