Rezension | Lessing, G.E.: Minna von Barnhelm

Details:

Originaltitel: Minna von Barnhelm
Genre: Komödie/ Lustspiel
Reihe: –
Gattung: Theaterstück
Verlag: Reclam ( 2004 )
Seiten: 107

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Im Rahmen eines Seminars an der Uni, muss ich dieses und noch ein anderes Werk von Lessing lesen.

Klappentext: „Eines Werkes aber, der wahrsten Ausgeburt des Siebenjährigen Krieges, von vollkommenem norddeutschem Nationalgehalt, muß ich hier vor allen ehrenvoll erwähnen; es ist die erste aus dem bedeutenden Leben gegriffene Theaterproduktion, von spezifisch temporärem Gehalt, die deswegen auch eine nie zu berechnende Wirkung tat: Minna von Barnhelm.“ Goethe in Dichtung und Wahrheit

Inhalt und Aufbau: (mit Spoiler!) Ein Stück in fünf Akten.

Minna von Barnhelm reist ihrem Liebsten, dem Major von Tellheim Ende des Siebenjährigen Krieges nach und findet sich in einem Gasthaus wieder, wo zuvor der Major gehaust hatte – was sie allerdings anfangs nicht weiß. Jener wurde allerdings am Arm verwundet und unehrenhaft entlassen. Er steckt in finanzieller Not und soll zudem noch Bestechungsversuche unternommen haben – obwohl dies genau dem Gegenteil entspricht.

Hart getroffen kann er es nicht fassen, dass Minna ihm hinterher gereist ist. Zwar liebt er sie über alles, doch sieht er sich unwürdig ihr gegenüber. Er empfindet sich selbst als unehrenhaft, als Krüppel und Bettler, der ein reiches Fräulein nicht verdient hat.

Alle Liebesbekundungen von Seiten Minnas stoßen auf Ablehnung. Auch von Bekannten und Freunden mag der Major von Tellheim kein Geld annehmen, um Schulden zu begleichen – selbst von denen nicht, die ihm etwas schuldig geblieben sind. Das Einzige, was er möchte, ist Gerechtigkeit.

Mit einer List versucht Minna ihren Liebsten wieder auf ihre Seite zu ziehen. Sie gibt vor, von ihrem Oheim verstoßen und enterbt worden zu sein und in dieses Gasthaus geflohen zu sein. Dies bringt den Major einigermaßen zur Besinnung, da sie nun ebenso mittellos ist wie er. Nach einigem hin und her – vertauschter und versetzter Ringe (Liebesbekundungen) wendet sich doch noch alles zum Guten. Durch Glück wird alles aufgeklärt und der Major von den Bestechungsversuchen freigesprochen, was ein Brief des Königs bestätigt. Außerdem erhalten beide den Segen des Oheims, Graf von Bruchsall.

Meine Meinung:

Eigentlich passiert in diesem Stück nicht allzu viel. Minna von Barnhelm und Major von Tellheim treffen bald aufeinander und obwohl sie sich lieben, können sie nicht zusammenkommen, denn der Major sinnt auf Gerechtigkeit, erfährt er diese nicht, so sieht er sich als unehrenhaft an und kann das Fräulein nicht heiraten. Die Komödie bleibt aber dennoch unterhaltsam, auch wenn das Ende absehbar ist. Es verstricken sich mehrere Handlungsstränge, sodass am Ende nicht nur das Fräulein von Barnhelm ihre Liebe bekommt, sondern auch Franziska, ihre Kammerjungfer. Major von Tellheim ist durch und durch ein edler Mann und Soldat, der aber durch seine Gutmütigkeit selbst in sein Unglück rennt und die Folgen allein erdulden will, ohne seine geliebte Minna mit hineinzuziehen. Zwar wäre bei einer Heirat alle finanziellen Sorgen im nu verschwunden, doch das will er nicht, denn diese Vorwürfe – welche das Kriegsministerium ihm macht – für ihn persönlich schwerwiegend sind. Lieber verzichtet er dann auf sein eigenes Glück. Daher 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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