Rezension | Kass Morgan: Die 100 – Heimkehr

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Die Kolonien sind am Ende. Die Sauerstoffsysteme versagen und die Menschen versuchen sich panisch auf den letzten Transportschiffen gen Erde zu retten. Dabei fallen Schüsse, Blut fließt und die Türen zur möglichen Rettung schließen sich. Der Sturzflug auf die Erde beginnt mit überladenen Transportern und verängstigten Menschen, die nicht wissen, was sie auf der ehemals verstrahlten Erde erwarten wird.

Die 100: das Lager & die (Un-)Ordnung

Auf der Erde kehrt inzwischen etwas Ruhe ein. Die 100 haben ihr Lager aufgebaut und jeder hat seinen Platz im System gefunden. Es herrscht Ordnung, auch wenn sich immer noch nicht alle einig sind und Wells nicht uneingeschränkt als Anführer anerkennen. Doch sein Talent die Führungsrolle zu übernehmen, hilft ihm dabei, ein funktionsfähiges Lager zu halten. All das ändert sich, als die Transportschiffe auf die Erde niederstürzen und es wieder viele Verletzte und Tote gibt. Aber nicht nur das, Vizekanzler Rhodes hat sich einen Platz auf dem Schiff gesichert und ist nun fest entschlossen, die Kontrolle auch auf der Erde an sich zu reißen. Alle Regeln aus der Kolonien haben auch auf der Erde Gültigkeit. Seine Ordnung besteht aus Gehorsam und Unterdrückung.

Totale Kontrolle, ein Exempel & pure Gewalt

Totale Kontrolle ist das Ziel von Vizekanlzer Rhodes und was Wells mit den anderen Jugendlichen gerade aufgebaut hat, rinnt ihm hilflos durch die Finger. Denn Rhodes plant ein Exempel zu statuieren, an Bellamy; sein Tod ist beschlossene Sache und das einzige, was ihm bleibt ist die Flucht. Die Erdgeborenen sind ihm und Clarke dank Sarah wohl gesonnen und nehmen sie auf. Doch weder Clarke noch Bellamy wollen den Schutz des freundlichen Stammes ohne Gegenleistung annehmen.

Die Hilflosigkeit steckt in jeder einzelnen Figur. Auf der Erde haben sich die Machtverhältnisse nicht verändert, immer noch regiert ein machthungriger Mann und auf der ihnen unbekannten Erde haben Luke und Glass, Wells und Sarah sowie Clarke und Bellamy nur wenig Schutz. Eine Gruppe gut ausgerüsteter Soldaten steht an Rhodes Seite, bereit zu töten, bereit die Kontrolle zu ergreifen und festzuhalten.

Die 100: Figuren & ihre Entwicklung

In Band 3 „Die 100: Heimkehr“ finden sich nun alle Hauptfiguren auf der Erde ein. Es herrscht Verwirrung, Angst und Chaos. Keiner will so richtig zuhören, denn die Erwachsenen reißen die Macht an sich und die Helden aus Band 1 & 2 müssen hilflos mit ansehen, wie die Unwissenheit die ehemaligen Kolonie-Bewohner in große Gefahr bringt. Aber dafür bleibt nicht viel Zeit, denn die Freunde, die sich endlich wiedergefunden haben, müssen an einem Strang ziehen, um einen von ihnen zu retten: Bellamy.

Neben neu geschaffenen Verwandtschaftsbeziehungen, neuen Liebeleien und einer fremden Umgebung mit unbekannten Gefahren lebt das Buch immer wieder von der Konstellation seiner Figuren, nämlich Glass und Luke, Clarke und Bellamy sowie Sarah und Wells, aber auch Bellamy und Wells oder Clarke und Glass. Diese Dualität findet sich auch mit anderen Figuren und zieht sich durch alle drei Teile der Trilogie. Dabei verändern sich diese Konstellationen auch immer wieder und genau das ist auch der Reiz des Buches sowie der gesamten Reihe „Die 100“: die Figuren & ihre Beziehungen zueinander.

Die 100: Showdown und nun?

Mit den ersten zwei Bänden konnte ich immer noch gut Frieden schließen, denn sie waren nicht der Abschluss der Trilogie und immer konnte ich noch auf folgende Antworten hoffen. Band 3 dagegen ist nun das Ende und dieses hat mich doch mit vielen Fragen zurückgelassen. Manches wurde für meinen Geschmack auch viel zu schnell abgehandelt, wie etwa die Geschichte um Clarke und ihre Eltern. Auch der abtrünnige Stamm der Erdbewohner hatte für meinen „Wissensdurst“ einen viel zu kurzen Auftritt.

Kass Morgan hat ein tolles postapokalyptisches Szenario erschaffen, das man viel mehr hätte ausbauen können. So viele Details sind mit den drei Büchern und eben besonders im abschließenden Band unerwähnt geblieben. „Die 100“ hat neugierig gemacht und die Figurenkonstellationen waren trotz ihres jungen Alters durch die Umstände immer irgendwie besonders. Mich persönlich hätte noch viel mehr die neue Erde interessiert, wie genau es zum Chaos kam, wie die Menschen dort überlebt haben und was mit der ersten Expedition auf der Erde tatsächlich geschehen ist; wohin sie geflüchtet sind, wie sie bis zur Ankunft der 100 überlebt haben. Noch mehrere hundert Seiten hätte Kass Morgans Sci-Fi-Abenteuer gut gebrauchen können, um die Welt der Autorin vollumfänglich zu begreifen. Nichtsdestotrotz bietet „Die 100: Heimkehr“ gute, kurzweilige Unterhaltung.

Für mich heißt es nun: jetzt endlich kann ich auch die TV-Serie „The 100“ anschauen!

Buchdetails:
Autorin: Kass Morgan | Originaltitel: The 100 – Homecoming | übersetzt von: Michael Pfingstl | Genre: Jugendbuch | Reihe: Die 100 | Band innerhalb der Reihe: 3 | Gattung: Roman | Verlag: Heyne fliegt ( 2016 )

Meine Rezension zu Band 1: „Die 100

Meine Rezension zu Band 2: „Die 100 – Tag 21

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