[Rezension] Koschka, Anna: Naschmarkt

 

Naschmarkt

Details:
Autorin: Anna Koschka
Genre: Frauenroman, Unterhaltungsliteratur
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Knaur Taschenbuch ( 2012 )
Seiten: 447

Inhalt:

Dorothy Wilcek ist Anfang Dreißig, selbstbewusst und hat den Männern abgeschworen. Sie ist Single und Pluskatze aus Überzeugung. Nur widerwillig übernimmt sie daher die Aufgabe als Journalistin für den Österreichboten über eine literarische Dating-Internetplattform zu berichten. Schon der erste Artikel schlägt bei der Leserschaft der Zeitung ein wie eine Bombe. Es hagelt ebenso viele Lobeshymnen wie kritische Stimmen und ehe Dotti sich versieht ist sie Gründerin des Mauerblümchenclubs und in ganz Österreich bekannt wie ein bunter Hund.

Meinung:

An ihrem 30. Geburtstag beschließt die Journalistin Dorothy Wilcek, dass ihr Ziel in den nächsten 10 Jahren ein glückliches Leben ohne Mann sein wird. Sie ist überzeugter Single, liebt ihre Katze über alles und ist mit ihrem Leben als „Pluskatzen-Mensch“ zufrieden. Dieses Ziel kann sie drei Jahre ungehindert durchziehen, bis ein unglücklicher Zufall dazu führt, dass sie von ihrem Chef dazu verdonnert wird, über die literarische Datingplattform Literally Love zu schreiben. Ehe sich Dotti versieht hat sie ein Blog, den sie für acht Wochen täglich mit den neusten Ergebnissen ihrer Recherche füttern soll, denn Literally Love verspricht, für seine Mitglieder den Traumpartner in eben dieser Zeitspanne zu finden. Dotti muss sich wider Willen bei der Datingseite anmelden.

Ihr Blog dreht sich rund um die Themen Liebe, Sex und das (lästige/gewollte) Singledasein. Dottis Artikel brechen alle Rekorde. In Windeseile ist sie der bekannteste Single in ganz Österreich und erhält für ihren Standpunkt nicht nur positives Feedback. Sie spaltet die österreichische Gesellschaft, kommt ins Fernsehen und trifft auf ihre Widersacher, die sich sogar in der eigenen Redaktion finden lassen. Feministische Organisationen wollen sie als Galleonsfigur, jeder möchte ein Interview mit der Frau führen, die ihr Singleleben nicht als Niederlage, sondern als wünschenswerte Lebenseinstellung sieht.

Zum Kauf des Buches haben mich schon die ersten wenigen Seiten veranlasst, die ich in der Buchhandlung gelesen habe. Anna Koschka hat einen Schreibstil, der mich sofort angesprochen hat. Und das nicht nur auf stilistischer Ebene, sondern auch inhaltlich. Sie weiß es Themen anzuschneiden, die in meinem Kopfkino eine kleine Kettenreaktion auslösen: TV-Serien, Filme, Bücher, Schriftsteller und Schauspieler.

Dotti ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ihre eigene Meinung hat und sich – obwohl sie nicht freiwillig zur Ikone einer Single-Generation wird – nicht unterkriegen lässt. So schliddert sie von einem Fettnäpfchen ins Nächste, versucht den Trubel um ihre Person in irgendeiner Art und Weise zu verstehen und kämpft daneben heimlich darum, die Identität des mysteriösen djfelming herauszufinden.

Dieser ominöse Mann hat ihr auf Literally Love eine Nachricht hinterlassen, die Dotti zum Zittern bringt. Er scheint sie nämlich auch im realen Leben nicht nur zu kennen, sondern weiß auch über ein ganz bestimmtes Ereignis in ihrer Vergangenheit Bescheid, von dem nur zwei, sehr verschwiegene Personen in ihrem Leben wissen. Eine Schnitzeljagd beginnt, als Dotti sich entschließt den Unbekannten nicht nur als Spinner abzutun, sondern als jemanden, der beinahe mehr über sie weiß, als sie selbst.

Naschmarkt ist ein Frauenroman mit einer kleinen literarischen Quelle. Die Autorin spielt mit dem Lieblingsthema von echten Bücherwürmern: Literatur und Autoren. Dabei schafft sie eine gute Mischung aus Weltliteratur und modernen (Jugend-)Büchern. Aber auch die TV-begeisterten Leser kommen nicht zu kurz, denn auch hier hat Frau Koschka einiges anzubieten. Der Mauberblümchenroman ist nicht nur ein Buch für Singles, sondern auch glücklich Vergebene finden in ihm eine klasse Unterhaltungslektüre, denn vermittelt wird: Sei wie du sein möchtest und lebe wie du willst, auch wenn das Nichts mit dem klassischen Familienbild der Gesellschaft zu tun hat.

Fazit:

Auch wenn ich kein Fan von Frauenromanen bin, so empfand ich Anna Koschkas Mauerblümchenroman wirklich als wunderbare Lektüre. Die Protagonistin Dotti ist sympathisch, der Schreibstil der Autorin ist frisch, frech und trifft mit ihren Anspielungen auf Stars und Sternchen, Autoren, Filme sowie Serien genau meinen Geschmack. Die Geschichte hat viele unterschiedliche Fäden, die gut durchdacht sind, Spannung heraufbeschwören und wenn man einmal angefangen hat, möchte man das Buch am liebsten an einem Stück durchlesen, um herauszufinden, ob Dotti – die Anti-Happy-Endlerin – ihr persönliches Happy End findet, egal wie es aussehen mag.

Bewertung: [5/5]

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