Rezension | Nolte, Mathias: Roula Rouge

Details:

Originaltitel: Roula Rouge
Genre: Erzählung; Unterhaltung
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Knaur ( 2009 )
Seiten: 411

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Das Buch habe ich beim BücherTreff gewonnen, im Rahmen einer Leserunde mit dem Autor Mathias Nolte.

Klappentext: Jonathan Schotter, um die fünfzig, hat seinen Job an einen jüngeren Kollegen und seine Frau an einen Rivalen verloren. Wie ein einsamer Wolf streift er durch Berlin – bis er eines Tages in der S-Bahn auf eine junge Frau trifft, die ihn sofort fasziniert. Als sie beim Aussteigen ihren Laptop im Abteil vergisst, greift Jonathan zu: Er knackt die Codes des Computers und dringt immer tiefer in die Welt der Fremden ein, die sich Roula Rouge nennt. Als er sie eines Tages tatsächlich kennenlernt, verliebt er sich in sei und lebt fortan in ständiger Angst, er könnte auffliegen. Doch auch Roula Rouge hütet ein Geheimnis, das Jonathan Stück für Stück erfährt…

Inhalt und Aufbau: Jonathan Schotter ist fast fünfzig Jahre alt. Seine Frau hat ihn für einen jüngeren Mann verlassen und sein Job als Senior Vice President einer amerikanischen Werbefirma wurde ihm ebenfalls wegen eines Jüngeren gekündigt. Außerdem musste er sich einer Herzoperation unterziehen.

Um all diesen Schicksalsschlägen aus dem Weg zu gehen, hat er beschlossen nach Berlin zu ziehen, um dort ganz neu anzufangen. Dort vergisst zufällig im selben Moment, in dem Schotter in der S-Bahn sitzt, Roula Rouge ihren schwarzen Rucksack, in dem sich ihr geliebtes iBook befindet. Jonathan nimmt es an sich und statt dass er es zurückgibt, begibt er sich auf die Spuren der Roula Rouge und verliebt sich dabei in sie. Er verfolgt sie regelrecht und versucht an sie heranzukommen und Teil ihres Lebens zu werden.

Es dauert nicht lang und er lernte das verrückte Mädchen wirklich kennen und lieben. Während Jonathan ständig mit der Angst lebt, dass Roula hinter sein Geheimnis kommen könnte und ihn für immer hassen wird – denn schließlich hat er ihr iBook behalten und ihre privatesten Dokumente gelesen – verbirgt auch Roula ein Geheimnis, das Schotter Stück für Stück entdeckt.

Meine Meinung:

Das Buch hätte ich mir wahrscheinlich nie selbst gekauft, muss ich zu geben, sondern einfach in die Bücherschublade „Uninteressant“ gestopft. Aber schon die ersten Seiten haben mir – durch den frischen, spritzigen Schreibstil des Autoren – den Protagonisten Jonathan Schotter sympathisch werden lassen (auch wenn er ein Mann ist^^). Die Figuren sind teilweise exzentrisch und übertrieben gezeichnet, doch genau das macht sie so lebendig und realistisch.

Berlin als Ort des Geschehens hätte auch nicht besser gewählt sein können, denn obwohl ich erst insgesamt ca. 2 Wochen in Berlin verweilt habe, finde ich die Stadt einfach großartig. Für mich strahlt diese Großstadt eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Lebendigkeit aus, die ich kaum beschreiben kann. Dort leben so viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten, dort wird Geschichte geschrieben und genau dort ist es auch möglich, dass Roula Rouge ihren schwarzen Rucksack in der S-Bahn vergisst und Herr Schotter ihn mit nach Hause nimmt und sich auf den Weg macht, das Geheimnis der R.R. zu lüften.

Dieses Buch erzählt nicht nur die Geschichte von J. Schotter und wie er darum kämpft, dass seine Tat nicht auffliegt, sondern handelt auch von einer Frau, die in ihrer Kindheit viel erlebt hat. Der Vater floh aus der DDR und ließ nie wieder etwas von sich hören, die Mutter erhängte sich aus Kummer darüber auf. Roula ist eine flippige Person, die in ihrem Innern aber ein verletzliches Mädchen geblieben ist. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich in „Roula-Land“ verliert und darin völlig neu aufgeht.

Roula Rouge ist ein toller Unterhaltungsroman, der flüssig zu lesen geht und obwohl die Kapitel kurz sind, bemerkt man den Übergang kaum, so gefangen ist man in diesem Buch, in dem die Spannung durch viel Unerwartetes aufrecht erhalten wird. Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

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