[Rezension] A.J. Hartley: Mr. Peregrins Geheimnis

Mr. Peregrines GeheimnisDetails:

Originaltitel: Darwen Arkwright and the Peregrine Pact
Autor: A.J. Hartley
übersetzt von: Kirsten Borchardt
Genre: Kinder- und Jugendbuch
Reihe: Darwen Arkwright
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Heyne (2013)
Seiten: 464

Inhalt:

Darwens Leben ist ein einziger Scherbenhaufen. Seine Eltern sind tot und er muss aus dem Norden Englands nach Amerika ziehen und eine teure militärisch organisierte Privatschule besuchen. Doch ehe sich der Waisenjunge versieht, steckt er in einem Abenteuer, das sein Leben verändert: Ein Spiegel in seinem Schrank führt in eine andere Welt mit geflügelten, lieblichen und ebenso grauenvollen Wesen muss er sich nun rumschlagen und um sein Leben kämpfen.

Meinung:

Darwen Arkwright ist 11 Jahre alt. Seit dem Tod seiner Eltern lebt der nordenglische Junge bei seiner Tante Honoria in Amerika, die für ihre Arbeit lebt, und sich erst an die neue Verantwortung – nämlich für ein Kind zu sorgen – gewöhnen muss. Ehe sich Darwen versieht, ist er Schüler einer teuren Privatschule, der Hillside Academy, die eher einer Militärschule gleicht, als einem Ort, an dem man seinen Wissensdurst stillen kann. Und sieht sich unangenehmen Schülern und noch unangenehmeren Lehrern gegenüberstehen.

Aber das interessiert Darwen recht wenig, denn in einem Einkaufscenter in der Nähe hat der Junge ein seltsames geflügeltes Wesen entdeckt, das ihn neckisch anzusehen scheint. Er folgt der kleinen Flügelgestalt bis zu einem kleinen unscheinbaren Geschäft, in dem antike Spiegel aller Größen und Formen verkauft werden. Er tritt in einen düsteren und verstaubten Laden, der so gar nicht in das hell erleuchtete Zentrum zu passen scheint, und trifft auf den alten Mr. Peregrine, einen mysteriösen Mann, der ihm aus der Patsche hilft und ihm einen Wandspiegel schenkt. Dieser Spiegel führt in eine andere Welt.

Der ungläubige Darwen schlüpft hindurch und startet damit das Abenteuer seines Lebens. Feen, Schrubbler und noch gefährlichere Wesen warten dort auf ihn und nicht jeder der Bewohner von Silbrica, einer phantastischen Welt, meint es gut mit ihm. Nur der ominöse Spiegelladenbesitzer Mr. Peregrine kann ihm aus der Misere helfen, als ein neugewonnener Freund in Gefahr gerät und seine eigene Welt von den Klauen eines unbekannten Wesens bedroht wird.

Ihm zur Seite stehen zwei neue Freunde, der Naturwissenschaften liebende Rich und die Plaudertasche Alexandra. Beide erfahren eher gegen Darwens Willen von der geheimen Welt und werden in das Abenteuer mit hineingezogen, als gruselige Monster sich aus Menschenhaut schälen und die Kinder als Mahlzeit verspeisen wollen.

Mr. Peregrines Geheimnis ist der Beginn einer wunderbaren und phantasievollen Reihe. Darwen Arkwright ist ein Junge, der sich gerade in einer schwierigen Situation befindet, und eigentlich ganz allein auf der Welt ist. Er fühlt sich von allen missverstanden und genau in diesem Moment geschieht etwas so Außergewöhnliches, dass er all den Schmerz und die Trauer vergisst und gefesselt ist von einer Welt, die es eigentlich gar nicht geben sollte. Er darf etwas erleben, das sich wohl die meisten Leser in ihrem Leben einmal erträumt haben, durch ein Tor in eine andere Welt gelangen. Ihre Traumwelt sozusagen lebendig werden lassen.

Neben dem Protagonisten gibt es noch einen Haufen anderer Figuren, die das Buch noch bunter gestalten. Da wären natürlich die vielen Gegenspieler: fiese Mitschüler, strenge Lehrer und eben jene gruseligen Monster, die Schlurfer und Wesen ohne Kopf, dafür mit einem gigantischen Maul ausgestattet. Es gibt diejenigen, die man nicht durschauen kann und es gibt die Freunde, wie die nerv tötende Alexandra, die eine Außenseiterin ist, aber ihr eigenes Ding durchzieht. Sie freundet sich mit Darwen an (auch wenn dieser nicht so richtig will) und quasselt ihn um den Verstand, bis sie sprachlos vor dem Zauberspiegel steht. Außerdem gibt es noch den pragmatisch veranlagten Rich, der es liebt in der Erde zu wühlen und sich mit naturwissenschaftlichen Prozessen zu beschäftigen. Er ist Stipendiat an der Hillside Academy und daher kein verwöhntes Starkind. Mit diesen drei unterschiedlichen Charakteren, jeder Menge Geheimnisse – die manchmal zwar etwas vorhersehbar sind, aber auch nicht immer – entwirft A.J. Hartley eine spannende Story zum Träumen und auch zum Gruseln, die zeigt wie wertvoll Freundschaft und wie wichtig Familie, egal in welcher Form, ist. Ein kleiner Minuspunkt war allerdings die Beschreibung der anderen Welt. Hier hätte ich mir viel mehr Details und Ausführungen gewünscht. Schließlich kann hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden und der Anfang des Buches war vielversprechend, als der Flitterfalk auf den Plan gerufen wird, mit dem das Abenteuer überhaupt erst beginnt. Aber vielleicht hat sich der Autor das auch für die folgenden Bände aufgehoben …

Fazit:

Mr. Peregrines Geheimnis ist eine phantasievolle Geschichte, die aber auch ihre echten Gruselmomente hat. Sie ist manchmal ein bisschen vorhersehbar, an anderen Stellen dafür aber wieder ideenreich. A.J. Hartleys Charaktere sind ebenso bunt, wie das Cover des Buches. Sie sind nerv tötend, intelligent und dümmlich, clever und voller Energie. Ein Buch für alle, die Phantasie zum Träumen haben und gerne einmal, wie es schon Alice getan hat, durch einen Spiegel in eine abenteuerliche Welt reisen wollen.

Bewertung: [4/5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.