[Rezension] Bradley, Alan: Mord ist kein Kinderspiel

Details:

Autor: Alan Bradley
Originaltitel: The Weed that Strings the Hangman’s Bag
Gelesen von: Andrea Sawatzki
Genre: Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Flavia de Luce
Band innerhalb der Reihe: 2
Gattung: Hörbuch
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH ( 2010 )
Dauer: 6 h 30 Min. | gekürzt

Inhalt:

Flavia de Luce ist mit ihren 11 Jahren bereits eine hervorragende Detektivin. Mit ihren vielseitigen Talenten, wie dem Brauen chemischer Tränke, dem Durchführen explosiver Experimente sowie ihrer scharfsinnigen Beobachtungsgabe entgeht ihr selten ein Hinweis. Als der Puppenspieler Rupert Porson (?) mitten auf der Bühne stirbt, steht für Flavia schnell fest, dass das nicht bloßer Zufall war und kann es nicht unterlassen sich auf die Suche nach dem Mörder zu machen. Dabei erfährt sie tragische Verstrickungen aus der Vergangenheit von Bishop‘s Lacey und seiner Bewohner.

Meinung:

Auf dem Friedhof lernt 11-jährige Flavia de Luce eine fremde Frau mit Namen Nijala kennen. Wie sich schnell herausstellt ist sie die Gehilfin des Puppenspielers Rupert Porson, der bekannt ist für sein Magisches Königreich und seiner Erfindung, dem Eichhörnchen Snoddy. Mit diesem tritt er sogar häufiger im Fernsehen auf und ist deshalb recht berühmt in England. Somit lässt sich Bishop‘s Lacey die Gelegenheit nicht nehmen als Veranstaltungsort für Porsons Magisches Reich zu dienen.

Flavia – durch ihre neue Bekanntschaft gesegnet – darf sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen und dabei helfen die Show zu organisieren. Dies verhilft ihr, wie es der Zufall will, als der Macher des Theaters plötzlich auf offener Bühne stirbt und jeder im Saal der potentielle Täter sein kann, dazu die Spur des Mörders aufzunehmen.

Dabei taucht sie in die schmutzigen Geheimnisse Bishop Lazys ein, muss sich nebenbei mit ihrer Tante Felicity herumschlagen, die zu Besuch ist und mit den Erziehungsmethoden ihres Bruders, Flavias Vater, nicht einverstanden ist. Das dörfliche Leben, welches Friede, Freude, Eierkuchen vermittelt, ist in Wirklichkeit in Verwicklungen verstrickt, die nun ans Tageslicht kommen. Da wäre der Deutsche Dieter, ein Kriegsgefangener, der auf dem Hof von Gordon Ingelby arbeitet, oder die verrückte Meg, die vor einigen Jahren den kleinen Robin Ingelby erhängt im Wald gefunden hat. Was ist damals passiert und was genau hat das mit dem Tod des Puppenspielers zu tun? Flavia ist auf einer heißen Spur, die sie in die Vergangenheit von Bishop‘s Lacey führt.

In ihrem zweiten Fall muss Flavia de Luce nicht die Unschuld ihres Vaters beweisen, sondern einen Mord aufklären, der sich vor ihren Augen und denen des gesamten Dorfes ereignet hat. Ein Mann – und dazu noch ein berühmter – ist tot und die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei nicht um einen Unfall handelt steigt von Minute zu Minute. Um den Fall aufzuklären muss sich die 11-Jährige diesmal nicht nur auf ihre eigene Spürnase und ihren Scharfsinn verlassen, sondern auch auf die Erinnerung der Bewohner zählen. Denn die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle in den Verwicklungen, die sich von einer Person zur anderen ausweiten. Irgendwie scheint jeder in die vergangenen Vorfälle um den toten Robin Ingelby verwickelt zu sein, zumindest scheint jeder eine andere Sicht der Dinge zu haben. Wer sagt die Wahrheit?

Besonders gelungen fand ich genau diese Verwicklungen, die nicht nur eine Person als möglichen Täter entlarven, sondern ganz viele verschiedene Figuren könnten in dem alten und neuen Mord ihre Finger im Spiel haben. Man trifft auf alte Bekannte, wie Mrs. Mallet, der Köchin der de Luces, die immer als Erstes Neuigkeiten erfährt, aber deren Kochkünste zu wünschen übrig lassen oder Dogger, der treue Diener ihres Vaters, der den de Luces immer zur Seite steht.

Ein weiterer Pluspunkt war für mich, dass Flavias außergewöhnliche Fähigkeiten dieses Mal nicht allzu abgehoben waren, zumindest empfand ich es diesmal als wahrscheinlicher, dass eine 11-Jährige dieses Wissen auch wirklich haben kann (was auch durch die Erklärung wie sie an dieses Wissen gelangt ist, unterstütz wird). Insgesamt hat mich der zweite Band rundum unterhalten und mich sogar überrascht, da ich die Sorge hatte er könnte gegenüber dem ersten Teil nicht viel Neues bieten. Weit gefehlt!

Fazit:

Mord ist kein Kinderspiel ist ein unterhaltsamer und spannender zweiter Fall für Flavia de Luce. Die sympathische Heldin übertrifft sich an Einfallsreichtum und Kombinationsgabe noch einmal gegenüber dem ersten Teil. Auch das inhaltliche Niveau – das in Band 1 schon hoch war – konnte Alan Bradley in seine kriminalistische Jugendbuchreihe noch einmal anheben. Somit sind die Verstrickungen der Bewohner von Bishop‘s Lacey wirklich sehr gut durchdacht und Überraschungseffekte bleiben für den Hörer nicht ausgeschlossen.

Bewertung: [5/5]

2 Kommentare

  1. Mir hat das Hörbuch auch sehr gut gefallen. Zu Mord ist kein Kinderspiel, habe ich übrigens auch eine kleine Rezension geschrieben und auch ein paar Worte in meinem Podcast dazu gesagt.

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