[Rezension] Fforde, Jasper: Irgendwo ganz anders

Details:

Originaltitel: First Among Sequels
Autor: Jasper Fforde
Genre:  Fiction, Romane & Erzählungen
Reihe: Thursday-Next-Reihe
Band innerhalb der Reihe: 5
Gattung: Roman
Verlag: dtv premium ( 2009 )
Seiten: 407

Klappentext:

Thursday Next führt ein gefährliches Doppelleben. Zwischen Teppichhandel, BuchWelt und Käseschmuggel muss sie mit dem Tod von Sherlock Holmes klarkommen und herauskriegen, warum die Romane von Thomas Hardy plötzlich überhaupt nicht mehr lustig sind …

Inhalt:

Im fünften Fall für Thursday Next muss die Protagonistin das Ende der Zeit – und damit der gesamten Geschichte – verhindern. Außerdem bekommt sie es mit alten Feinden zu tun, wie dem Minotaurus, der sie umbringen will und der Gedankenmanipulatorin Aornis Hades. Sie begegnet aber auch der exzentrischen Mrs Bennet aus Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ und wird damit beauftragt in der BuchWelt neue Jurisfiktions-Agenten auszubilden – was ungeahnte Folgen hat.

Meinung:

Thursday Next führ ein ruhiges Leben: Sie wohnt mit ihrer Familie in Swindon und arbeitet inzwischen als Teppichverkäuferin. Doch der Schein trügt, denn bereits seit 14 Jahren verheimlicht sie ihrem Ehemann Landen, dass sie immer noch für SO-27, der Einheit gegen literarische Verbrechen, arbeitet und darüber hinaus in der BuchWelt eine aktive Jurisfiktion-Agentin ist. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Thursday sich sowohl um rasant fallende Leserzahlen in der fiktionalen Welt kümmern muss, als auch verhindern muss, dass das Ende der Zeit in der Wirklichkeit eintritt.

Diese Katastrophe, bei der die gesamte Geschichte aufgerollt und vernichtet wird, kann nur Friday, Thursdays Sohn abwenden. Er wird eines Tages Chef der ChronoGarde, welche für den korrekten Ablauf der Zeit verantwortlich ist. Bislang sieht es aber nicht so aus. Der 16-Jährige verschläft den halben Tag und weigert sich standhaft gegen eine Karriere bei der Zeitpolizei und seine Mutter ist mit ihrem Latein am Ende.

Außerdem kämpft Großbritannien mit einem „DummheitsÜberschuss“: die regierende Commonsense-Partei hat beschlossen ein intelligentes Regierungsprogramm auf die Beine zu stellen und alle dummen Entscheidungen zu sammeln. Leider ist dabei ein riesiger Haufen an Dummheiten entstanden, der nun mit einem Mal ausgegeben werden muss.

Die Probleme in der BuchWelt nehmen nach und nach auch überhand. Thursday begegnet einem SuperLeser, wird immer noch vom entflohenen Minotaurus gejagt und muss verhindern, dass Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ komplett umgeschrieben wird.

Jasper Ffordes Humor ist einmalig und schickt seine Leser mit Thursday Next auf unglaubliche Abenteuer. Im ersten Teil erklärt der Autor, wie die BuchWelt funktioniert, was für alteingesessene Thursday-Next-Fans etwas langatmig zu lesen ist, aber gleichzeitig die vorangegangenen Ereignisse der ersten vier Bücher auffrischt.

Ffordes irrwitzige Ideen sind chaotisch, lustig und unvorhersehbar. Die Protagonistin steht vor schier unlösbaren Problemen und schafft es doch immer wieder sich daraus zu befreien, nur, um in den nächsten Schlamassel hineinzugeraten. Diesmal hat es der Leser aber nicht nur mit der Thursday Next zu tun, die er kennt, sondern ebenfalls mit zwei Romanfiguren. Denn Jasper Fforde konstruiert in seinem Buch mehrere Ebenen, bestehend aus der fiktionalen Realität, der BuchWelt und den fünf Thursday-Next-Romanen, welche von zwei Thursday-Romanfiguren belebt werden.

Verwirrend? Daran muss man sich gewöhnen, wenn man Ffordes Bücher in die Hand nimmt, denn sein Ideenreichtum ist grenzenlos und die transfiktionalen Verstrickungen von „Außenland“ und BuchWelt stehen für Chaos und Wirrwarr. Aber gerade diese Verwirrrung machen die Thursday-Next-Romane aus. Besonders Buchliebhaber dürften die irrwitzigen Geschichten erfreuen, denn der Autor entführt in eine Welt, in der es möglich ist den Figuren seiner Lieblingsbücher zu begegnen.

Fazit:

Jasper Ffordes fünfter Thursday-Next-Roman besticht – wie nicht anders zu erwarten – wieder mit Ideenreichtum, Chaos und vielen witzigen Abenteuern. Obwohl der erste Teil des Buches für eingefleischte Thursday-Fans an manchen Stellen etwas langatmig sein mag, so frischt er doch die vergangenen Ereignisse auf und führt nochmals in die komplizierten Strukturen der BuchWelt ein. Fforde schafft es auch in diesem Band immer wieder den Leser mit seinen kuriosen Ideen zu überraschen.

Daher gibt es von mir4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den Deutschen Taschenbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

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