[Rezension] Heitmann, Tanja: Schattenschwingen

Details:
Originaltitel: Schattenschwingen
Autor: Tanja Heitmann
Genre: Jugendbuch, Young Adult, Fantasy
Reihe: Schattenschwingen-Trilogie
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: cbt ( 2010 )
Seiten: 443

Klappentext:

Als Milas neuer Freund Sam verschwindet, glauben alle an seinen Tod. Alle, außer Mila. Sie allein ist davon überzeugt, dass Sam zu ihr zurückkehren wird. Und tatsächlich: An ihrem sechzehnten Geburtstag steht Sam wieder vor ihr. Aber er ist nicht mehr der, der er einmal war …

Inhalt:

Milas Freund Sam, der eine ungewöhnlich helle Aura besitzt,verschwindet eines Nachts. Alle vermuten, dass er die Klippen am Meer hinuntergestürzt und ertrunken ist, nur Mila glaubt nicht daran. Denn für sie war Sam schon immer etwas Besonderes, jemand, der nicht von dieser Welt ist und der einen Sturz von den Klippen überleben kann …

Meinung:

Die 16-jährige Mila schwärmt für den besten Freund ihres Bruders, Sam. Schon seit sie mit elf Jahren an den Küstenort St. Martin gezogen ist und ihn zum ersten Mal gesehen hat, ist das Mädchen davon überzeugt, dass er nicht von dieser Welt ist. Sam ist etwas Besonderes, ihn umgibt eine helle Aura, die jeder Mensch in seiner Umgebung auf die eine oder andere Art wahrzunehmen scheint. Mila allerdings ausnehmend stark, denn sie hat als künstlerischer Mensch den Hang dazu sich in Details, in Kleinigkeiten oder Besonderheiten zu verlieren.

Als die beiden ein Paar werden, beginnt Mila aber Sam auch noch auf eine andere Art zu sehen. Jetzt stellt diese außergewöhnliche Aura, das Andersartige, eine Gefahr dar, denn wenn ihr Freund wirklich kein gewöhnlicher Mensch ist, dann gehört er nicht an diesen– menschlichen – Ort. Auch Milas Eltern machen sich Sorgen, besonders ihr Vater ist nicht begeistert davon, dass seine Tochter mit Sam zusammen ist. Denn dessen Vater ist ein Trinker und Schläger.

Als alles perfekt erscheint, verschwindet Sam plötzlich. Rufus, Milas Bruder, weiß nicht, was mit seinem besten Freund geschehen ist. Er kann sich nur noch daran erinnern, dass sie auf den Klippen standen, als Sams Vater mit einem Messer auf seinen Sohn losging und dann… Schwärze. Für die Geschwister beginnt eine Zeit der Ungewissheit. Während die Erwachsenen sagen, dass Sam über die Klippen gestürzt sein muss und wahrscheinlich ertrunken ist, glaubt Mila felsenfest daran, dass ihr Freund noch lebt. Rufus hingegen versucht sich verzweifelt an die Nacht zu erinnern. Als Sam wieder auftaucht, wird Milas Weltbild vollständig auf den Kopf gestellt, denn sie hatte Recht mir ihrer Annahme, dass Sam nicht von dieser Welt ist …

Tanja Heitmann beginnt Schattenschwingen mit einem Prolog, der mysteriös auftritt und die Neugierde des Lesers weckt. Immer wieder lässt sie die Stimme des „Schatten“ im Buch auftauchen und sorgt damit, dass die Spannung nicht abreißt. Aber auch die Perspektivwechsel zwischen Mila und Sam lassen das Buch vielschichtiger werden.

Die Figuren sind tiefgründig und gewinnen durch die verschiedenen Sichtweisen an Form. Ich liebe Perspektivwechsel in Büchern, denn sie verleihen dem Leser die Möglichkeit tiefer in die Geschichte einzutauchen und bestimmte Handlungsweisen bei Figuren besser zu verstehen oder nachvollziehen zu können.

Allerdings fand ich Milas Verhalten manchmal nicht ganz authentisch. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, doch diese Art – v.a. gegenüber Sam – erschien mir an manchen Stellen unpassend. Sie hat ihn so lange aus der Ferne angehimmelt und als er sich plötzlich für sie interessiert, ist sie herausfordernd und charismatisch. Doch das mag vielleicht nur ich so sehen. Sam hingegen blieb für mich teilweise ein Geheimnis und das obwohl die Perspektivwechsel – nachdem er wieder auftaucht – weiter geführt werden.

Die Welt, welche Sam Mila eröffnet, ist nicht nur für die beiden völlig andersartig, sondern auch für den Leser. Schlag auf Schlag führt die Autorin in die Sphäre ein und man muss damit zurechtkommen, dass sich Sam vollständig verändert hat. Er ist Teil der Sphäre, die gefährlich ist – nicht nur für Menschen. Trotz der Perspektivwechsel findet man aber leider in der zweiten Hälfte des Buches nicht mehr den direkten Zugang zu seiner Figur.

Dennoch ist Schattenschwingen ein spannendes und lesenswertes Buch. Nicht zuletzt die Sprache lädt zum Eintauchen in die Geschichte, ja regelrecht zum Träumen, ein. Vor allem mit Mila fühlt man sich als Leser ganz eng verbunden. Beinahe kann man beim Lesen selbst empfinden, welche Gefühle sie gegenüber Sam hat.

Fazit:

Tanja Heitmanns Jugendroman Schattenschwingen ist ein fesselnder Trilogieauftakt. Vor allem mit ihrer Sprache besticht die Autorin und entführt den Leser regelrecht in ihre Welt. Die Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten verhelfen außerdem tiefer in die Charaktere und die Handlung einzutauchen. Besonders Milas Sichtweise vermittelt direkte Emotionen an den Leser und lädt zum Träumen und Mitfiebern ein.

Daher gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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