[Rezension] Krock, Jeanine: Der Venuspakt

Details:
Genre: Fiction
Reihe: Licht & Schatten
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Egmont LYX ( 2009 )
Seiten: 333

Klappentext: Als die Fee Nuriya den Blick eines Fremden spürt, ahnt sie sofort, dass ihr Leben aus den Fugen geraten wird. Kieran ist ein Vampir und tötet jeden, der es wagt, die magische Ordnung zu stören. Doch die widerspenstige Feentochter berührt sein Herz. Als sie in Lebensgefahr gerät, verstößt Kieran selbst gegen die Regeln des Venuspakts, der den Frieden zwischen Feen und Vampiren seit vielen Jahrhunderten aufrechterhält…

Inhalt:

Die junge Nuriya hat sich, seit dem Tod ihrer Eltern, von der Magie losgesagt. Obwohl sie und ihre Schwestern Feenkinder sind, will sie wie eine ganz normale Sterbliche leben. Das ändert sich, als sie nach Hause zurückkehrt, um gemeinsam mit ihrer Schwester den Familienladen zu führen. Kaum angekommen trifft sie auch schon auf Kieran, einen geborenen Vampiren und Auftragskiller des Hohen Rates. Vom ersten Augenblick scheint mehr zwischen den beiden zu sein, als sie anfangs ahnen. Als Nuriya beinahe stirbt, rettet der Vampir sie und verstößt damit gegen den Venuspakt…

Meinung:

Nuriya ist ein Feenkind. Sie besitzt magische Fähigkeiten, darunter das Gedanken lesen. Allerdings will sie seit dem Tod ihrer Eltern nichts mehr mit Magie zu tun haben. Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Estelle und Selena wuchs sie im Haus ihrer Eltern unter Aufsicht ihrer Tante Jill, einer normalen Sterblichen, auf. Diese vermittelte ihnen alles was sie über Kräuter, Heiltränke und magische Elemente wusste. Als Nuriya anfängt zu studieren kann sie endlich von zu Hause ausziehen und mit dem magischen Leben, das ihre Tante führt, abschließen, obwohl sie sehr talentiert ist.

Auf Außenstehende wirkt sie daher wie eine ganz normale Sterbliche ohne jedes magische Talent. Das ändert sich, als ihre Tante Jill eine Weltreise unternimmt und sie bittet den Familienladen gemeinsam mit ihrer Schwester Selena zu führen. Kaum wohnt sie wieder in dem Haus ihrer Kindheit, tritt auch die Magie wieder in ihr Leben. Selena ist zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen. Nuriya hingegen findet sich viel zu hässlich mit ihrem breiten Hintern, den roten, nicht zu bändigenden, Haaren und ihren vielen Sommersprossen im Gesicht.

Als sie auf Kieran, den Vengadoren-Kämpfer, trifft, bemerkt sie sofort, dass er ein dunkles, gefährliches Wesen ist. Andererseits ist sie von dem geborenen Vampir und Auftragsmörder des Hohen Rates, der dafür zuständig ist, dass der Venuspakt eingehalten wird, fasziniert. Umgekehrt sieht es nicht anders aus: Kieran kann kaum die Augen von Nuriya lassen und als sie bei einem Überfall tödlich verletzt wird, kann er sie nur retten, indem er gegen den Venuspakt verstößt. Dabei wagt er kaum zu hoffen, dass er in Nuriya vielleicht seine Seelenpartnerin gefunden hat. Denn schon vor Jahrhunderten glaubte er diese verloren zu haben und ein geborener Vampir erhält nur einmal die Chance auf eine Seelengefährtin.

Die Autorin Jeanine Krock erschafft mit Der Venuspakt eine komplexe Welt, in der nicht nur Feen und Vampire, sondern auch Werwölfe und andere Wesen existieren. Allesamt sind diese Wesen mit magischen Fähigkeiten ausgestattet. Sie können durch die Zwischenwelt reisen, Gedanken lesen oder mentale Schutzmauern errichten. Die ungewöhnlichen Charakteristika von Vampiren und Feen wirken anfangs auf den Leser sehr konstruiert. Die ersten Kapitel dienen daher eher zur Eingewöhnung und Kennenlernen dieser Strukturen.

Viele Perspektivwechsel ermöglichen dem Leser zwar einen umfangreichen Blick auf diese Zusammenhänge, dennoch kommt man manchmal durcheinander, wessen Gedanken man gerade mitverfolgt. Dennoch schafft die Autorin es gut ihre fiktive Welt dem Leser näher zu bringen und das nicht zuletzt durch einige Rückblenden in die Vergangenheit.

Nuriya ist eine sehr authentische Protagonistin, die ihre Fehler und Ängste hat. Sie wird von Jeanine Krock nicht als Superheldin dargestellt, auch wenn sie angeblich die Auserwählte sein soll, die den Venuspakt erneuern wird. Die Charaktere an sich scheinen allerdings nicht ganz ausgereift. So ist Kieran ein muskulöser Vengador, der jeden umbringen will, der seiner geliebten Nuriya zu nahe kommt. Aber auch er hat seine anderen Seiten. Er ist verunsichert, ob das Schicksal ihm wirklich so gut gesonnen ist, dass er Nuriya verdient hat.

Das Thema der Seelenverwandtschaft hat gut in das Buch gepasst, auch wenn es als einzige Erklärungsmöglichkeit für die plötzliche Liebe zwischen Nuriya und Kieran etwas wenig erscheint. Beide kämpfen mit ihren Ängsten, dass der jeweils andere sie nicht ausstehen bzw. sogar hassen könnte. Das ewige hin und her strengt beim Lesen an, die erotisch knisternden Szenen zwischen den beiden Hauptfiguren entschädigen aber dafür. Die Erotik in Der Venuspakt wird nicht so sehr in den Vordergrund gerückt, sondern wird von der Autorin in gutem Maße in die Geschichte eingewoben.

Fazit:

In dem Roman Der Venuspakt erschafft Jeanine Krock eine komplex gestaltete Welt mit Vampiren, Feen und Werwölfen. Die Zusammenhänge werden dem Leser unter anderem durch einige Perspektivwechsel vermittelt, die an manchen Stellen etwas verwirrend sein können. Der Fokus des ersten Bandes aus der Licht-und-Schatten-Reihe liegt aber eindeutig bei Kieran und Nuriya. Darin punktet das Buch auch. Die erotisch angehauchten Szenen webt die Autorin genau im richtigen Maße ein und die Seelenverwandtschaft der beiden lässt romantische Herzen höher schlagen.

Daher3 ½ von 5 möglichen Sternen.

4 Kommentare

  1. Irgendwie war ich aus irgendwelchen Gründen die ganze Zeit der Meinung, »Venuspakt« sei ein Erotikroman – vermutlich wegen des Titels. Dem ist ja wohl nicht so, bleibt aber die Frage: Ist das Buch dann eher ein Urban-Fantasy-Roman oder eher ein paranormaler Liebesroman?

  2. Das ist eine gute Frage. Ich weiß auch gerade nicht, wohin ich eher tendieren würde. Es scheint mir nämlich doch eine Mischung aus beidem zu sein. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, dann wäre es der paranormale Liebesroman, weil der Fokus doch auf den beiden Protagonisten liegt. Aber die Autorin hat eben auch viel drum herum gebaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.