[Rezension] Leino, Marko: Wunder einer Winternacht. Eine Weihnachtsgeschichte

Details:

Originaltitel: Joulutarina
Autor: Marko Leino
übersetzt von: Gabriele Schrey-Vasara
Genre: Romane und Erzählungen
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Rowohlt ( 2009 )
Seiten: 288

Inhalt:

An Heiligabend als Nikolas Pukki fünf Jahre alt ist, verliert er in einem Sturm seine Eltern und seine kleine Schwester Ada. Der Junge armer Fischereltern wird aufs Festland gebracht, wo im kleinen Dorf Korvajoki, über sein Schicksal entschieden werden soll. Die armen Fischerfamilien können ihn nicht bei sich auf nehmen, da die Winter sehr hart sind und so beschließen sie Nikolas jedes Weihnachten an eine andere Familie zu geben, bei der er ein Jahr lang ein neues Zuhause findet. Acht Winter später ist die Reihe an dem Tischler Iisakki, der Kinder hasst, den Jungen aber bei sich aufnehmen will, weil er sein Talent zu schnitzen entdeckt hat.

Meinung:

Der fünfjährige Nikolas lebt hoch im Norden auf einer kleinen Insel mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Ada. Liebevoll kümmert er sich um diese, während das Ehepaar auf dem Meer fischen geht, um die Familie zu ernähren. An einem Heiligabend bekommt die kleine Ada hohes Fieber und die Eltern entscheiden in der Nacht bei stürmischen Wetter ans Festland in ein nahe gelegenes Dorf zu fahren, um Hilfe zu erhalten, doch der Sturm fordert sein Opfer. Nikolas Familie stirbt in dieser Nacht.

Der Junge, verschüchtert und ungläubig, wird von den Bewohnern des Fischerdorfes Korvajoki abgeholt. Doch die Familien dort sind arm und können es sich nicht leisten ein weiteres Kind durchzufüttern. So beschließen sie Nikolas jeweils für ein Jahr bei sich aufzunehmen und an jedem Weihnachten. Nikolas findet sich mit diesem Schicksal ab, beschließt jedoch sich nie wieder einem Menschen emotional zu nähern, um nicht noch einmal einen so großen Verlust erleiden zu müssen. Und dennoch entscheidet sich Nikolas dazu als Dank an die Kinder der Familien, die ihn versorgt haben zu Weihnachten Holzschnitzereien zu schenken.

Aus Dankbarkeit entwickelt sich über die Jahre hinweg ein kleines Ritual, denn der langsam erwachsen werdende Junge möchte nicht, dass die Kinder von seinem Handeln erfahren und doch ist es in seiner Kindheit ein offenes Geheimnis. Als erwachsener Mann, der außerhalb des Dorfes beim Tischler Iisakki lebt, gibt Nikolas diese Tradition nicht auf. Vielmehr möchte er, dass nach ihm dieses vorbehaltlose Geben und die Freude der Kinder nach ihm weitergehen.

Marko Leinos Weihnachtsgeschichte ist eine Geschichte für’s Herz und für die Seele. Sie zeigt nicht nur die Bedeutung von Nächstenliebe, Dankbarkeit und die Harmonie der Weihnachtszeit, sondern inszeniert eine wunderbare Erzählung über die Herkunft des Weihnachtsmannes. Liebevoll wird die Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, der sich innerlich von allen Menschen abschottet, nachdem ihn ein so großer Verlust widerfahren ist. Und dennoch ist er selbstlos und möchte seinen Familien auf besondere Weise danken, ohne selbst dafür Dank zu erhalten. Nikolas ist ein herzensguter Junge, der durch den Verlust seiner Familie psychisch sehr mitgenommen ist. Innerlich bleibt er immer der verletzte Junge, der keine Nähe zu Menschen aufbauen kann und ihnen dennoch etwas Gutes tun will. Ein Zwist, der sich durch die gesamte Geschichte zieht.

Das Buch ist in 24 Kapitel unterteilt und jedes dieser Kapitel repräsentiert ein Türchen für die Adventszeit. So kann es in Teilen als Vorbereitung auf Weihnachtstage gelesen werden, aber auch im Ganzen ist Wunder einer Winternacht eine märchenhafte Geschichte.

Fazit:

Wunder einer Winternacht ist eine süße Weihnachtsgeschichte, die wunderbar in der kalten Jahreszeit zu lesen ist. Egal, ob man ihr Glauben schenken mag oder sie als rein fiktiv erachtet, sie bringt Freude und vermittelt ein harmonisch-weihnachtliches Gefühl beim Lesen. Das Schicksal des kleinen Nikolas ist nicht nur bewegend, sondern Marko Leino beschreibt mit diesem auch die Geschichte des Weihnachtsmanns und wieso Kinder in aller Welt zu Weihnachten beschenkt werden. Wunder einer Winternacht soll zeigen, wie der Ursprung einer weltweiten Tradition aussehen könnte.

Bewertung: [4/5]

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