[Rezension] Abedi, Isabel: Imago

Details:

Originaltitel: Imago
Autor: Isabel Abedi
Genre: Jugendbuch
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Arena ( 2008 )
Seiten: 402

Klappentext:

Wanja liebt sie – diese Minuten vor Mitternacht, kurz bevor auf ihrem Radiowecker alle vier Ziffern auf einmal wegkippen und eine ganz neue Zeit erscheint. Doch heute um Mitternacht verändert sich nicht nur das Datum für Wanja. Sie bekommt eine geheimnisvolle Einladung zu der Ausstellung Vaterbilder. Und damit einen Schlüssel, der die Tür zu einer anderen Welt öffnet: in das Land Imago.

Inhalt:

Auf geheimnisvolle Art und Weise erhält Wanja eine Einladung zu einer Ausstellung der besonderen Art. Unter dem Titel Vaterbilder werden Gemälde ausgewählten Jugendlichen präsentiert. Bilder, die in eine andere Welt, nämlich Imago, entführen. Dabei reist Wanja nicht nur in eine phantastische Welt, sondern auch in ihr eigenes Inneres.

Meinung:

Die 13-jährige Wanja ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, nur dass sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, wie er heißt, oder was zwischen ihm und ihrer Mutter Jo vorgefallen ist. Immer wenn sie auf dieses Thema zu sprechen kommt, gibt es Streit zwischen Jo und ihr, deshalb ist ihr Vater mit den Jahren zu einem Tabu geworden. Doch je älter Wanja wird, desto dringender hat sie das Bedürfnis herauszufinden, was mit ihrem Vater geschehen ist. Den Mut, mit ihrer Mutter Klartext zu sprechen, bringt sie allerdings nicht auf.

Eines Nachts, als Wanja wieder einmal auf die Ziffernblätter ihres alten Weckers schaut und darauf wartet, dass alle vier Zahlenblätter sich gleichzeitig umdrehen, ertönt die Stimme einer alten Frau, welche sie zu einer Kunstausstellung mit dem Titel Vaterbilder einlädt. Was das ein Traum?

Nein – ganz im Gegenteil, denn als Wanja in der Zeitung eine rot umrahmte Anzeige mit dem ersten Besuchstermin der Ausstellung liest, welche so schnell verschwunden, wie sie erschienen ist, kann sie ihre Neugierde nicht unterdrücken und geht zu besagter Zeit in die Kunsthalle und findet die rote geheimnisvolle Tür.

Dahinter verbirgt sich ein Raum mit Bildern und weitere Jugendliche, die ebenfalls auf geheimnisvolle Art und Weise eine Einladung zur Vaterbilderausstellung erhalten haben. Ehe sich Wanja versieht, befindet sie sich in einem der Gemälde. Aber in keinem Willkürlichen, sondern im Bild des Akrobaten, der wie durch ein magisches Band ihr Inneres angezogen hat. Ab jetzt entdeckt sie eine neue Welt, die sich nicht nur auf ihr alltägliches Leben und auf die Beziehungen zu ihren Freunden und ihrer Mutter Jo auswirken wird.

Isabel Abedis Figuren sind – wie nicht anders zu erwarten – auch in ihrem ersten Jugendroman schon ausgeformt und vielschichtig. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass Wanja nicht ihrem Alter entsprechend gestaltet war. Für eine 13-Jährige war sie schon sehr reif und erwachsen, was vielleicht auch an ihrer Vergangenheit und ihrem Leben liegen mag. Außerdem überkam mich das Gefühl, dass ich sowohl Tochter als auch Mutter schon aus einem anderen Roman der Autorin kannte, nämlich Whisper. (Was Frau Abedi natürlich erst nach diesem Buch geschrieben hat, ich aber zuvor gelesen habe.)

Die Idee des Buches ist allerdings wirklich schön. Und auch die Umsetzung hat mir gut gefallen. Isabel Abedi entführt sowohl Protagonistin als auch Leser in eine andere Welt, die nach dem ersten Schein wunderbar ist und sich dann aber auch als grausam entpuppt. Zudem spiegelt sie das Innere ihrer Besucher wider und Wanja muss viel Mut beweisen, sowohl gegenüber ihren neu gewonnenen Freunden in Imago, als auch in der realen Welt.

Ich weiß nicht genau woran es lag, aber irgendwie konnte das Buch mich nicht an sich fesseln. Vielleicht, weil ich das Buch aus Zeitgründen nur stückchenweise lesen konnte oder weil mir die Hauptfiguren – trotz ihres Verhaltens – doch etwas zu jung waren. Es war nichts Besonderes. Möglicherweise habe ich auch zu hohe Erwartungen gehabt, weil mich Frau Abedis Bücher bisher so begeistert haben.

Dennoch ist es nicht schlecht geschrieben und was mich bei ihren Büchern besonders fasziniert und auch wieder hier überzeugt hat, ist die Tatsache, dass es erscheint, als würde sie einen Abschnitt aus dem Leben von Menschen erzählen, denn jedes Mal frage ich mich am Ende ihrer Romane, wie es wohl mit den Figuren weitergeht.

Fazit:

Auch wenn mich persönlich Isabel Abedis Roman Imago nicht 100%ig überzeugen konnte, fand ich die Geschichte um Wanja und ihrem Leben unterhaltend und gut geschrieben. Die Figuren waren wie immer ausgereift und tiefgründig. Allerdings haben sie mich stark an einen anderen Roman der Autorin erinnert und zudem konnte ich mich nicht richtig in sie hineinversetzen.

Daher gibt es von mir 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

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