[Rezension] Collins, Suzanne: Catching Fire

Details:

Deutscher Titel: Gefährliche Liebe
Autor: Suzanne Collins
Sprache: Englisch
Genre: Dystopie
Reihe: The Hunger Games
Band innerhalb der Reihe: 2
Gattung: Roman
Verlag: Scholastic ( 2009 )
Seiten: 472

 

Inhalt:

Katniss und Peeta haben die 74. Hunger Games überlebt. Doch das Kapitol beobachtet Kat mit Argusaugen, denn durch ihr Handeln hat sie Unruhen im ganzen Land ausgelöst. Einzig die Tatsache, dass sie sich nur aus Liebe zu Peeta so verhalten hat, ist es zu verdanken, dass sie noch lebt. Doch Präsident Snow hat sie durchschaut und er plant Schreckliches mit der 17-Jährigen, die die tödlichen Spiele überlebt hat.

Meinung:

Die Hunger Games sind vorbei. Seit ein paar Monaten befinden sich Katniss und Peeta wieder in Distrikt 12. Doch zwischen beiden ist alles anders geworden. Sie sprechen kaum noch miteinander, denn Kat weiß ihre Gefühle gegenüber Peeta nicht einzuordnen und außerdem gibt es da ja noch Gale, ihren besten Freund seit Kindertagen.

Jeder versucht sich auf eine andere Art und Weise von der Erinnerung an die Hunger Games abzulenken: Kat jagt, Peeta backt und Haymitch trinkt. Doch in Kürze steht die Siegertournee an, in welcher die beiden Gewinner durch alle Distrikte reisen und den Menschen gegenübertreten müssen, deren Kinder nicht überlebt haben. Außerdem müssen sie wieder so tun als wären sie bis über beide Ohren verliebt, denn nur dann wird Katniss vom Kapitol vergeben werden. Denn nur durch ihre List, hat sie den Spielemacher dazu gebracht, sowohl Peeta als auch sie zu Siegern der 74. Hunger Games zu erklären.

Der Plan scheint aufgegangen zu sein, doch kurz bevor die Tour beginnt, steht plötzlich Präsident Snow in Kats Haus. Er macht ihr unmissverständlich deutlich, dass Kat es schaffen muss nicht nur alle Distriktbewohner und Einwohner des Kapitols von ihrer unsterblichen Liebe zu Peeta zu überzeugen, sondern auch ihn höchstpersönlich. Denn wenn nur ein Funke an Zweifel zurückbleibt, dass Kat doch geplant hat sich gegen das Kapitol aufzulehnen und mit ihrem Handeln eine Rebellion anzetteln wollte, dann wird das nicht nur sie büßen, sondern ihre ganze Familie und Freunde.

In diesem Jahr stehen ganz besondere Hunger Games an, nämlich der Quater Quell. Alle 25 Jahre lässt sich das Kapitol dazu etwas Spezielles einfallen, um an die Dunklen Tage – als Distrikt 13 sich gegen das Kapitol aufgelehnt hat und deshalb ausgelöscht worden ist – zu erinnern. Einmal wurden doppelt so viele Tributes in die Arena geschickt und ein anderes Mal mussten die Familien der Distrikte selbst entscheiden, welche Kinder sich dem tödlichen Spiel stellen sollten. In diesem Jahr hatte Präsident Snow seine Finger im Spiel, denn es passiert das Unglaubliche, was Katniss und Peetas Welt noch einmal beinahe zerstören soll.

War der erste Band von Suzanne Collins‘ Reihe schon aufregend und spannend, so hat sie sich in Catching Fire damit noch einmal selbst übertroffen. Die Ereignisse sind nicht vorhersehbar und gerade deshalb ist der Leser bis auf die letzte Seite gefesselt. Die Autorin entwirft eine Geschichte, die bis ins kleinste Detail durchdacht ist, und das nicht nur was Panems Regierungssystem und die einzelnen Distrikte betrifft.

