Hoffmann, E.T.A.: Die Bergwerke zu Falun

Details:

Originaltitel: Die Bergwerke zu Falun
Genre: Romane & Erzählungen
Reihe: –
Gattung: Erzählung
Verlag: Reclam ( 2006 )
Seiten: 86 ( 40 )

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Da ich meine Bachelorarbeit über E.T.A. Hoffmann und seine Erzählungen schreibe, musste natürlich das ein oder andere Werk in meine Reclamsammlung wandern. ^^

Klappentext: Auch auf diese beiden Erzählungen die dem Zyklus Die Serapions-Brüder entstammen, trifft zu, was Bergengruen über E.T.A. Hoffmanns Erzählkunst sagt: „immer fasziniert seine unbestechliche Beobachtungsgabe, die scharf erfaßte Eigenart seiner Figuren, die Verve und Brillanz seines Fabulierens.“

Inhalt und Aufbau: (mit Spoiler!)

Elis Fröbom ist Seemann bei der Ostindienfahrt. Als er eines Tages von einer langen Seefahrt nach Hause zurückkehrt, erfährt er, dass seine alte Mutter bereits vor drei Monaten gestorben ist. Er ist darüber entsetzt und tief unglücklich und kann deshalb nicht mit den anderen Seemännern fröhlich feiern.

Kein Mensch scheint seine Trauer verstehen zu können, bis ein alter Bergmann des Weges kommt und ihm von den Bergwerken von Falun erzählt. In der darauffolgenden Nacht hat Elis einen Traum, der sich um die Erzählungen des alten Mannes und den Tiefen des Berges. Elis verspürt einen inneren Drang, nach Falun zu gehen und tut dies schließlich auch. Auf dem Weg dorthin begegnet ihm ab und an der alte Bergmann – der auch nur eine Illusion sein könnte.

Dort angekommen trifft er auf Pehrson Dahlsjö, dem Besitzer des Bergwerkes und seine Tochter Ulla, in die Elis sich verliebt. Elis wird ein eifriger Bergarbeiter und erlangt die Anerkennung von Pehrson, der ihm letztendlich auch seine Tochter Ulla zur Frau geben will. Am Tag ihrer Hochzeit geht Elis ins Bergwerk hinunter, um einen besonderen Stein für seine Angebetete zu finden. Doch ein Bergfall lässt die Grube einstürzen und Elis bleibt verschwunden.

50 Jahre später wird Elis versteinerte Leiche gefunden – genauso jung wie damals – und im selben Moment kommt die alte Ulla an, beugt sich über die Leiche ihres Gemahls und stirbt.

Meine Meinung:

Hoffmanns Erzählung betrachte ich sicherlich unter einem literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkt, von dem aus „Die Bergwerke zu Falun“ wirklich toll sind. E.T.A. Hoffmann ist ein Meister der Konstruktion und dem Verschwimmen zwischen Wirklichkeit und Traum. Wie genau entsteht durch Fiktion Wirklichkeit und wie kann der Rezipient diese von den tiefen fiktiven Elementen unterscheiden? Hoffmann überlässt es dem Leser zu entscheiden, ob der alte Bergmann eine Figur aus einem alten Märchen ist, das sich die Bergleute erzählen, oder ob er „real“ ist. Was genau hat den Protagonisten Elis befallen? Waren es die Geschichten um das Bergwerk oder der Tod seiner Mutter, der ihn Dinge sehen ließen, die gar nicht existieren? Oder genau andersherum? Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

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