[Rezension] Abedi, Isabel: Lucian

Lucian von Isabel Abedi

Details:
Genre: Kinder- und Jugendbücher
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Arena ( 2009 )
Seiten: 549

Klappentext: Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Junge Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. So verzweifelt die beiden es auch versuchen, sie kommen nicht voneinander los. Aber bevor sie noch erfahren können, was ihr gemeinsames Geheimnis ist, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe.

Inhalt:

An einem ganz normalen Mittwochabend ändert sich für die sechzehnjährige Rebecca alles. Ein hauchfeiner Riss schmerzt tief in ihrem Inneren und ein Gefühl der Leere breitet sich aus. In dieser Nacht träumt sie von ihrem eigenen Tod: atemlos und völlig mitgenommen erwacht sie. Am offenen Fenster sieht sie zum ersten Mal den Fremden, Lucian, der zu ihr hinaufstarrt – mitten in der Nacht. Doch Rebecca hat keine Angst, sondern empfindet eine wohltuende Ruhe, die die Leere in ihrem Inneren füllt. Und bald stellt sich heraus, dass Lucian keine Erinnerung an sein vergangenes Leben hat. Nur Träume sind ihm geblieben, Träume von Rebecca, von ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Und von ihrem Tod.

 

Meinung:

Die sechzehnjährige Rebecca wohnt gemeinsam mit ihrer Mutter Janne, einer Psychologin und deren Lebensgefährtin Spatz, einer Künstlerin zusammen seit sie ein kleines Kind ist. Jeden Mittwochabend findet die Ladies Night in statt. Jede Woche darf eine der drei bestimmen, was in der Mädelsrunde gemacht wird. An einem dieser Abende geschieht mit Rebecca etwas Ungewöhnliches: Ein hauchfeiner Riss schmerzt tief in ihrem Inneren. Zurück bleibt ein „sonderbares Gefühl der Leere“.

In dieser Nacht träumt sie zum ersten Mal von ihrem eigenen Tod. Der Alptraum lässt sie atemlos erwachen und Rebecca ist wie gelähmt. Als sie am Fenster frische Luft schnappen will, um die bösen Gedanken des Traumes zu vertreiben, sieht sie ihn: einen Fremden, der an der Straßenlaterne steht und zu ihr heraufsieht. Der Junge heißt Lucian und kann sich an nichts erinnern. Er hat keine Vergangenheit. Er weiß nicht woher er kommt oder wer er ist. Das Einzige, was er weiß, ist, dass er Träume von Rebecca hat. Er weiß Dinge aus ihrer Kindheit und sieht ihre Zukunft. Und auch er träumt von Rebeccas Tod.

Anfangs treffen die beiden zufällig aufeinander. Eine Ahnung oder ein Gefühl lassen Rebecca jedes Mal aufmerken, wenn er in ihrer Nähe ist und das bevor sie ihn überhaupt sehen kann. Sie weiß aber intuitiv, dass Lucian genauso empfindet. Irgendwann kann sie kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Sie muss herausfinden, wer Lucian ist. Ihre Freundin Suse versucht sie zur Vernunft zu bringen, denn der Fremde könnte weit gefährlicher sein, als Rebecca vermutet. Doch Rebecca fühlt tief in ihrem Inneren, dass das nicht sein kann.

Isabel Abedi hat mit Lucian ein Buch geschaffen, das unglaublich vielschichtig und emotional ist. Es handelt nicht nur von einer Liebesgeschichte zwischen Lucian und Rebecca, sondern geht auch um Freundschaft und Familie, um Glück und Trauer, um Hilflosigkeit und Verletzlichkeit. Rebeccas heile Welt wird Stück für Stück zerstört, als sie einen tiefen Schmerz in ihrem Innern wahrnimmt und der fremde gutaussehende Lucian auftaucht. Sie gerät nicht nur mit ihrer Mutter aneinander, sondern streitet sich auch mit ihrer besten Freundin Suse und ihrem (Ex-)Freund Sebastian.

Als sie von Lucian getrennt wird, bricht eine Woge des Schmerzes und der Zerstörung über Rebecca ein. Der zweite Teil des Buches packt den Leser regelrecht. Einerseits vor Ungläubigkeit, denn die Autorin vollzieht eine unerwartete Wendung. Andererseits vor Mitgefühl und Neugierde. Die Geschichte hat mich regelrecht in ihren Bann gezogen und mich tief in meinem Inneren berührt, wie ein hauchfeiner Riss. Lucian vereint eine Fülle an Gefühlen, die auch auf den Leser übergehen. Liebe und Glück, Zorn und Wut, Wehmut und Sentimentalität, Schmerz und Leere, Freude, Einsamkeit, Hoffnung.

