[Rezension] Beattie, Ann: Damals in New York

Details:
Originaltitel: Walks With Men | Autorin: Ann Beattie | übersetzt von: Werner Löcher-Lawrence | Genre: Gegenwartsliteratur | Reihe: – | Gattung: Roman | Verlag: Atlantik ( 2014 ) | Seiten: 141

Damals in New YorkJane ist jung, attraktiv und intelligent. Mit einem hervorragenden Abschluss an der University of Harvard stehen ihr alle Türen offen, doch sie weiß nicht so recht wohin das Leben sie führen soll, als sie auf den zwanzig Jahre älteren Neil trifft. Erfolgreich, intellektuell und vermögend. Jane verliebt sich Hals über Kopf in den charmanten Mann, der ihr verspricht sie in die Geheimnisse des Lebens und der Liebe einzuweihen.

New York City – Eine rasante Lebensgeschichte

Ann Beatties Protagonistin sieht sich wie eine Figur aus Hoppers Gemälden. Ich sehe Jane wie eine starke und moderne Frau, die von ihren Emotionen geleitet wird – und das obwohl ihr messerscharfer Verstand ihr die kleinen Details von Neils Charakter vorhält. In rasanten Momentaufnahmen präsentiert die Autorin dem Leser das Leben einer Frau, deren Weg sich erst noch abzeichnen muss, die mehr in den Tag hineinlebt und Abenteuer sucht und dabei der Liebe verfällt. Zwischen Verstand und Emotion beschreitet sie ihren Lebensweg.

In immer schneller werdenden Kapiteln werden Szenen beschrieben, Gesprächsdialoge und Gedankengänge von Jane. Es ist beinahe eine ständig beschleunigende Autorennstrecke, auf der man sich als Leser mit der Protagonistin befindet, doch dabei bleibt die emotionale Verbindung auf der Strecke. Konzise Kapitel lassen es gar nicht zu, dass man selbst Emotionen zeigt. Damals in New York sind Momentaufnahmen eines Lebens, das auf Hoffnungen und Ängsten, auf Wünschen und Träumen beruht, die kaum fassbar sind und nur ansatzweise durch den Text durchschimmern.

Und was ist am Ende?

Dieses Buch lässt mich mit einer nicht eindeutigen Meinung zurück. So wenig emotional wurde ich kaum von einem belletristischen Titel gefasst. Aber gerade darin mag die Kunst dieses Werkes liegen, mit knappen und wenigen Worten in szenisch sezierten Lebensausschnitten elementare Inhalte zu vermitteln – die aber zweitrangig bleiben. Denn der Text ist dabei im Fokus der Geschichte, der von schnell zu schneller hin zu einer rasanten Geschwindigkeit mutiert. Damals in New York ist ein Buch, das verschlungen werden will.

 

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