[Rezension] Carter, Timothy: Dämonenhunger

Details:

Originaltitel: Epoch
Genre: Fiction
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Knaur ( 2009 )
Seiten: 298

Klappentext:

Vincent hatte die Schranktür geöffnet und nach eine Tüte Zucker gegriffen, als sein Blick auf ein sonderbares Geschöpf fiel, das eindeutig nicht in einen Küchenschrank gehörte. »Hast du ein Glotzproblem, oder warum starrst du so?«, fragte es unfreundlich.

So richtig leicht hat Vincent es nicht: Sein Bruder nervt, seine Eltern gehören einer merkwürdigen Sekte an – und dann erfährt er auch noch von einem übellaunigen Elf, dass die Vernichtung der Menschheit durch hungrige Dämonen unmittelbar bevorsteht. So etwas kann einem wirklich den Tag versauen! Also muss Vincent sich schleunigst darum kümmern, die Welt zu retten. Falls das überhaupt noch möglich ist…

Inhalt:

Vincent Drear ist ein ganz normaler Junge. Zumindest beinahe: Sowohl seine Eltern als auch sein Bruder Max gehören einer Sekte an, den Anhängern des Triumvirats, die vom Weltuntergang und der Existenz unzähliger Dämonen sprechen, was für den Jungen alles nur Humbug zu sein scheint. Als Vincent eines Tages tatsächlich einem magischen Wesen gegenübersteht, der vom Untergang der Erde spricht, sieht er sich vor einem wahren Glaubenskonflikt gestellt.

Meinung:

Vincents Familie ist nicht ganz normal: Seine Eltern gehören zu einer Sekte und unterdrücken ihren jüngsten Sohn wo es nur geht, denn er ist keinesfalls ein Anhänger des Triumvirats. Als er eines Tages ein seltsames Wesen erblickt, das wie ein Dämon aussieht, muss er sich fragen, ob die Lehren der Sekte doch nicht ganz so falsch sind, wie er immer vermutet hat.

Der Dämon stellt sich schnell als Elf heraus. Doch leider sind diese Wesen ihm nicht sonderlich wohl gesonnen. Kaum erfährt er durch seine ehemalige Babysitterin Chanteuse, um was es sich bei diesen Gestalten handelt, nehmen diese ihn auch schon gefangen und pflanzen ihn einen Obyon – einen winzigen Käfer, der es den Elfen ermöglicht Vincent zu kontrollieren – in die Nase. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf.

Vincent trifft neben Elfen auch auf die Feen Nod und Clara, die ihm von den Portalen erzählen – Öffnungen in der Welt, welche die Menschheit vor der völligen Vernichtung bewahren könnten. Während der Junge einerseits im Auftrag der Elfen Dinge gegen seinen Willen tun muss, versucht er andererseits seine Freundin Chanteuse um Hilfe zu bitten, denn die Dämonen sind bereits auf dem Anmarsch, um die herrschende Spezies der Erde – den Menschen – zu vernichten.

Der Leser wird von Anfang an in die Geschichte involviert. Der Erzähler spricht ihn direkt an und nimmt dabei keinen Blatt vor den Mund. Er klärt vielmehr sofort auf, dass dieses Buch vom unausweichlichen Untergang der Erde erzählt und auch kein Superheld auftauchen, der diesen verhindert wird. Der unterschwellige und belustigende Ton des Erzählers zieht sich beinahe die gesamte Geschichte hindurch. Dennoch schwingt an einigen Stellen ein kritischer Unterton mit, was dem Buch auch etwas Tiefe verleiht: Vincents Eltern sind vollkommen geblendet von der Sekte, in der sie mitwirken, dass sie die Bedürfnisse ihres Sohnes nicht erkennen und ihn stattdessen zwingen sektenkonform zu handeln.

Allerdings fand ich, als Leser, das Buch an manchen Stellen nicht ganz rund. Der Autor spielt mit Humor und Armageddon-Szenerien gleichermaßen, was sich nicht immer mit einander vereinbaren lässt. Teilweise wird nur wild aufeinander eingeprügelt. Diese Szenen hätten ausgespart und mit Bedeutungsträchtigeren gefüllt werden können. Dennoch zieht das Buch einen mit, während Kapitel für Kapitel der Countdown zum Ende der Welt gezählt wird.

Fazit:

Dämonenhunger von Timothy Carter erzählt vom Untergang der Erde und von der Vernichtung der gesamten Menschheit. Mittendrin steckt Vincent, ein beinahe normaler Junge, der gemeinsam mit Chanteuse, die von seinen Eltern als Hexe beschimpft wird, den Weltuntergang verhindern soll. Dabei kommen ihnen Elfen und Feen zur Hilfe, die ihnen allerdings auch den einen oder anderen Stein in den Weg legen. Auch wenn manche Szenen im Buch nicht ganz passend erscheinen und weniger Prügeleien besser zu lesen gewesen wären, ist Dämonenhunger eine unterhaltsame Zwischenlektüre vom Ende der Welt mit humoristischem Charakter.

Daher 3 von 5 möglichen Sternen.

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