[Interview] Isabel Abedi in Bayreuth

Am Dienstag war es soweit: Mein Interview mit Isabel Abedi und der anschließenden Lesung zu ihrem neuen Roman Lucian standen an. Etwas aufgeregt war ich schon, das muss ich gestehen, aber ich hatte ja im Vorfeld schon viel davon gehört, dass Frau Abedi sehr nett sein soll. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Interview mit ihr war sehr schön. Sie hat so viel erzählt und ich hatte das Gefühl, dass es ihr auch Spaß gemacht hat, meine Fragen zu beantworten. Als das Interview beendet war, habe ich mich sogar getraut sie um ein Autogramm zu bitten. In der Pressemappe lag nämlich eine hübsche Karte von Frau Abedi bei:

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Die Lesung war auch sehr schön. Wir waren in einem relativ kleinen Kreis, ich schätze zwischen 20 und 30 Leuten (aber besonders gut im Schätzen bin ich nicht). Frau Abedi hat eine tolle Lesestimme, die Szenen, die sie ausgesucht haben, standen wirklich alle für sich, wie sie es angekündigt hatte. Es wurde nicht zu viel verraten und die Zusammenhänge waren wohl auch für die Zuhörer nachvollziehbar, das Buch noch nicht gelesen haben. (Zumindest haben das einige gemeint!) Ich persönlich fand die Passagen wirklich gut gewählt. Es waren lustige Szenen dabei, traurige und gefühlvolle. Einige Stellen die sie vorgelesen hat, haben, nachdem man das Ende kennt, nochmal eine ganz andere Bedeutung erhalten. Das hat mir besonders gut gefallen.

Bei der anschließenden Diashow fand ich vor allem den zweiten Teil sehr interessant, in dem Fotos von Los Angeles gezeigt wurden. In den USA war ich ja bisher noch nicht, aber die Fotos waren teilweise sehr symbolisch, bei einigen habe ich aber auch gerätselt, ob sie direkt etwas mit dem Buch zu tun haben oder nicht.

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Hier kommt nun das Interview, das ich mit Isabel Abedi geführt habe: (Quelle: Nordbayerischer KURIER, Ausgabe vom 12.November 2009)

Seit wann schreiben Sie?

Seit ich 21 Jahre alt bin arbeitete ich in einer Werbeagentur. Dort habe ich auch schon geschrieben, aber andere Texte. Meine ersten Manuskripte und Bücher habe ich mit ungefähr 30 Jahren geschrieben.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?

Also, am Anfang war es ein Verliebtsein, ein richtiges totales Verliebtsein und jetzt würde ich sagen ist es wie eine gute Ehe. Das heißt in guten wie in schlechten Zeiten. Es ist für immer. Ich würde schon sagen, dass das Schreiben meine Berufung ist. Eine Sache, die mit Leidenschaft zu tun hat. Ich hatte das Glück, dass ich sie zu meinem Beruf machen konnte, aber wie in allen Leidenschaften gibt es gute Zeiten, schlechte Zeiten und deswegen sind die Guten immer besonders wichtig, weil die helfen einem dann auch über die Schlechten hinweg.

Haben Sie bei Ihren Büchern ein Schreibkonzept oder ähnliches?

Ich gehe sehr lange schwanger mit den Büchern. Das heißt wenn ich anfange zu schreiben, gerade bei großen Büchern wie Lucian. Die Idee hatte ich schon drei Jahre bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Es ist auch meistens so, dass ich nicht auf die Idee komme, sondern dass die Idee auf mich kommt. Dann trage ich sie sehr lange mit mir herum. Das ist bei mir auch so ein körperliches Empfinden. Ich merke dann: „Das ist was“. Das ist nicht nur im Kopf, sondern fängt irgendwo innerlich an und dann fange ich an zu sammeln. Dann habe ich auch wirklich einen Zettelkasten oder ein Notizbuch. Ich sammle über lange Zeit alles, was mir dazu einfällt

. Parallel schreibe ich oft auch noch ein anderes Buch und irgendwo wächst bereits ein anderes Buch nach.

