[Rezension] Gier, Kerstin: Silber – Das zweite Buch der Träume

Details:
Autorin: Kerstin Gier | Genre: Jugendbuch | Reihe: Silber | Band innerhalb der Reihe: 2 | Gattung: Roman | Verlag: Fischer Jugendbuch ( 2014 ) | Seiten: 415

Rezension zu Band 1: Silber – Das erste Buch der Träume

Kerstin Gier - Das zweite Buch der TräumeLiv Silber und ihre Patchwork-Familie führen inzwischen ein gemäßigtes Leben. Der Mordanschlag auf die Schülerin ist vorerst vergessen und wenn die gehässige Mutter ihres Beinahe-Stiefvaters Ernest nicht wäre, dann gäbe es kaum Probleme im Londoner Haus der Spencers. Alles könnte geradezu wunderbare sein; wäre da nicht der geheime Traumkorridor, der verrückte „Senator Tod Nord“ und die anonyme, aber allwissende Secrecy.

Wirres Chaos und ein Fettnäpfchen nach dem anderen

Liv Silber und ihre Schwester Mia leben in einem Haushalt, in dem ständig etwas los ist. Sei es das verliebte Kindermädchen Lottie, die nervige „Stiefschwester“ Florence oder die zickige Freundin von „Stiefbruder“ Grayson, die Liv auf den Tod nicht ausstehen kann. Während sie mit ihrem Freund Henry eigentlich glücklich sein könnte, ziehen dunkle Wolken über Livs Heim auf. Sie sieht Henry fast nur noch im Traum und nicht nur ihre Klassenkameraden munkeln über eine baldige Trennung, sondern auch Liv ist sich unsicher, denn Henry scheint ihr wichtige Dinge aus seinem Leben zu verheimlichen. Traut er ihr nicht?

Aber das ist nicht alles. Eines Nachts beginnt Mia schlafzuwandeln und droht Liv dabei mit einem Kissen zu ersticken. Treibt sich jemand in ihren Träumen herum? Wer ist außerdem der seltsame Senator Tod Nord, der sich auf dem Traumkorridor herumtreibt – etwa ein Verbündeter Anabels, die in der Psychiatrie eingesperrt ist? Wäre doch schon die reale Welt allein kompliziert genug, so verheddert sich Liv immer weiter in ihr Traumland und vergisst manchmal den Unterschied zwischen Realität und Traum.

Ein tolles Ende – aber die Figuren ….

Und während Kerstin Gier wieder durch ihren tollen und erfrischend-euphorischen Schreibstil besticht, so plätschert die Handlung Schlag auf Schlag vor sich hin. Es passiert viel und ständig etwas, doch insgesamt betrachtet schreitet die Handlung kaum voran. Aber was ist DIE Handlung? Silber – Das zweite Buch der Träume besteht vielmehr aus vielen, kleinen Ereignissen, die eine bunte Mischung ergeben, aber nicht so ganz überzeugen. Es ist sehr viel Teenie-Herzschmerz vorhanden, auf das ich gut hätte verzichten können – das mag vielleicht daran liegen, dass ich schon herausgewachsen bin. Was mich aber wirklich gestört hat, war nicht dieses Gefühlschaos sondern das, was Liv daraus macht.

Sie ist innerlich eine schlagfertige jung Frau, kommt es aber zur Konfrontation kann sie selten halten, was sie dem Leser (sozusagen) verspricht. Mia hingegen sagt, was sie denkt, und steht zu dem, was sie tut, womit sie ihrer älteren Schwester einen großen Schritt voraus ist. Aber auch alle anderen Figuren scheinen mit in diesem Band so zurückhaltend gezeichnet, dass sie beinahe hinter dem Handlungschaos verschwinden. Es passiert viel (Unwichtiges) und eigentlich dürfte keine Langeweile aufkommen, doch lediglich das Ende des Buches hat mich wirklich überzeugt. Hier kommt wieder die Vorfreude auf, Band 3 lesen zu wollen, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Dort wird DIE Handlung dann hoffentlich auch weitererzählt …

By the way: die Gestaltung des Buches ist umwerfend, allein schon wenn man den Schutzumschlag abnimmt und die erste Seite aufschlägt. Überall verstecken sich liebevolle Zeichnungen.

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