[Literaturadaption] Lost in Austen

Filminfos:

Lost in Austen (2008) | 4-teilige TV-Serie | Regisseur: Dan Zeff | Vorlage von: Guy Andrews | Darsteller: Jemima Rooper (Amanda Price), Elliot Cowan (Fitzwilliam Darcy), Alex Kingston (Mrs. Bennet), Hugh Bonneville (Mr. Claude Bennet), Morven Christie (Jane Bennet), Tom Riley (George Wickham), Perdita Weeks (Lydia Bennet), Gemma Arterton (Elizabeth Bennet), Christina Cole (Caroline Bingley), Florence Hoath (Kitty Bennet), Lindsay Duncan (Lady Catherine de Bourgh), Guy Henry (Mr. Collins), Michelle Duncan (Charlotte Lucas), Ruby Bentall (Mary Bennet), Tom Mison (Charles Bingley), Paul Hine (Cymbal Collins), Gugu Mbatha-Raw (Pirhana, Amanda’s friend), Daniel Percival (Michael Dolan, Amanda’s boyfriend).

Gemma Arterton als Elizabeth Bennet

Jemima Rooper als Amanda Price

Elliot Cowan als Fitzwilliam Darcy

Morven Christie als Jane Bennet

Tom Mison als Charles Binley

Guy Henry als Mr. Collins

Inhalt & Meinung:

Lost in Austen ist eine britische Miniserie von 4 Folgen über Jane Austens wohl bekanntestes Werk Pride and Prejudice. Jede Leserin, die dieses Buch liebt, hat sich wohl schon einmal vorgestellt selbst an Elisabeth Bennets Stelle zu sein und den stolzen Mr. Darcy leibhaftig gegenüber zu stehen. Amanda Price erfährt dieses Szenario am eigenen Leib. Völlig unvorbereitet steht eines Tages Lizzy Bennet in ihrem Badezimmer und erklärt ihr, dass die kleine Tür über ihrer Badewanne nicht zu Wasserrohren führt, sondern direkt in das Haus der Familie Bennet. Kaum hat sich Amanda davon selbst überzeugt, schließt sich die Tür auch schon hinter ihr. Elisabeth bleibt im 21. Jahrhundert zurück und Amanda ist mir nichts, dir nichts als Amanda Price aus Hammersmith Gast im Hause Bennet.

Schnell merkt sie, dass es sich dabei nicht um die Versteckte Kamera handelt, sondern sie sich tatsächlich im Austen-Zeitalter befindet. Gerade rechtzeitig, um den Beginn des Romans nicht zu verpassen. Netherfield Park ist vermietet an den gutaussehenden Mr. Bingley. Schnell macht Amanda Bekanntschaft mit ihm und seinem Freund Mr. Darcy, doch von Anfang an geht alles schief. Mr. Bingley zeigt kein Interesse an Jane, sondern hat ein Auge auf sie, auf Amanda geworfen. Es kommt sogar noch schlimmer, als Mr. Collins ein Auge auf Jane geworfen hat und die vorlaute Amanda Price sich selbst opfern muss und einer Heirat mit ihm einwilligt.

Von einem Fettnäpfchen stolpert Amanda in das nächste und wenn sie glaubt es kann gar nicht mehr schlimmer kommen, geschieht wieder etwas Unvorhergesehenes. Jane Austen würde sich wohl im Grabe umdrehen, oder mit Amandas Worten: „… wie eine Katze im Wäschetrockner“. Ein klassisches Pride and Prejudice bekommt man mit Lost in Austen nicht vorgesetzt. Die Handlung ähnelt nur am Anfang derjenigen im Original und verändert sich dann – zum Leidwesen Amandas – in eine völlig andere – katastrophale –Richtung. Die Charaktere gehen ihren eigenen Weg, entpuppen sich teilweise sogar als völlig missverstandene Figuren und nicht einmal ist Amanda enttäuscht, sogar völlig entsetzt, über die wahre Natur mancher Menschen.

Lost in Austen ist eine unterhaltsame Adaption des Klassikers, der nicht zuletzt aus der neuen Protagonistin – Miss Amanda Price – resultiert. Eine Mischung aus moderner, emanzipierter Frau, der Sehnsucht nach der wahren Liebe (=Darcy) und Elisabeth Bennet steckt in ihr. Dialoge erhalten nicht nur durch die unterschiedlichen zeitlichen Gepflogenheiten ihren Witz, sondern auch dann, wenn Amanda mit ihren Gesprächspartner so redet als wären sie nur Figuren in einem Buch und ihnen erzählt, dass sie diese eigentlich schon kennt, seit sie 12 Jahre alt ist. Missverständnisse sind demnach eigentlich schon vorprogrammiert und machen die ganze Serie nur noch schöner und lustiger.

Besonders das ungewisse Ende hält die Spannung. Wird Amanda es schaffen Elisabeth und Darcy zusammenzubringen – so wie es sein soll – oder verliebt sie sich selbst unsterblich in den stolzen Gentleman? Gibt es ein Happy End? In jedem Fall ist Lost in Austen eine Serie, die Austens Zeit der unsrigen auf amüsante Art und Weise näher bringt.


8 Kommentare

  1. Danke für den Tipp, das hört sich nach einem amüsanten Film an!
    Hast du ihn auf englisch oder auf deutsch geschaut? Im Trailer gefällt mir die Stimme der Amanda nämlich so gar nicht…

  2. Ich hab die Serie zuerst auf Deutsch geesehen und dann nochmal auf Englisch und muss sagen, dass ich Amandas englische Originalstimme im ersten Moment ziemlich erschreckend fand. Daran hab ich mich aber schnell gewöhnt. Die Deutsche – muss ich zugeben – gefällt mir aber besser.

  3. Oh toll! „Lost in Austen“ wollte ich mir vor laaanger Zeit mal kaufen, allerdings hatte ich dann gehört, dass die Serie wohl nicht so dolle sein soll und habe es gelassen. Jetzt werde ich wohl doch mal zuschlagen (naja, wenn ich Geld hab^^)

  4. Oh, die DVD habe ich hier auch noch liegen. Muss aber sagen, dass ich nicht so richtig überzeugt war. Die Serie ist okay, aber irgendwie war es für mich nicht „stimmig“ bzw. „rund“.  Die Figuren haben einfach gemacht was sie wollten, mal so mal so, einfach unrealistisch und nicht nachvollziehbar. (Wenn man mal davon absieht dass in die Vergangenheit reisen eh unrealistisch ist *g*) Obwohl ich die Idee an sich schon ziemlich gut finde…

  5. Danke für den Tipp, das hört sich wirklich toll an. Ich werde bestimmt mal reinschauen, obwohl es auch negative Meinungen zu der Serie gibt. Dann aber nur auf Englisch, die Synchronstimme von Amanda fand ich schon im Trailer nervig.

  6. Erstaunlich, was alles so aus „Stolz und Vorurteil“ gemacht wird. Erst die Zombies und nun das…..Obwohl mir die Figuren rein optisch ganz gut gefallen.

    LG;
    JED

    PS: Warum kann ich eigentlich nie Smilies in meinen Kommentar machen??? *schnief*

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