Aber auch auf der emotionalen Schiene wird der Leser mitgerissen. Als Katniss vor den Menschen von Distrikt 11 steht, der Region aus der die 12-jährie Ruhe stammte, die sie bei den Hunger Games nicht retten konnte, bricht es aus ihr heraus: Sie bedankt sich bei den Menschen, die ihr ein Stück Brot in die Arena gesandt haben als Dank dafür, dass sie Rue ihre letzte Ehre erwiesen hat. Aber damit erreicht Kat genau das Gegenteil, was Präsident Snow von ihr verlangt. Die Menschen stehen zu ihr wie eine Einheit. Diese Szene war für mich eine der Bewegendste im ganzen Buch. Suzanne Collins verwebt die Ereignisse aus Band 1 gekonnt mit den Erzählsträngen, sodass man im Hinterkopf immer miterlebt, wie Kat und Peeta um’s nackte Überleben gekämpft hatten.

+++ ACHTUNG SPOILER +++

An dieser Stelle muss ich doch Spoilern, denn es war einfach zu unglaublich zu lesen. Der diesjährige Quater Quell, die 75. Hunger Games, hat als Besonderheit, dass die Tributes diesmal aus dem Pool der Sieger jedes einzelnen Distrikts gewählt werden. In Distrikt 12 gibt es genau drei Sieger. Kat, Peeta und Haymitch. Es hat mich wie einen Schlag getroffen als dort plötzlich geschrieben stand: I am going back into the arena. Das war eine emotionale Talfahrt ohnegleichen. Ich war total fertig und ab diesem Satz konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Ich war gefesselt, gebannt und nervlich völlig am Ende. Und wenn ich jetzt noch dran denke, bringt mich der Gedanke, dass Kat diesmal nur ein Ziel hat – das ich hier doch nicht verraten will – völlig aus dem Konzept.

+++ SPOILER ENDE +++

Dieses Mitfühlen ist nicht zuletzt der Protagonistin zu verdanken. Kat ist eine tolle Persönlichkeit. Sie schlägt sich durch das Leben, versucht sich durch jede Widrigkeit zu kämpfen und handelt nach ihrer Intuition. Dennoch gibt sie sich für vieles die Schuld: Den Tod Rues, den getöteten Mann in Distrikt 11 – der auf der Siegertour Rues Mockingjaytöne gepfiffen hat – oder die Tatsache, dass ihre Familie nach den Hunger Games in noch größerer Gefahr zu schweben scheint.

Aber auch die Szenen zwischen Kat und Peeta sind wunderschön, als sie beispielweise auf den Zugfahrten in einem Bett schlafen, um sich gegenseitig vor ihren Albträumen zu schützen. Auch wenn ihre Beziehung nicht immer meinen Wunschvorstellungen entsprochen hat, fand ich es doch sehr passend zu Katniss‘ Persönlichkeit. Sie ist zweigespalten zwischen Peeta und Gale, zwischen der Verantwortung gegenüber ihrer Familie und dem, was sie tun muss, um sich und ihre Lieben zu retten.

Fazit:

Suzanne Collins zweiter Band der Hunger Games Reihe Catching Fire hat mir beinahe den Atem geraubt. Es war eine emotionale Berg- und Talfahrt, zu der ich momentan keinen Vergleich finden kann. Für mich war Catching Fire sogar noch ein Stückchen besser als The Hunger Games (Teil 1), denn Peeta und Kat wachsen mehr zusammen, auch wenn immer noch zu viel zwischen den beiden steht (das Unglaubliche im Spoiler). Dieses Buch ist spannungsgeladen bis zur letzten Seite und ich rate jedem Leser gleich Band 3 parat zu halten, denn ich musste sofort weiterlesen.

Daher gibt es von mir5 von 5 möglichen Sternen.

4 Kommentare

  1. Deine Rezension hat mich grade daran erinnert, wie ich mich vor einem Jahr beim Lesen gefühlt habe. Genau gleich nämlich! Und bei mir war’s genau der gleiche Satz, der mich so tief in die Geschichte reingezogen hat, dass ich das Buch dann in einem Rutsch fertig lesen musste!

  2. @ Stefanie: Deshalb bin ich wohl auch so von Mockingjay begeistert, weil mich das nochmal tiefer reingedrückt hat in die ganze Sache, so gleich nach Catching Fire. Ich bin so froh, dass ich gewartet habe, bis Band 3 erschienen ist. 🙂

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