[Rezension] Kalt glimmen die Sterne

Details:

Originaltitel: Kalt glimmen die Sterne
Autor: Verschiedene
Genre: Anthologie
Reihe: –
Gattung: Aufsätze, Kurzgeschichten
Verlag: Sphera Verlag ( 2011 )
Seiten: 181

Inhalt:

Die Wesen der Nacht und der Dunkelheit: Vampire sind schon seit Jahrhunderten in der Menschheitsgeschichte zu finden und faszinieren seit jeher. In der Anthologie Kalt glimmen die Sterne versammeln sich auf 181 Seiten 22 kleine Geschichten zu den Blutsaugern, die gemischt sind mit altbekannten Legenden und neuartigem Ideengut.

Meinung:

Schon einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe hat mit Die Braut von Korinth 1798 das Vampir-Thema aufgegriffen und eine jung verstorbene Frau wieder zum Leben erweckt, die sich nach ihrem Bräutigam verzehrt. Seither häufen sich auch in den Werken der Weltliteratur die Geschöpfe der Dunkelheit, wie etwa Bram Stoker mit Dracula oder die Schauergeschichten der Romantik beweisen. Vampirismus hat die Menschen allerdings schon viel früher beschäftigt, fasziniert oder verängstigt. Nicht nur in literarischen Werken findet man heutzutage die Spuren der Wiedergänger, sondern auch in wissenschaftlichen Abhandlungen aus jenen vergangenen Zeiten.

Kalt glimmen die Sterne bietet in 22 unterhaltsamen Geschichten einen Einblick in die Welt der Vampire, die zum Teil dem Leser durchaus bekannt vorkommt, denn es wird mit Vorurteilen, Mythen und Legenden dieser unsterblichen Wesen jongliert. Einige der Autoren weichen aber auch vollständig von diesen stereotypen Darstellungsweisen ab und kreieren ihre eigenen unsterblichen Wesen der Nacht.

Es sind Momentaufnahmen, die dem Leser ungefähr zwischen vier und 15 Seiten pro Geschichte, geboten werden. Manche ziehen einen regelrecht in ihren Bann, lassen vergessen, dass es sich hierbei nur um Ausschnitte handelt. Andere wiederum sind zu abstrus, lassen einem beinahe im Regen stehen und bei diesen ist es nicht schade um die geringe Seitenzahl. Manche Erzählungen sind auch leider viel zu komplex gedacht oder versuchen viel zu viele Themen abzuhandeln, sodass sie sich auf diesen wenigen Seiten nicht richtig entfalten können. Andere wiederum sind ganz ausgeklügelt und spielen mit der Erzähl-/Figurenperspektive, sodass der Leser zu Beginn hinter’s Licht geführt wird und ein „Aha“-Erlebnis folgt.

In dieser Anthologie sind Geschichten versammelt, die nicht nur die glorreiche Seite der Unsterblichkeit präsentieren, sondern auch hinter diesen Vorhang des Ruhms blicken und aufzeigen, was sein könnte, wenn auch das Leben eines Vampirs – neben der Tatsache menschliches Blut zu begehren – nicht perfekt ist. Alte und gebrechliche Vampire, die aus purem Sadismus verwandelt wurden und ihr ewiges Leben in Leid verbringen müssen oder die auf ewig andauernde Einsamkeit als Wesen der Dunkelheit.

Fazit:

Die Anthologie Kalt glimmen die Sterne, mit ihren 22 Vampirgeschichten, macht nicht nur Vampirfans Lust auf mehr! Der Leser wir fast immer regelrecht in die Geschichten hineingezogen und will unbedingt wissen wie es weitergeht, wenn sie dann leider schon wieder zu Ende sind. Um manche der Geschichten ist es allerdings nicht schade, denn nicht jedem/r Autor/in gelingt es auf den wenigen zur Verfügung stehenden Seiten sein/ihr Konzept vollständig zu verwirklichen. Bei den meistens Erzählungen war ich als Leser allerdings am Ende doch etwas traurig gestimmt. Eine Anthologie, die vor allem dann geeignet ist, wenn man nur wenig Lesezeit zur Verfügung hat.

Bewertung: [3½/5]

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