Wenn ich dann anfange zu schreiben, dann gehe ich ein paar Monate vorher in die ernsthaftere Phase: ich schütte die Ideen aus und fange an sie zu strukturieren. Ich arbeite sehr lange an den Figuren, weil die Figuren für mich sehr wichtig sind. Ich hoffe natürlich, dass der Leser auch so empfindet. Ich jedenfalls lebe lange mit den Figuren. Das heißt ich überlege mir ganz viel über sie, ich sammle Namen- Ich habe auch zu vielen Hauptfiguren optische Vorbilder. Meistens nehme ich dazu Schauspieler, weil man die ungehemmter beobachten kann in ihrer Mimik. Manchmal inspiriert mich auch ein Mensch, den ich dann aber nicht kenne, den ich nur flüchtig sehe und mir denke „Oh das ist jemand, so könnte die oder der sein“. Am Ende habe ich dann riesige Ordner mit Recherche, Orte, Schauplätze, Dinge die ich noch recherchieren muss und ein großer Ordner hat immer mit den Figuren zu tun. Das ist ähnlich wie ein ausgeweiteter Steckbrief in diesen Freundschaftsbüchern, nur sehr viel ausgearbeiteter. Ich überlege mir sogar die Sternzeichen der Figuren, worüber ich dann wieder Eigenschaften erfahre.

Die letzte Phase mache ich dann sehr rasch und sehr grob. Eine Art Kapitelstruktur, ich nenne das Szenenfahrplan. Das heißt ich fange an die einzelnen Szenen, auch wirklich chronologisch, aufzulisten. Das fängt meistens ausführlich an und wird nach hinten hin immer dünner. Das Ende ist immer wie ein Horizont. Den sehe ich zwar, aber ich weiß noch nicht genau wie ich dort hinkomme.

Könnten Sie kurz den Inhalt von Lucian für unsere Leser zusammenfassen?

Was ich sehr wichtig bei Lucian finde ist, dass es mit einem perfekten Abend beginnt. In einer vielleicht nicht ganz „normalen“ Familie. Und in diesem Abend bricht etwas herein. Das beginnt mit diesem feinen Riss, den Rebecca in ihrem Inneren spürt. Also sie misten Vergangenheit aus und in dem Moment, wo die Mutter einen weißen Bären aus einem Karton zieht, empfindet Rebecca einen feinen Riss in ihrem Inneren und fühlt sich plötzlich müde und erschöpft und kann das nicht einordnen, geht schlafen und hat einen furchtbaren Alptraum, wird wach und öffnet das Fenster, um Luft zu schöpfen und draußen steht ein Fremder vor ihrer Tür.

Etwas, das eigentlich sehr unheimlich ist und sie empfindet aber seltsamerweise keine Angst, sondern ist ganz beruhigt und legt sich schlafen. Der Fremde taucht von da an immer wieder in ihrem Leben auf. Sie kennt ihn nicht, er kennt sie nicht. Er kennt sich auch selber nicht. Er hat keine Erinnerungen an seine Vergangenheit. Er weiß nicht wer er ist, er weiß nicht wie er heißt, aber er hat immer diese Träume und er träumt immer nur von ihr. Die beiden haben eine ganz starke Anziehung zueinander und können sich diese Anziehung nicht erklären. Und dann geht es in diesem Buch eigentlich darum, was mit diesem Jungen ist und auch ihre Familie hat viel damit zu tun. Da möchte ich nicht zu viel verraten. Auch die Mutter und auch der Urgroßvater. So zerbricht die perfekte Welt eines sehr bodenständigen Mädchens und gerät völlig aus den Fugen, bis sich das Geheimnis um diesen Jungen klärt.

Das Buch teilt sich in drei Teile. Der erste Teil spielt in Hamburg, in der Stadt, in der ich auch lebe. Der zweite Teil ist so eine Art zwischen den Welten, der gar nicht von ihr, sondern an sie gerichtet ist und der dritte Teil spielt in Los Angeles, wo ihr Vater lebt. Also die beiden werden getrennt, Lucian und Rebecca. Sie wird zwangsversetzt in die Heimat ihres Vaters und dann löst sich das alles auf.

Wie lange haben Sie an diesem Buch geschrieben?

