[Rezension] Lessing, Doris: Winter im Juli

Details:
Originaltitel: Winter in July
Autorin: Doris Lessing
Genre: Romane und Erzählungen
Reihe: –
Gattung: Erzählung
Verlag: Klett Cotta (1984)
Seiten: 70

Inhalt:

Doris Lessings Erzählung Winter im Juli, spielt auf einer afrikanischen Plantage, auf der eine Frau und ein zwei Brüder leben und erfolgreich wirtschaften. An einem einzigen Abend handelt die Autorin dabei drei ganze Leben ab und lässt den Leser schrittweise eintauchen in die Personen, von denen er liest.

Meinung:

Eine Tabakfarm in Afrika, eine Frau und zwei Männer bilden die Struktur von Doris Lessings Erzählung Winter im Juli. Mit einfühlsamen Worten vermittelt die Autorin eine zu zerbrechen drohende und komplizierte Dreierbeziehung, die von Wünschen und Träumen, vom jahrelang andauernden Krieg und dem Drang nach Leben gezeichnet ist.

Julia ist eine Frau mittleren Alters, die in ihrem Leben von einem Ort zum nächsten, von einem Land ins andere gezogen ist, ihre berufliche Unabhängigkeit genossen hat und dabei eine Liebschaft nach der anderen eingegangen ist. Nun ist sie ruhiger geworden, lebt mit ihrem Ehemann Tom und seinem Bruder Kenneth auf einer afrikanischen Plantage. Sie haben Geld, Bedienstete und doch steht eine beinahe greifbare Veränderung bevor, die Doris Lessing auf gekonnte Weise nur Stück für Stück Preis gibt.

Dieses langsame Herantasten an die Figuren und dem Eröffnen des Lesers, in welches Schauspiel er sozusagen hineingeplatzt ist, zeigt welchen beeindruckenden Schreibstil die Literaturnobelpreisträgerin besitzt. Sie lässt den Leser in eine Szenerie eintreten, die schon voll im Gange ist und mit jedem Satz legt sie ein winziges Stück dieser Dreierbeziehung offen und erzeugt damit eine fühlbare Spannung, die sich ohne Hektik aufbaut.

Fazit:

Winter im Juli ist eine Momentaufnahme aus dem Leben dreier Figuren. Sie zeigt das Hier und Jetzt und greift dabei mit erstaunlicher Dichte auf wenige bestimmte Ereignisse der Vergangenheit und der möglichen Zukunft zurück. In winzigen Schritten eröffnet Doris Lessing dem Leser das „Warum sind wir hier?“ und „Wer ist das Personal der Erzählung?“ und baut damit eine neugierige Spannung auf, die sich bis zum Ende hält.

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