[Rezension] Kerstin Gier: Silber

Silber von Kerstin Gier Das erste Buch der TräumeDetails:
Originaltitel: Silber. Das erste Buch der Träume
Autorin: Kerstin Gier
Genre: Jugendbuch
Reihe: Silber-Trilogie
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Fischer Verlage ( 2013 )
Seiten: 416

 

Inhalt:

Die Schwestern Liv und Mia ziehen nach London. Neue Schule, neue Familie und neue Freunde warten dort auf sie, denn ihre Mutter ist entschlossen, eine funktionierende Patchwork-Familie zu schaffen. Doch seit Liv ihren künftigen Stiefbruder Grayson kennengelernt hat, verfolgen sie seltsame Träume. Träume, in denen er und seine Freunde vorkommen und es scheint fast so, als wären sie wirklich in Livs Traum …

Meinung:

Liv Silber und ihre Schwester Mia sind an keinem Ort wirklich Zuhause. Ihre Mutter, die Literaturprofessorin ist, hat sie schon einmal um die ganze Welt geschleift, als sie, wie es scheint, endlich in London ein neues längerfristiges Zuhause finden. Und nicht nur das, auch eine neue Familie sollen sie erhalten, denn ihre Mutter ist verliebt. Inklusive gibt es zwei neue Stiefgeschwister, die Stars und Sternchen der neuen Schule.

Doch das ist noch nicht alles. Auch Lottie das bayerische Kindermädchen und Buttercup, der Hund, sollen mit in das neue Heim mitten in London ziehen. Neue Stadt. Neue Schule. Neues Leben. Das haben die Geschwister Silber schon oft hinter sich, doch ihrer Mutter scheint es dieses Mal ernst zu sein und so sehen sich Liv und Mia vor vollendete Tatsachen gestellt. Auch wenn die Schule nicht die schlimmste ist, so könnten die neuen Freunde doch besser sein.

Aber der 15-jährigen Liv ist bald egal, dass ihre „neue beste Freundin“ eine Plaudertasche mit Namen Persephone Porter-Peregrin ist. Denn als sie sich von ihrem baldigen Stiefbruder Grayson einen Pullover leiht, träumt sie einen Traum, in welchem ihre neuen Schulkameraden und Graysons Freunde auftauchen. Der Traum ist so real, dass Liv nicht nur aktiv darin handeln kann, sondern auch die Jungs scheinen ihr wirklicher als nur Abbilder ihres Unterbewusstseins zu sein. Ehe sie sich versieht, geht Liv einen Bund mit dem Herrscher der Träume ein und steckt mitten in einem mysteriösen Spiel, das bald todernst wird.

Ich liebe Kerstin Giers Figuren. Sie strahlen so viel Lebendigkeit, Sympathie und Witz aus. Das gilt für die Geschiwster Silber genauso wie für Lottie, Mutter Silber und den Rest der neuen Familie. Aber auch die mehr oder weniger beliebten Schulfreunde sind alle für sich exzentrische Charaktere, die dem Buch sehr viel Stärke verleihen. Dazu zählen auch Graysons gutaussehende Freunde, die alle unterschiedlich mit dem gefährlichen Traumspiel umgehen.

Gute Figuren ist das eine, eine gute Handlung das andere. Obwohl mir Giers Story an sich sehr gut gefallen hat, das Thema Träume fand ich schon immer interessant und in diese einzutauchen, wie Liv und ihre Freunde es tun faszinierte mich sehr. Dennoch plätschert die Handlung ohne jeglichen Spannungsbogen vor sich hin. In Silber – Das erste Buch der Träume gibt es keinerlei Stolpersteine über die unsere Protagonistin fallen könnte. Wenig ist völlig überraschend und auch die für manche vielleicht unerwartete Wendung am Ende ist bei genauerer Betrachtung wohl ebenso wenig unerwartet, sondern eine logische Folge des Handlungsverlaufes. Kerstin Gier schafft es insgesamt eine amüsante Geschichte zwischen Schulleben, Abschlussball und mysteriösem Traumspiel zu kreieren.

Fazit:

Silber ist ein schönes Jugendbuch, das die Welt der Träume zu einer greifbaren Parallelwelt werden lässt. Besonders die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Liv und ihre Schwester sind so sympathisch und gut geschrieben, dass ich mich gleich mit ihnen verbunden fühlte. Auch Lottie, das Kindermädchen, die Mutter und sogar Florence, die zukünftige Stiefschwester haben unterhaltsame Elemente. Leider war die Story etwas zu einfach gestrickt. Es gab keinerlei Stolpersteine, sondern alles verlief problemlos und nur wenig konnte überraschen, dennoch freue ich mich auf weitere Teile, da mir das Konzept von Giers Traumwelt sehr gut gefallen hat.

Bewertung: [3/5]

3 Kommentare

  1. Ha, wie schön, endlich mal eine Rezensentin, die an dem Buch etwas kritisiert! Bisher habe ich immer nur 5-Sterne-Rezis gesehen, die das Buch über den grünen Klee loben. Auch ich mag Kerstin Giers Bücher, „Silber“ habe ich leider noch nicht gelesen, aber mir ist der Hype um dieses Buch ehrlich gesagt auch langsam auf den Keks gegangen und ich dachte mir, das kann doch gar nicht sein, dass wirklich JEDER das Buch so oberaffengeil findet, auch wenn Kerstin Gier wirklich eine gute Autorin ist. Deshalb danke ich dir für deine ehrliche, kritische Rezension. :anbet:

  2. Nichts zu danken! 🙂 Ich bemühe mich immer um eine ehrliche Meinung und bei einem solchen Hype-Buch ist das manchmal gar nicht so einfach, nicht in diesen Sog hineingezogen zu werden.

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