Ich würde sagen die gesamte Arbeit von der ersten Idee bis zur Abgabe waren drei Jahre. Ich glaube ich habe im Dezember angefangen zu schreiben und ich habe im Juni abgegeben. Das heißt dann aber, dass das Schreiben minimal acht Stunden und am Schluss fast 18 Stunden waren. Es war dann wirklich nur das und nichts anderes. Wir wollten es gerne zu dem angegebenen Termin schaffen, nicht nur ich, sondern auch der Verlag, daher haben wir alle unser Bestes gegeben, dass wir es schaffen. Im Endeffekt mache ich das ja nicht allein. Das ist mir auch sehr wichtig. An diesem Buch habe ich ganz stark mit meiner Lektorin zusammengearbeitet. Sie hat großen Anteil daran, dass das Buch in dieser Form eben jetzt veröffentlicht wurde. Es hat viele Fassungen und viele Stellen gegeben, an denen sie mir wirklich Beistand geleistet hat, kluge Ratschläge gegeben hat, kritische Nachfragen gestellt hat. Und das heißt dann, dass die reine Schreibphase ein sehr intensives halbes Jahr gewesen ist.

Was ganz interessant ist, das habe ich nicht geplant. Aber ich habe den ersten Teil, der in Hamburg spielt in Hamburg geschrieben und ich habe den letzten Teil, der in Los Angeles spielt, in Los Angeles geschrieben. Da habe ich nämlich mal gelebt und ich bin an den Ort zurückgekehrt, habe mir dort ein Haus am Strand gemie

tet und da die erste Fassung des Buches zu Ende geschrieben.

Gibt es ein Buch, eine Geschichte oder eine Legende, die Sie bei Lucian beeinflusst hat?

Im gewissen Sinne war es eine Geschichte von mir selbst. Das ist schon mindestens vierzehn Jahre her, als meine Tochter geboren wurde. Da hat sie einen kleinen weißen Bären zu ihrer Geburt bekommen. Die Frau, die ihr diesen Bären geschenkt hat, war eine Psychologin. Eine damalige Arbeitskollegin meines Mannes, die auch musiktherapeutisch arbeitet. Und ich habe diese Geschichte eigentlich der Frau als Dankeschön geschrieben. Es ist ein Märchen und heißt „Der Bär im Schafspelz“.

In dieser Geschichte geht es um den Tod und es geht um diesen kleinen Bären. Die Grundidee, die dahintersteckt ist, dass jeder Mensch seinen eigenen Tod hat, so wie auch jeder Mensch ein eigenes Leben hat. Das ist im Wesentlichen die Inspiration gewesen für Lucian, aber auch ein Gedicht von Rilke „O Herr, gib jedem seinen eignen Tod“. Das war letztendlich die Inspiration für die Geschichte. Diese Idee finde ich sehr spannend.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig und haben ihre eigenen Fehler (vgl. Suse). Wie werden aus einfachen Figuren komplexe Gestalten? Greifen Sie bei bestimmten Charakterzügen auf reale Personen zurück?

Ich glaube dagegen kann sich kein Schriftsteller wehren, dass Züge von realen Personen in Figuren wandern. Für mich ist das ein bisschen wie Träumen. Also wenn ich zum Beispiel von einem bösen Menschen träume, der mir im Traum etwas antut, dann bin ich selber dieser böse Mensch, weil ich es träume. Es ist egal, ob es eine äußere Erfahrung ist, ich glaube, man ist alles in sich selbst. Ich glaube man ist in sich selbst alt und jung, gut und böse. Wir sind, glaube ich, in uns selbst ganz viele.

Mich interessieren aber auch die Bücher meistens mit vielschichtigen Figuren, die ich selbst lese. Ich bin auch sehr fasziniert, wie es Schriftsteller schaffen ganz Böse zu kreieren. Zum Beispiel einen Voldemort. Ich finde den hervorragend, aber auch da war es mir wichtig, was für eine Kindheit er hatte, was für eine Geschichte. Eben warum er so geworden ist, wie er geworden ist. Und ich glaube, dass es ganz wichtig ist, „Böse oder Schlechte“ zu verstehen. Der Tyger, der Englischlehrer von Rebecca ist nicht böse, aber tut etwas, das nicht nett ist. Es ist mir dann einfach ganz wichtig die Gründe zu zeigen. Auch die Mutter tut etwas, was eigentlich ganz furchtbar ist, aber sie hat Gründe dafür. Mir ist es eben immer wichtig dem Leser das ganze Bild zu zeigen. Ich glaube auch, dass ich von meinem Naturell heraus jemand bin, der dazu tendiert immer beide Seiten zu sehen. Also wenn sich zwei streiten, dann ist es bei mir ganz selten so, dass ich 100%ig Partei des Einen ergreife. Ich sehe auch immer die andere Seite.

