[Rezension] Anjelais, M.: Killing Butterflies

Details:
Autorin: M. Anjelais | Originaltitel: Breaking Butterflies | übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn | Genre: Jugendbuch | Reihe: – | Gattung: Roman | Verlag: Chicken House ( 2014 ) | Seiten: 366

Killing Butterflies von M. AnjelaisSphinx und Cadence sind seit Kindertagen eng miteinander verbunden. Ihre Mütter sind beste Freundinnen und erhoffen sich für ihre Kinder eine ebenso enge Freundschaft, wenn nicht sogar Liebe. Und tatsächlich besteht zwischen Sphinx und Cadence ein unsichtbares Band, doch dieses Band ist gefährlich und bringt die emotionale und liebenswürdige Sphinx in tödliche Gefahr, denn Cadence ist nicht wie normale Jungs …

Eine gestörte Freundschaft

Sphinx ist freundlich, etwas pummlig und schüchtern. Cadence hingegen strahlt von innen heraus. Er hat blaue Augen, sieht gut aus und ihm gelingt alles. Sphinx schaut zu ihm auf, bewundert ihn und glaubt er sei ihr bester Freund. Doch mit Cadence stimmt etwas nicht. Er ist emotionslos, imitiert andere, um sich anzupassen und führt ein Scheinleben. Innerlich ist Cadence eiskalt, er empfindet keine Empathie für andere Menschen oder Lebewesen. Mit fünf Jahren tötet er bedenkenlos und ohne Reue einen Schmetterling und wenige Jahre später verletzt er Sphinx, brutal und gewissenlos. Die Verbindung bricht ab. Die Freundschaft der beiden endet; die vielmehr ein Machtspiel von Unterdrückter und Unterdrücker war. Doch die Freundschaft ihrer Mütter reißt nicht ab, denn diese geht tief in deren Kindheit zurück und so erfährt Sphinx mit 15 Jahren, dass Cadence nur noch wenig Zeit bleibt: er ist unheilbar erkrankt.

Sphinx entscheidet sich, seinen letzten Wunsch zu erfüllen: er möchte sie noch einmal sehen. Doch schon nach wenigen Augenblicken kehren beide in das alter Muster ihrer Kindheit zurück. Cadence spielt mit den Menschen, lotet seine Grenzen aus, imitiert ihr Verhalten und spielt eine Rolle. Sphinx wird in seinen Bann gezogen. Sie ist immer noch so fasziniert von ihm, wie in ihrer Kindheit und obwohl sie weiß, dass er keine Reue empfindet, dass er keine Gefühle empfindet, dass er sie nicht so liebt, wie sie ihn, will sie ihm beistehen. Sphinx ist sich der Gefahr bewusst und doch will sie weder ihre Eltern noch Cadence Mutter einweihen. Sie ist zu gut, steckt ihre eigenen Interessen zurück, um stattdessen für Cadence zu fühlen und ihm beizustehen. Doch Cadence hat andere Pläne: er will nicht allein aus dieser Welt scheiden …

Ein Katz- und Mausspiel – Macht und Unterwerfung

M. Anjelais hat mit Killing Butterflies eine extrem spannende Geschichte geschrieben, die sich nicht nur mit der ersten Liebe beschäftigt, sondern auch mit Macht, Unterwerfung und dem emotionalen Verlangen, verstanden zu werden. Sphinx ist ein empfindsames junges Mädchen, dessen erste Liebe sie aufs Tiefste enttäuscht, geradezu entsetzt, hat. Sie ist noch nicht reif genug, um sich gegen Cadence Macht zu wehren, sie traut seinen Worten, glaubt ihm, wenn er sie abwertet. Cadence ist ein Soziopath, dessen Verhalten man nicht nachvollziehen kann. Er ist ein schwarzes Loch, ohne fassbare Gedanken oder Motive und bleibt undurchsichtig, was mich am Ende des Buches etwas unbefriedigt hat. Nicht so Sphinx, um welche sich der Leser sorgt, während er sie begleitet und jede ihrer Entscheidungen gebannt beobachtet.

Das Zusammenspiel der Figuren ähnelt einem Katz- und Mausspiel und macht aus der ersten Liebe zwischen Teenagern einen psychologischen Thriller, dessen Ausgang schwer fassbar ist, da der Leser immer wieder vor unfassbare Ereignisse gestellt wird. Killing Butterflies von M. Anjelais ist ein packender Jugendroman mit Nervenkitzel.

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