[Rezension] Tong Cuong, Valérie: Das Atelier der Wunder

Details:
Originaltitel: L’Atelier des Miracles | Autorin: Valérie Cuong Tong| übersetzt von: Doris Heinemann | Genre: Romane & Erzählungen | Reihe: – | Gattung: Roman | Verlag: Thiele Verlag ( 2014 ) | Seiten: 240

Das Atelier der WunderMillie, Mariette und Mike sind drei ganz verschiedene Persönlichkeiten, denen das Leben auf ganz unterschiedliche Art und Weise böse mitgespielt hat. Millie ist Anfang 20 und lebt allein, sie hat keine Freunde und schleppt sich von einem Zeitarbeitsjob zum nächsten. Als in ihrem Haus ein Feuer ausbricht, nutzt sie die Chance ein völlig neues Leben zu beginnen. Mariette hingegen steht kurz vor dem Burnout. Ihre Schulklasse versucht sie systematisch zu zerstören und es gibt niemanden, der ihr glaubt, weder der Schulleiter noch ihr Mann, der sich mehr um seine politische Karriere kümmert ein und seine Frau nur müde belächelt. Mike lebt auf der Straße. Er ist ein desertierter Soldat, der Bücher liebt und sehr belesen ist. Er hat ein gutes Herz, doch eine zweite Chance will ihm niemand geben.

Der mysteriöse Monsieur Jean gibt allen dreien diese Chance, um ihre Seele zu heilen und ein neues Leben einläuten zu können. Aber spielt der charmante und hilfsbereite Jean, Leiter des Ateliers der Wunder, wirklich eine so samariterhafte Rolle oder steckt mehr als nur Nächstenliebe hinter seiner Güte?

Ein neues Leben und der Glaube an sich selbst

Alle drei beginnen ein neues Leben, ein Leben, in welchem sie den Glauben an sich selbst zurückgewinnen, in welchem sie gebraucht werden und in welchem es Menschen gibt, denen sie vertrauen können. Aber der Schein trügt, denn auch im Atelier der Wunder gibt es Geheimnisse, gibt es Neid und Tücke. Warum kann sich Monsieur Jean von einem Augenblick zum nächsten in einen beinahe gehässigen Mann verwandeln. Welche Masken trägt er und zu welchem Zweck? Was erwartet er von den Menschen, denen er den Glauben an sich selbst zurückgibt?

Wie man das Leben in die eigenen Hände nimmt

Jeder Mensch braucht einen kleinen Schubs im Leben, denn manchmal reicht es nicht aus eigene Entscheidungen zu fällen und sich damit treu zu bleiben, sondern man benötigt den Zuspruch anderer, Menschen, die an einen glauben. Als einsamer Stern am Horizont kann man nicht überleben und letztendlich darf der Glaube an sich selbst nicht fehlen, denn nur wenn man für sich selbst einstehen kann, kann man sein eigenes Leben ändern. So beschreibt Valérie Coung Tong es in ihrem federleichten Roman und auch wenn ich die Idee dahinter sehr schön finde, ihre Figuren liebenswert sind und die Handlung immer wieder Schwung aufbringt mit den heimlichen Machenschaften des Monsieur Jean, so hat mir doch das i-Tüpfelchen gefehlt. Der Knaller, der aus einem schön zu lesenden Roman, eine kleine Perle macht. Das Atelier der Wunder ist eine angenehme Lektüre, die vom Leben und vom Glauben an sich selbst erzählt, von Freundschaft und von Entscheidungen, die man nicht rückgängig machen kann. Es bleibt aber eine kurzweilige Lektüre, die leider zu wenig im Gedächtnis nachhallt.

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