[Rezension] Berry-Hart, Tess E.: Genopolis

Details:

Originaltitel : Escape from Genopolis
Autor: Tess E. Berry-Hart
Genre: Kinder- und Jugendbücher, Dystopie
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Fischer ( 2010 )
Seiten: 396

Inhalt:

Arlos Leben verändert sich schlagartig, als er erfährt, dass alles was er bisher über sich wusste einer einzigen Lüge gleicht. Ebenso muss die 12-jährige Uscha erkennen, dass ihr Leben nur ein Schwindel war und dass sie vielmehr gezüchtet wurde, um als Organspender für ihre Tante zu dienen. Die Stadt Genopolis sollte nach der Apokalypse ein Ort ohne Krankheit und Schmerz werden, aber hinter ihrer Kulisse beherrscht die Bürger der Stadt das Verlangen nach ewigem Leben.

Meinung:

Die Stadt Genopolis ist das visionäre Bild einer Zukunft ohne Krankheiten. Dort ist jeder Mensch der Unsterblichkeit nahe. Aber der Schein trügt, denn wo kein Schmerz und Leid mehr herrscht, gibt es ebenfalls keine Emotionen, Gefühle, keine Liebe mehr. In dieser Stadt wächst Arlo als Novize des Gelehrtenstifts auf. Um als vollwertiges Mitglied akzeptiert zu werden, muss er sich in den Strukturen und der Geschichte der Stadt auskennen.

Genopolis unterscheidet zwischen verschiedenen Klassen. Es gibt die Natürlichen, die außerhalb der Stadt leben, von denen die respektierten Bürger von Genopolis abstammen, bevor es zur  Apokalypse kam. Die unterste Kaste bilden die Gemini – Diener der Bürger. Zu jenen gehört die 12-jährige Uscha, welche bei ihrer Tante lebt und dort ein gutes Leben führt. Allerdings erkennt sie bald, dass es einen Grund hatte, warum alle ihr vorangegangenen Dienstmädchen wie vom Erdboden verschwunden sind. Denn Uscha stammt aus Pharmopolis. Dort können sich Bürger Gemini bestellen, die ganz ihren Wünsche entsprechen und Uschas angeblich liebevolle Tante braucht das Mädchen um zu überleben, denn das hohe Alter in Genopolis fordert seinen Tribut: die Organe der Menschen versagen, wenn sie keine Neuen bekommen.

Aber auch Arlos ist nicht derjenige, der er zu sein glaubt. Geheime Experimente bestimmen sein Leben und als es einen Wechsel im Gelehrtenstift gibt, werden die ihm wohlgesonnenen Professoren aus dem Weg geräumt und dem Jungen bleibt nur die Flucht aus seiner angeblichen Heimat.

Der dystopische Roman Genopolis beginnt wirklich spannend. Zuerst wird der Leser in eine friedliche Zukunft eingeführt, in welcher die Menschen alle Krankheiten überwunden haben und dem ewigen Leben näher sind als je zuvor. Doch schnell entpuppt sich die Welt, in der Arlo und Uscha leben, als Horrorszenario. Denn nur den Bürgern ist ein ewiges Leben ohne Krankheit vorbehalten. Alle anderen Menschen müssen ihnen zu Diensten sein, selbst wenn sie dabei mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Obwohl die Autorin es schafft, das Buch mit einer interessanten Idee zu füllen, so bleibt es doch recht durchschaubar, weshalb es sich ziemlich schnell zieht. Der Leser weiß einfach schon viel zu viel, zwar bleiben immer noch ein paar Geheimnisse parat, die allerdings schnell durchsichtig werden und an Spannung verlieren. Zudem entwickelt sich die Geschichte im letzten Drittel des Buches ziemlich schnell und leider auch unglaubwürdig. Am Ende hat man dann leider auch das Gefühl, dass das Buch einfach so aufhört und eigentlich noch ein Teil fehlt, so als wäre die Geschichte noch nicht abgeschlossen.

Fazit:

Tess E. Berry-Harts Dystopie beginnt spannend und macht neugierig auf diese zukünftige Vision unserer Welt, aber schnell merkt man als Leser, dass die Handlung doch recht oberflächlich und durchschaubar bleibt. Am Ende des Buches wird sie sogar einfach nur noch unglaubwürdig und endet, obwohl man als Leser meint, dass die Geschichte jetzt erst richtig beginnen könnte.

Daher gibt es von mir 2 ½ von 5 möglichen Sternen.

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