[Rezension] Condie, Ally: Atlantia

Details:
Autorin: Ally Condie | Originaltitel: Atlantia | übersetzt von Stefanie Schäfer | Genre: Jugendbuch | Reihe: ? | Gattung: Roman | Verlag: FISCHER FJB ( 2015 ) | Seiten: 409

Atlantia von Ally CondieDie Zwillingsschwestern Bay und Rio leben in Atlantia, einer Welt tief unten im Meer. Sie leben im Unten. Während die zurückgebliebenen Menschen im Oben ihnen seit der Jahrhunderte zurückliegenden Teilung Nahrung schicken und so dafür sorgen, dass die Menschen in Atlantia lange leben, während durch Luftverschmutzung und Gifte die Menschen im Oben nur ein hartes und beschwerliches Leben führen. Jeder Bewohner Atlantias hat ein einziges Mal die Wahl: möchte er für immer im Unten leben oder nach Oben gehen? Mit einer Ausnahme: Von jeder Familie, muss ein Mitglied in Atlantia bleiben.

Ein Verrat

Rio träumte schon immer vom Oben, von den Bäumen und der Welt, die so unendlich ist. Doch als ihre Mutter, die Hohepriesterin Ozeana, stirbt und viele darin keinen Unfall sehen, verspricht sie ihrer Schwester mit ihr gemeinsam in Atlantia zu bleiben. Denn Bay liebt die atmende Stadt. Doch als Rio ihre Entscheidung trifft, folgt Bay ihr nicht. Sie geht nach oben. Völlig entsetzt und wie betäubt, bleibt Rio im Unten zurück. Wortlos ist ihre Schwester gegangen, keine Nachricht wartet auf sie und Rio vermisst ihren Zwilling so sehr, dass sie alles daran setzt, aus Atlantia zu fliehen. Doch eine Flucht scheint unmöglich, die Stadt will ihre Bewohner mit allen Mitteln innerhalb ihrer Grenzen behalten.

Aber Rio ist fest entschlossen. Ihre Familie ist zerstört und zu ihrer Tante Maire fasst sie kein Vertrauen. Denn diese ist eine Sirene und wurde fernab der Familie erzogen. Sirenen haben wundervolle Stimmen, mit denen sie grausame sowie schöne Dinge vollführen können. Doch die Bewohner Atlantias haben Angst vor ihnen. Einst wurden sie wie Götter verehrt, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Aber nicht nur Maire plant ihr eigenes Spiel, auch der neue Hohepriester Nevio hat Pläne für Atlantia.

Die Geheimnisse von Oben und Unten

Während Rio ihr ganzes Leben lang im Schatten ihrer Familie gelebt hat – denn auch sie ist eine Sirene und um niemals ihre wahre Stimme zu benutzen, muss sie all ihre Kraft aufwenden – steht sie nun im Mittelpunkt als einzig zurückgelassene Tochter Ozeanas. Doch Rio ist fest entschlossen: Sie hat nur ein Ziel vor Augen, nach Oben gelangen und ihre Schwester nach dem Warum fragen: Warum hat sie sie verlassen?

Rio nimmt in ihrer Verzweiflung jedes Hindernis auf sich und versucht doch auf eigene Faust ihren Weg nach oben zu finden. Sie vertraut niemandem. Selbst True nicht, der auch einen Freund an das Oben verloren hat und für den sie langsam Gefühle entwickelt. Sie vertraut Maire nicht und Nevio, dem Hohepriester, der sie aus dem Tempel schmeißt noch viel weniger. Rio ist eine Einzelkämpferin, die auf ihrem Weg aber noch viel mehr entschlüsselt. Nicht nur der Tod ihrer Mutter ist geheimnisumwittert, sondern auch die Teilung von Oben und Unten, die längst zu einer Legende geworden ist. Aber stimmen die Geschichten tatsächlich oder wird den Bewohnern Atlantias etwas vorgegaukelt? Stück für Stück eröffnet die Autorin Ally Condie die Geheimnisse der Stadt und die Geschichte schreitet schnell voran, auch wenn sie teilweise in der Vergangenheit hängen bleibt und den Weg nach oben durch schlingernde Pfade immer wieder verschiebt.

Atlantia ist ein tolles Buch, das über eine geschlossene Gesellschaft berichtet, die eigentlich längst über den Punkt hinaus ist, sich geehrt zu fühlen unter dem Meer ein langes und sorgenfreies Leben zu führen. Atlantia hat seine eigenen Götter errichtet und der Glaube ist ein wichtiges Instrument für die Bewohner unter dem Meeresspiegel. Rio ist eine tapfere Heldin, die manchmal vielleicht zu viel Misstrauen in sich hegt, deren Herz aber am rechten Fleck ist. Sie beginnt nicht nur für sich selbst zu kämpfen, sondern auch für die Wahrheit, die immer mehr im Dunkeln zu verschwinden droht. In Atlantia erzählt Ally Condie sehr viel über die Gepflogenheiten Atlantias und wie sich seine Gesellschaft innerhalb einer doch recht kleinen Sauerstoffglocke entwickelt hat. Die Vergangenheit wird bedeutungsvoll, als die Zukunft von Atlantia zu kippen droht und auch wenn Rio manchmal völlig hilf- und kraftlos wirkt, findet sie immer wieder den Mut weiterzumachen und stößt dabei manchmal ganz zufällig auf den Weg, der ihr bestimmt ist, als eine der letzten Sirenen Atlantias.

Ein Kommentar

  1. Hi 😀

    Interessante Rezi, irgendwie hat mich das Buch nie wirklich angesprochen, vielleicht weil ich die Cassia & Ky Trilogie der Autorin nicht besonders mochte, aber die Geschichte klingt eigentlich doch gar nicht schlecht. Vielleicht sollte ich das Buch mal etwas genauer anschauen. 🙂

    glg Nadja

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