Lucian ist ein sehr gefühlvolles Buch, das den Leser – oder zumindest mich – mitreißt, ihn mitfühlen lässt. Wie schreibt man solche Passagen, die den Leser regelrecht bewegen oder anders: Denken Sie an manchen Stellen, was der Leser wohl empfinden soll oder wird?

Ich glaube beim Schreiben selbst denke ich nicht an den Leser. Ich geh beim Schreiben selbst in die Figuren und überlege wie sich das für sie anfühlt. Da ich für Kinder und Jugendliche schreibe ziehe ich eine Linie zwischen Kinder- und Jugendbuch. Das ist ein schmaler Grad.

Wenn ich über eine 17-Jährige schreibe, dann versuche ich mir vorzustellen, wie sich eine 17-Jährige fühlt. Natürlich schaue ich mir auch 17-Jährige an und überlege mir, wie das bei denen ankommt. Aber dadurch, dass ich so lange an den Figuren arbeite, krieche ich dann in diese hinein. Gerade bei Lucian, das stimmt, ich finde das haben Sie sehr gut formuliert. Es war das Buch, das mir am meisten Kraft gekostet hat, weil es darin wirklich auch viel Leid gibt und auch viele Szenen, in denen das Mädchen geradezu durchdreht und da musste ich dann halt auch rein.

Das ist fast wie Film schauen. Wenn ich einen Film schaue, dann gehe ich ja auch mit den Figuren mit. Da gibt sie mir zwar jemand anders vor, aber eigentlich ist Schreiben nichts anderes. Ich sehe die vor mir und schreib im Wesentlichen das auf, was die dann tun. Ich hab immer einen Kreis von Menschen um mich herum, mit denen ich spreche. Das tue ich in einem sehr ausgewählten Kreis, denn das geht nicht mit jedem.

Meine Lektorin war dabei mein Außenspiegel. Es gab viele Stellen wo sie eben gesagt hat: „Das funktioniert so nicht. So fühlt die nicht in dem Moment. Das muss mehr, das muss weniger, das ist hier zu viel. Es geht ja auch um die Freundschaftsgeschichte zwischen Rebecca und Suse oder zwischen Rebecca und ihrem Exfreund Sebastian. Und da war ich ganz stark in der Rebecca und meine Lektorin, die das eben von außen gesehen hat, hat ganz oft Partei für die beiden ergriffen und gesagt: „Moment mal, das geht jetzt nicht so, da müssen die anders reagieren.“ „Nicht ohne meine Lektorin.“ Das ist eben der Teil, in dem sie die meiste Arbeit geleistet hat. Das habe ich in dem Fall wirklich nicht alleine geschafft. Alleine geschrieben, aber eben in dem Sinne, wie mit einem persönlichen Trainer, wie bei einem Sportler oder Tänzer. Schreiben ist etwas ganz einsames, aber ich persönlich hab eben wirklich Menschen um mich, deshalb sind meine Danksagungen auch immer so lang.

Können Sie ihr Buch in drei Worten beschrieben?

Eine große Liebesgeschichte.

Welches Buch aus Ihrer Kindheit können Sie unseren jungen Lesern empfehlen?

Ich habe drei Bücher: „Mary Poppins“, „Die unendliche Geschichte“ und „Die Brüder Löwenherz“. Es sind drei unterschiedliche Bücher. Ich finde den Tod unheimlich, aber auch faszinierend. In „Die unendliche Geschichte“ mag ich diesen „normalen“ Menschenjungen, der eben aus einem ganz bestimmten Grund in eine fantastische Welt gerät. Ich selber mag keine reine Fantasy. Für mich muss Phantastik einen Bezug zur Realität haben und auch einen Grund. Und das finde ich hat der Michael Ende sehr schön gemacht, warum der Junge dorthin geht. Genauso finde ich das auch bei den „Brüder Löwenherz“. Die erleben nicht einfach nur ein Abenteuer, sondern es ist ein Buch über den Tod und über die Liebe zwischen zwei Brüdern. Also auch in diesen Büchern sind die Figuren sehr stark. In „Mary Poppins“ fand ich einfach dieses Kindermädchen toll. Als Kind war wohl mein größter Wunsch, dass eine Mary Poppins zu uns kommt.

