[Rezension] Lethcoe, Jason: Der mysteriöse Mr. Spines #1: Wings

Details:

Originaltitel: The mysterious Mr. Spines #1: Wings
Autor: Jason Lethcoe
Genre: Kinder- und Jugendbuch
Reihe: Mr. Spines
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: arsEdition ( 2010 )
Seiten: 218

Klappentext:

Von einem Tag auf den anderen ist im Leben des jungen Edward Macleod nichts mehr so, wie es war. Wie ist es nur möglich, dass ihm Flügel gewachsen sind? Und wer ist der mysteriöse Mr. Spines, der ihn aus höchster Gefahr rettet? Könnte er der Schlüssel zu den Geheimnissen sein, die Edward plötzlich umgeben?

Inhalt:

Edward stottert, wenn er aufgeregt ist und baut gerne Kartenhäuser. In der Schule ist er nicht der Beliebteste, denn er ist mit seinen 14 Jahren beinahe zwei Meter groß. Als ihm eines Tages plötzlich Flügel aus dem Rücken wachsen, sieht er sich großen Gefahren gegenüberstehen. Der Schakal – ein gefallener Wächter – lässt ihn von seinen Dienern jagen. Sie sollen ihm die Flügel abschneiden. Bevor das passieren kann, taucht gerade noch rechtzeitig der kleine, verunstaltete Mr. Spines auf, der Edward nach Los Angeles schleppt, um ihm zu schützen. Doch kann der Junge ihm und seinen seltsamen Dienern trauen?

Meinung:

Wir schreiben das Jahr 1921: Der 14-jährige Edward Alistair Macleod lebt in Portland, Oregon. Seit seine Mutter vor zwei Jahren gestorben ist, hat ihn seine Tante bei sich aufgenommen. Doch die beiden kommen nicht gut miteinander klar. Edwards „Verhalten“ macht ihr zu schaffen, weshalb sie den Jungen auf die Berufsschule schickt. In der Portland-Stahlgießerei, wie die Schule genannt wird, kommen aber eigentlich nur lernschwache und problematische Jugendliche hin. Dort werden ihnen Berufe beigebracht, die in der Gesellschaft sonst niemand wahrnehmen will, wie »Wartung und Instandhaltung von Abwasserrohren« oder »Schwamm- und Schimmelbeseitigung«. Edward scheint dort völlig fehl am Platz.

Von seinen Mitschülern wird der fast zwei Meter große, schlaksige Junge gehänselt. Sie bezeichnen ihn als „Bohnenstange“ und dass Edward hin und wieder Probleme mit dem Stottern hat, macht ihn auch nicht beliebter. Aber der 14-Jährige hat noch ganz andere Sorgen, denn seit einiger Zeit hat er eine fürchterlich juckende Stelle am Rücken, zwischen den Schulterblättern, an die er nicht herankommt. Als er eines Tages mit seinem „Erzfeind“ Grudge aneinandergerät, glaubt Edward mittels seiner Gedanken ein Bücherregal zu Fall gebracht zu haben. Aber was hat das zu bedeuten? Die beiden Jungen werden zum Direktor zitiert und der sieht nur noch eine Möglichkeit: Hilfe von außen.

Whiplash Scruggs wird engagiert, um ihnen Manieren „beizubringen“. Doch schnell entpuppt sich dieser grässliche Mann als Edwards schlimmster Alptraum. Er wird in den Keller der Gießerei eingesperrt, angekettet und gequält. In der Nacht wachsen ihm dann Flügel aus der Stelle an seinem Rücken. Diese will ihm Scruggs mit einer magischen Schere abschneiden, doch bevor das passiert, taucht Mr. Spines, ein kleiner verunstalteter Mann auf, der ihn vor dem Bösewicht rettet.

Aber kann Edward diesem Mann, dem Stacheln aus dem Kopf wachsen und seinen beiden Begleitern – einem sprechenden Hermelin und einem fliegenden Krötenwesen –wirklich vertrauen? In Los Angeles ist er plötzlich auf sich allein gestellt und muss feststellen, dass nicht nur Scruggs hinter ihm her ist, denn der Schakal – der Anführer der Gefallenen – hat seine Häscher ausgeschickt, um ihn zu finden. Was steckt hinter all dem?

Der mysteriöse Mr. Spines ist ein wirklich tolles Jugendbuch, das die Zielgruppe (ab 10 Jahren) voll trifft. Es führt schnell zum eigentlichen Thema – nämlich Edward, seinen wundersamen Flügeln und dem wunderlichen Mr. Spines. Die Spannung wird nach und nach aufgebaut und bleibt bis zur letzten Seite, die mit einem Cliffhanger endet, erhalten. Die Sprache des Buches ist recht einfach gestrickt, die Sätze sind kurz und der Erzählstil hat keine chaotisch verwickelten Handlungsstränge, daher lässt sich das Buch sehr leicht lesen.

Die Charaktere sind allesamt – bis auf Edward, der ein liebenswürdiger Junge ist – ziemlich surreal und manchmal auch etwas chaotisch gezeichnet. Da wäre beispielsweise der krötenartige Wächter mit Flügeln, Artemus, der gerne alles in sich hineinstopft, was essbar ist oder die Hermelindame Sariel, mit der er sich gerne streitet. Doch gerade diese Figuren beleben die Geschichte und machen Wings zu einem unterhaltsamen Buch.

Fazit:

Wings ist ein schöner Auftakt zur Jugendbuchserie Mr. Spines. Der Autor Jason Lethcoe trifft mit seinem erfrischenden Erzählstil wohl genau seine Zielgruppe, Kinder ab 10 Jahren. Das Buch liest sich, dank kurzer Sätze und wenig chaotischer Verstrickungen, recht leicht. Dennoch kommen Spannung und Inhalt der Geschichte nicht zu kurz. Die Figuren sind liebevoll und teilweise sogar recht urig gestaltet. Das Buch ist mit seinen 218 Seiten zwar recht kurz geraten, aber der Cliffhanger am Ende lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen.

Daher gibt es von mir 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an arsEdition!

Ein Kommentar

  1. Ich fand das Buch total toll. Ich finde sogar, dass es nicht nur die Zielgruppe trifft sondern auch für ältere/Erwachsene ein wunderbares Leseerlebnis bietet. Ich hab das Original gelesen und fand die Sätze da gar nicht so simpel, interessant. Den Cliffhanger fand ich dafür total nervig. Werde aber bestimmt bald die Fortsetzungen lesen 🙂

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