[Rezension] Coupland, Douglas: Generation A

Details:

Originaltitel: GENERATION A
Autor: Douglas Coupland
Genre: Dystopie
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Heyne ( 2012 )
Seiten: 333

Inhalt:

Die nahe Zukunft: Das ökologische System der Erde ist zusammengebrochen Alle Bienen sind ausgestorben und durch die Vernichtung dieser wertvollen Insekten wird die Welt braun, Obst Mangelware und viele Blumen gibt es nur noch in der Erinnerung der Menschen. Eines Tages werden in kürzester Zeit fünf Menschen von fünf Bienen gestochen. Zufall? Die Welt jedenfalls spielt verrückt und stilisiert die unfreiwilligen Berühmtheiten zu Heiligen.

Meinung:

Generation A spielt in unserer nahen Zukunft, wie sie aussehen könnte, wenn das Ökosystem der Erde nicht mehr mitspielt. Alle Bienen sind ausgestorben und durch das Fehlen dieser wichtigen Brummer ist Obst zum Luxusgut geworden. Die Menschheit hat die Hoffnung für die Zukunft verloren und viele der Menschen verlieren sich in Solon, einer Droge, die bewirkt, dass jeder Ruhe allein sein möchte.

In dieser Welt gibt es fünf Personen, die beinahe zeitgleich von fünf aus dem Nichts auftauchenden Bienen gestochen werden. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht richtig in die Gesellschaft integriert sind, sondern auf irgendeine Art und Weise Außenseiter darstellen. Ansonsten haben die fünf Opfer der Bienen keine Gemeinsamkeiten.

Zack ist direkt und sagt was er denkt, er suhlt sich in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Samantha, deren Eltern beschlossen haben ab sofort an Nichts zu glauben, ist ausgeflippt. Sie war zum Zeitpunkt des Bienenstichs gerade dabei ein „Erdsandwich“ mit einer Internetfreundin zu machen. Diana hat das Tourette-Syndrom und sucht den Mann für’s Leben. Der spielsüchtige Julien hat die Uni geschmissen und war gerade aus dem Spielcenter geworfen worden, als ihn eine Biene im Park stach und Harj lebt auf Sri Lanka und verkauft via Telefon amerikanische Markenklamotten.

Ab dem Zeitpunkt des Bienenstichs verlieren alle fünf Hauptfiguren ihre Menschenrechte. Sobald der Vorfall bekannt wird, kommen Soldaten und Wissenschaftler, welche die Fünf getrennt für einen Monat, in sterilen, weißen und unterirdischen Räumen, festhalten. Dort gibt es kein Tageslicht, keine Markennamen an Möbeln oder Kleidungsstücken, keine kulturelle Güter, wie Bücher, oder Informationen von außen, wie Fernseher oder Internet, und keine Menschenseele, lediglich eine computergenerierte Stimme, die zu ihnen spricht. Wieder in Freiheit erkennen die „Bienen-Menschen“, dass ihr altes normales Leben vorbei ist und so stimmen sie zu, sich gemeinsam auf einer Insel zu treffen.

Fünf unterschiedliche Charaktere treffen durch einen scheinbaren Zufall, dem Bienenstich, aufeinander. Fünf Figuren, die auf ihre eigene Weise am Rande der Gesellschaft leben, die nicht mit dem Großteil der Menschen übereinstimmen. Sie sind schillernde oder unscheinbare Figuren und es ist interessant ihren unterschiedlichen Perspektiven zu folgen, wie ihre Sicht auf die Welt ist und wie sich das Geschehen ereignet hat, aus welchem Leben sie gerissen wurden, als die Biene sie stachen. Durch sie bringt der Autor Douglas Coupland Leben in das Buch und macht es interessant.

Und dennoch kommt beim Leser schon am Anfang immer wieder der Gedanke, wo ist die Insel, auf der sich laut Klappentext noch so viel ereignen soll. Als diese nach gut der Hälfte des Buches auftaucht, wird man als Leser aber ziemlich enttäuscht, denn das Hauptaugenmerk dort liegt darin, dass die fünf Protagonisten sich gegenseitig Geschichten erzählen und so unbewusst das Ende und damit die Auflösung der ganzen Handlung herbeiführen. Das Ende passt irgendwie schon alles zusammen, aber wirklich befriedigend war es nicht.  Bei längerem Nachdenken allerdings kommen mir Zweifel, ob man nicht hier und da eine Schwachstelle finden kann, denn bei mir ist ganz stark das Gefühl hängen geblieben, dass das Ende an den Haaren herbeigezogen wurde.

Fazit:

Generation A hat vielversprechend begonnen. Die Einführung der fünf Hauptfiguren war unterhaltsam und hat eine Spannung aufgebaut, die nach und nach allerdings abflaut, denn als die Bienenstichopfer endlich auf der schon im Klappentext erwähnten Insel ankommen, geht der Handlungsfortschritt nur noch stockend voran und mündet in ein gezwungen herbeigeführt wirkendes Ende.

Bewertung: [2 ½ /5]

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