Im nächsten Jahr erscheint die Verfilmung zu einem Band aus der Lola-Reihe. Könnten Sie kurz zusammenfassen, in was es in der Reihe geht?

Es geht um ein deutsch-brasilianisches Mädchen. Deutsche Mutter, Brasilianischer Vater. Sie lebt in Hamburg und hat zwar ein bisschen eine verrückte Familie. Eine kleine Tante, die drei Jahre alt ist. Aber eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen aus unserer Zeit. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, das ist sozusagen ihr Übel, dann stellt sie sich vor sie ist jemand anderes. Darum geht es eigentlich in den Lola-Büchern. Im ersten Band ist sie in ihrer Phantasie ein Popstar und etwas von dieser Phantasie wird wahr. Und auch etwas von diesen Träumen, die sie mit in die Phantasie mitnimmt, nämlich eine beste Freundin zu finden. Das ist der realistische Teil. Für mich geht es im ersten Lola-Band sehr stark um Freundschaft. Die Bedeutung von Freundschaft. Es geht in allen Lola-Bänden um eine Hommage an die Phantasie und darum, dass Träume wahr werden können, wenn wir auch dafür kämpfen wollen. Dann ist es für mich auch ganz stark eine Liebeserklärung an Kinder, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen. Wenn man Lola jetzt in wenigen Worten beschreiben müsste, dann ist es eine Alltagsgeschichte von einem sehr fantasievollen Mädchen, die uns ihre Welt zeigt. Verfilmt wurde erst mal der erste Band. Wenn der erste Film gut läuft, dann sind zwei weitere Bände geplant.

Wie stehen Sie zu einer Verfilmung von Lucian?

Es gab tatsächlich schon erstaunlicherweise Gespräche, das fand ich sehr aufregend. Aber die Vorstellung, dass jetzt in die Verfilmung gehen würde, würde mich sehr erschreckend. Ich will erst mal, dass er laufen lernt. Und freue mich jetzt auch einfach, dass es gut läuft und viele Menschen das Buch lesen und mögen. Von der sofortigen Verfilmung von Büchern bin ich kein Freund. Ich fände es natürlich schön, wenn es verfilmt würde, aber nicht sofort, sondern in absehbarer Zeit.

Hatten Sie Mitspracherecht bei der Verfilmung? Wie finden Sie die ausgewählten Darsteller für Ihre Figuren?

Die Schauspieler gefallen mir sehr gut. Ich bin selbst ganz überrascht und begeistert, wie sehr sie mir gefallen haben. Ich hatte auch Mitspracherecht. Ich hab davon wenig Gebrauch gemacht, weil ich mit fast allem einverstanden war. Ich fand es sehr schön, dass die Produktion mich in alle Dinge mit reingeholt hat. Meine Familie und ich sitzen am Schluss in der Eröffnungsparty. Wir sind Gäste in einem Restaurant, haben eine Komparsenrolle. Mein Mann ist brasilianischer Musiker, das war mir ein Herzensanliegen, dass er an der Filmmusik beteiligt ist. Er begleitet mich auch oft zu Lesungen. Das war sozusagen mein Wunsch vorab und natürlich musste er auch beweisen, dass er es kann. Und das hat alles gepasst.

Quelle: Nordbayerischer KURIER, Ausgabe vom 12. November 2009

17 Kommentare

  1. Hi Kari,

    das ist ja ein tolles Interview 🙂 Ich glaube ich wäre da auch super aufgeregt gewesen….Da ist es echt toll das Isabel Abedi so offen und freundlich war.

    Liebes Grüßle

  2. Das Interview ist klasse geworden. Freu mich für dich, das du sie auch mal live erleben durftest. Sie ist wirklich total nett und sympathisch. Hoffe das ich sie nochmal bei einer Lesung treffen kann.

