[Rezension] Beck, Ian: Pastworld

Details:

Originaltitel: Pastworld
Autor: Ian Beck
Genre: Fiction, Jugendbuch
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Loewe ( 2010 )
Seiten: 395

Inhalt:

Im London des 21. Jahrhunderts gibt es einen Themenpark der ganz besonderen Art: Pastworld. Dort wurde von der Buckland Corporation das viktorianische London zum Leben erweckt. Jeder, der sich dort aufhält, darf keine moderne Technik besitzen oder neuartige Kleidung tragen. Alles ist originalgetreu und viele Menschen entscheiden sich sogar freiwillig dort zu leben. Besucher, die für ein paar Tage in die Vergangenheit eintauchen wollen, werden von ihnen als „Gaffer“ bezeichnet

Meinung:

Willkommen in Pastworld, dem Themenpark mitten in London, ein abgeschlossenes Areal, in welche die Metropole des viktorianischen Zeitalters wieder auflebt. Dort gibt es keine Modernität des 21. Jahrhunderts, sondern das 19. Jahrhundert wird in all seinen Facetten von der Buckland Corporation rekonstruiert. Wer in Pastworld ein Verbrechen begeht wird nach altem Gesetz verurteilt – im schlimmsten Fall bedeutet das den Tod.

Das muss Caleb– der zum ersten Mal Pastworld besucht –  am eigenen Leib erfahren, als unbekannte Männer seinen Vater entführen und zudem einen alten Mann töten und ihm die Tat anhängen. Völlig ahnungslos flüchtet er vor der Polizei und findet sich schnell in einem Spiel aus Verfolgungen wieder. Hilfe findet er unerwartet bei dem Dieb Biblemac. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter und seinem gekidnappten Vater. Alles deutet auf das Phantom hin, das in der Stadt sein Unwesen treibt und mordet.

In diese Jagd auf Leben und Tod ist auch die junge Eve verwickelt, welche von Zuhause wegläuft, um ihrem Onkel nicht zur Last zu fallen. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, dass Pastworld ihre richtige Heimat ist. Eve findet auf den Straßen Londons aber schnell heraus, dass alles nur eine Illusion ist und hinter den Mauern des Themenparks die eigentliche – wirkliche – Welt steckt. Deshalb ist Pastworld aber nicht weniger gefährlich und real, denn das Phantom hat es auf sie abgesehen.

Chefinspektor Charles Catchpole vom Scotland Yard ist ein Erzähler der Geschichte. Er versucht mit Hilfe von Fakten, Tagebüchern und Offiziellen Quellen dem ominösen und gefährlichen Phantom auf die Spur zu kommen. Denn Pastworld ist nicht vollständig von Technologie unabhängig. Im gesamten Themenpark sind kleine Kameras installiert, die alle Ereignisse aufzeichnen.

Eine weitere Perspektive erhält der Leser über Eves Tagebuch, das sie führt, oder vom jungen Caleb, der zum ersten Mal nach Pastworld reist und ehe er sich versieht mitten in ein Netz aus Lug und Trug gerät. Obwohl der Leser viele verschiedene Perspektiven erhält und sich somit eigentlich in Pastworld und seine Strukturen einlesen könnte, bleibt die Geschichte – welche auf einer wirklich tollen Idee beruht – sehr oberflächlich.

Auf den ersten 100 Seiten passiert leider nur sehr wenig. Die Spannung bleibt auf der Strecke, die Figuren sind platt, ebenso das, was sie von sich geben. Auch der weitere Verlauf der Handlung plätschert nur so vor sich hin. Zwar gibt es die eine oder andere Frage, die man als Leser gerne beantwortet haben möchte, aber das tröstet nicht über die langweilige Darstellung der Ereignisse hinweg.

Der Autor schmückt seine Geschichte wenig aus, somit sind eigentlich eklige oder beängstigende Situationen einfach nur öde. Er schafft es nicht die Atmosphäre auf den Leser zu übertragen. Vielmehr bekommt man den Eindruck, als wäre der gesamte Text einfach nur lieblos niedergeschrieben worden.

Das Ende des Buches setzt dem Ganzen dann noch die Krone der Skurrilität auf. Ich will hier nicht zu viel verraten (falls doch noch jemand das Buch lesen will), aber es passt überhaupt nicht zur Thematik, zum Inhalt, zu den Figuren, zu allem.

Fazit:

Ian Becks Roman Pastworld liegt eine tolle Idee zu Grunde. Leider kann der Autor diese Idee absolut nicht umsetzen. Spannung gibt es eigentlich überhaupt nicht in diesem Buch, Atmosphäre ebenso wenig, dafür reichlich platte Figuren, vorhersehbare Handlungen und ein Ende, das dem Fass den Boden ausschlägt. Einziger Lichtpunkt waren für mich die unterschiedlichen Erzählperspektiven, die mir etwas Tiefe gegeben haben, damit ich die Komplexität dieser Welt erahnen konnte.

Daher gibt es von mir 2 von 5 möglichen Sternen.

4 Kommentare

  1. Oh, schade, mich hat das Buch wirklich interessiert. Ich habe es so oder so hier stehen, deswegen lasse ich mich mal selbst überzeugen. Hoffentlich ist es für mich nicht so ein Reinfall :/

  2. Super, danke für die tolle Rezension und nu bin ich froh, mir das Buch (noch) nicht gekauft zu haben. (Auch wenn ich jetzt neugierig auf das Ende bin…)  😉

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