Dieses Buch lebt aber nicht nur von den Gefühlen, die es vermittelt, sondern auch von seinen Figuren. Jeder Charakter für sich ist vielschichtig und liebenswert auf seine eigene Art. Jeder hat seine Fehler, seine Stärken und Schwächen und jede einzelne Figur bereichert das Buch auf seine Weise.

Fazit:

Lucian von Isabel Abedi ist ein unglaubliches Buch, das kaum in Worten zu beschreiben ist. Es erzählt von einer Liebe, die weit mehr ist, als man anfangs vermutet. Es ist so gefühlvoll geschrieben, dass der Leser mit seinen Sinnen vollständig abtaucht und auf dem Fluss der Emotionen, von Liebe und Glück bis hin zu Schmerz und Wut, mit schwimmt. Sowohl die Figuren als auch die Handlung ist sehr komplex gestaltet und bannt den Leser von der ersten bis zur allerletzten Seite. Lucian gehört zu den Büchern, die nicht nur im Gedächtnis bleiben, sondern auch einen Platz in der Seele des Lesers einnehmen.

Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

9 Kommentare

  1. Das hast du gut gemacht! ich bin stolz auf dich. Ich kann meine Emotionen ja nun nicht in Worte fassen, aber das was du schreibst trifft es schon sehr gut! ich habe bei diesem Buch viele Tränen vergossen, aber auch gelacht…Es ist einfach nur schön und kann so schnell nicht vergessen werden…Ich werde es auf jeden Fall nochmal lesen!!!

  2. Ich habe schon so einige lobende Rezensionen zu dem Buch gelesen – und gebe zu, dass ich so langsam neugierig werde.
    Aber mich schreckt der „Weltschmerz“ ab, der immer wieder beschrieben wird. Allein der Satz „Als sie von Lucian getrennt wird, bricht eine Woge des Schmerzes und der Zerstörung über Rebecca ein.“ schreckt mich schon ziemlich ab.
    Auf der anderen Seite find ich es schön, dass du schreibst, dass es ein vielschichtiges Buch ist, denn das ist mehr als ich nach der Inhaltsangabe erwartet hätte … Ich glaube, ich muss mal gucken, ob ich mal eine Buchhandlung finde, damit ich mal meine Nase in den Titel stecken kann. :nachdenk:

  3. Ich habe das Buch gelesen und finde es unbeschreiblich!!!!!!! Ich habe auch sehr viel gelacht und auch sehr oft geweint. Vor allem am Ende!!!! Ich fand zwar, dass das Ende gut war, jedoch habe ich mehr erwartet…..ich hoffe es gibt einen zweiten Teil……. :bling: :herz: :herz: :herz:
    ich empfehle es definitiv weiter!!!!!!!!!!!!!11 :zweidaumen:

  4. Je länger ich über das Ende des Buches nachdenke, desto passender ist es für die Geschichte und ich könnte mir kein anderes Ende vorstellen, das dem Buch gerecht werden würde. Klar, meine persönliche Vorliebe war das Ende von Isabel Abedi nicht, aber in die Geschichte hat es sich dennoch perfekt eingefügt.

  5. Ach, dieses Buch muss echt schön sein… Ich hab es auch schon auf mein Weihnachtswunschzettel gesetzt..ich hoffe ich bekomme es auch!!! :geschenk:
    Mach weiter so!! Hast einen schönen Blog dir hier aufgebaut!! :applaus:

  6. Ich fand das Buch zwar eigentlich gut, aber als Rebecca ja eigentlich von Lucian beschützt wurde und die Mutter das ja nicht zulies, wirklich, da hätte ich wild um mich schreien können.
    Aber naja, die kannte ihn ja. Habe ich halt gewartet, aber als Lucian dann weg war und Rebecca außer „Gefahr“ war, hat die ja garnichts zu ihrer Mutter gesagt! Das finde ich soo verdammt unrealistisch! :wand: Ich meine, ich wäre schon ein bisschen sauer, wenn meine Mutter mein Leben nur wegen ihrer „Erfahrung“ aufs Spiel setzen würde >_<

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