[Rezension] Bradley, Alan: Flavia de Luce – 1 – Mord im Gurkenbeet

Details:

Autor: Alan Bradley
Originaltitel: The Sweetness at the Bottom of the Pie
Gelesen von: Andrea Sawatzki
Genre: Kinder- und Jugendbücher
Gattung: Hörbuch
Verlag: Silberfisch ( 2010 )
Dauer: 6 h 51 Min. | gekürzt

Inhalt:

Ein toter Vogel auf der Türschwelle, eine Leiche im Gurkenbeet und ein Fremder, der herumschnüffelt. Das weckt Flavia de Luce‘ Neugierde. Die 11-jährige begeisterte Hobby-Chemikerin erkennt schnell, dass die Polizei Hilfe bei der Klärung des Mordfalles benötigt, vor allem als der Verdacht auf ihren Vater fällt. Mit viel Kombinationsgabe, Scharfsinn und auch Glück entschlüsselt Flavia die Geheimnisse und kommt dem Mörder dabei gefährlich nahe.

Meinung:

Flavia de Luce ist elf Jahre alt, trägt eine Brille und hat eine Zahnspange. Eigentlich hört sich das nach einem ganz gewöhnlichen Mädchen an, doch sie besitzt eine natürliche Begabung: die Chemie. In ihrem Labor, ihrem Sanctum Sanctorum, experimentiert Flavia mit den gefährlichsten Stoffen, braut Tränke und mixt Cremes zusammen. Wer sich mit ihr anlegt, sollte sich in Acht nehmen, denn es könnte passieren, dass er plötzlich mit einem fiesen Ausschlag kämpfen muss, denn am liebsten hantiert die 11-Jährige mit allerlei Giften.

Auch ihr Leben scheint auf den ersten Blick ziemlich normal: Sie hat zwei ältere Schwestern, Ophelia und Daphne, mit denen sie sich regelmäßig zankt und die sich dann gegen sie verschwören. Ihr Vater ist Wittwer, denn ihre Mutter starb bei einem Bergsteigerunglück, als Flavia gerade mal ein Jahr alt war. Doch das Leben ändert sich für Flavia schlagartig, als die Leiche eines Fremden im Garten gefunden wird und der Verdacht auf ihren Vater fällt.

Unter allen Umständen will Flavia beweisen, dass ihr Vater nicht der Mörder ist. Sie verheimlicht deshalb wichtige Informationen vor der Polizei und begibt sich mit Gladis, dem Fahrrad ihrer Mutter, auf die Suche nach Hinweisen. Dabei beweist sie einen Scharfsinn und eine Kombinationsgabe die weit über die Fähigkeiten einer normalen 11-Jährigen hinausgehen.

Flavias Familiengeschichte schwingt auf ihrer Suche nach der Wahrheit immer mit. Ihre Mutter, an die sie sich nicht mehr erinnern kann spielt eine übergeordnete Rolle in Flavias Leben, auch wenn sie sich dessen vielleicht nicht immer bewusst ist. Sie ist ihr ständig präsent, vielleicht sogar lebensnotwendig für das Mädchen, um sich über ihre eigene Identität bewusst zu werden.

Alan Bradleys erster Band der Flavia de Luce Reihe ist pure Unterhaltung. Die kleine Flavia wächst dem Hörer sofort ans Herz, vor allem, weil sie durch ihre etwas bittere Art genau meinen Geschmack trifft. Auch wenn manch einer sie durchaus als Besserwisserin bezeichnen würde, macht es Spaß ihr Wissen hautnah mitzuerleben. Metaphernreich beschreibt der Autor dem Leser bzw. dem Hörer das intelligente Mädchen und auch wenn das in manchen Bereichen doch recht unrealistisch ist – welches Kind mit elf Jahren weiß schon so viel? – so ist das in Bezug auf ihre Detektivarbeit ziemlich spannend und witzig gestaltet. Hinzu kommt noch die wunderbare und facettenreiche Stimme von Andrea Sawatzki.

Das Hörbuch wollte ich vor allem deshalb haben, weil es von Frau Sawatzki gesprochen wird und auch wenn ich es inhaltlich an manchen Stellen manchmal etwas langatmig fand, hat mich ihre Stimme über diese kleinen „Tiefen“ im Buch hinweg getragen. Gekonnt setzt sie verschiedene Tonlagen in Szene, um die unterschiedlichen Charaktere herauszuarbeiten und ihnen Leben einzuhauchen. Mir kam es sogar so vor, als würde nicht eine einzige Person das Hörbuch sprechen, sondern wirklich mehrere Personen für bestimmte Figuren einspringen.

Fazit:

Flavia de Luce ist ein sympathisches kleines Mädchen, das unheimlich viel Wissen in ihrem bisherigen Leben angehäuft hat, das ihr nun als Detektivin in ihrem ersten Fall „Mord im Gurkenbeet“ gerade recht kommt. Alan Bradley konstruiert eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die etwas kurios ist und sich um etwas so Gewöhnliches wie Briefmarken dreht. Frau Sawatzki gibt der Geschichte mit ihrer Stimme dann noch den letzten Schliff, weshalb auch langweiligere Passagen schnell vergehen.

Bewertung: [4½/5]

2 Kommentare

  1. Ich mag die Reihe um Flavia de Luce. Es sind zwar erst zwei Romane erschienen und der dritte wird wohl im Oktober erscheinen, aber ich mag Flavia sehr gern. Ich habe beide Bücher als Hörbücher gehört und beide Hörbücher habe ich inzwischen schon zum 2. Mal gehört. Eine Rezension zu den Büchern habe ich auch geschrieben, die zu „Mord im Gurkenbeet“ ist über folgende URL zu erreichen: Buchrezension: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet von Alan Bradley
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

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