  3. Bislang habe ich zwar immer – gerade bei Bücherblogs und im Forum – das Lob für Lucian wahrgenommen,war aber trotzdem nicht sooo gereizt, mir das Buch zu holen. Danke für das Interview.Spannend finde ich auch die konkreten Antworten zum Ablauf des Schreibens. Ich bin mir sicher, das Interview wäre nicht so ausführlich gelaufen, wenn es zwischen Euch als Interviewpartnern nicht „gestimmt“ hätte…
    Lucian erscheint jetzt jedenfalls auf der „to-read-liste“… 😉

  4. @ Katrin: Sie hat das im Interview beantwortet, indem sie meinte, dass sie diese Leidenschaft zu ihrem Beruf machen konnte :zwink:

    @ Natira: Das freut mich, dass dich das Interview überzeugen konnte. Bin gespannt, wie dir Lucian dann letztendlich gefallen wird!

  5. Hm okay… kam mir nur komisch vor, weil sie erst von ihrem Leben gesprochen hat, ab dem Zeitpunkt wo sie 21 war. Bis zu Buchveröffentlichungen hat es ja nochmal ca 10 Jahre gedauert. Naja, sie wird wohl irgendwoher Geld gehabt haben 😉
    Liebe Grüße!

  6. @ Katrin: Das versteh ich jetzt nicht. Ich hab sie ja nicht ausgefragt was für Jobs sie schon in ihrem gesamten Leben hatte. Sie hat, bevor sie Berufsautorin wurde, eben als Werbetexterin gearbeitet.

  7. @Kari: Ist ja in Ordnung, ich habe mich nur gefragt ob sie vorher eine Ausbildung oder ein Studium oder Ähnliches gemacht hat. Ich habe mir halt gedacht, bevor man mit 21 als Werbetexterin gearbeitet hat, muss es noch irgendwas gegeben haben. Ist aber kein Problem, vielleicht hatte ich meine Frage auch missverständlich gestellt. Hätte es lustig gefunden, wenn sie vielleicht Bäckerin oder sowas gelernt hätte :zwink:

  8. So jetzt komm ich. Kari du hast das echt gut gemacht. Das ist ein schönes Interview!!! Besonders gefallen mir folgende Dinge:
    1.) Die Antwort auf deine Frage, was ihr das Schreiben bedeutet. Verliebtsein…Das finde ich wunderschön, auch im Zusammenhang mit der Ehe!
    3.) „Es war das Buch, das mir am meisten Kraft gekostet hat, weil es darin wirklich auch viel Leid gibt und auch viele Szenen, in denen das Mädchen geradezu durchdreht und da musste ich dann halt auch rein.“ JA JAJA!!!! Das kostet selbst beim Lesen so viel Kraft!!!!!
    2.) ich finde man merkt, wie viel Freude ihr das Schreiben macht auch wenn eine große Menge Arbeit dahintersteckt, gerade auch was die Figuren angeht. Man merkt es einfach, dass sie sich da richtig „reinkniet“
     
    Und das mit den drei Worten kam auch ^^
    Ich finde das Isabel Abedi eine bemerkenswerte Person ist, was in diesem Interview schön rauskommt. Und ich finde es schön wie sie über ihre Familie erzählt. Und ich bin ein großer Fan ihrer Mannes!!!!!!
     
    Ich danke dir für dieses schöne Interview!!!! :wolke:

  9. @Katrin
    Soweit ich das auf ihrer Lesung richtig verstanden habe, war ihre Mutter schon in der Werbebranche tätig, darum ist sie mit jungen Jahren wahrscheinlich leicht da rein gekommen, ohne vorher groß zu studieren…?
    Oder hab ich das falsch in Erinnerung, Kari? ^^

  10. Hallo ! Ich bin gerade dabei lucian zu lesen…die anderen jugendromana habe ich auch schon gelesen. Ich liebe diese bücher….!
    Isabell Abedi… Ich finde du bist eine Geniale schriftstellerin. in den büchern kann man so richtig mitfühlen.
    Lg ich :herzliebe: :wolke: :daumen: :daumen:

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