[Rezension] Malzieu, Mathias: Metamorphose am Rande des Himmels

Metamorphose am Rande des HimmelsDetails:

Originaltitel: Metamorphose en bord du ciel
Autor: Mathias Malzieu
übersetzt von: Sonja Finck
Genre: Gegenwartsliteratur
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: carl’s books ( 2013 )
Seiten: 160

Inhalt:

Tom Cloudman ist der schlechteste Stuntman der Welt. Doch das hält ihn nicht davon ab immer waghalsigere Experimente einzugehen. Er ist ein unruhiger Geist, der sich nicht in die Normalität der Gesellschaft finden kann, stattdessen reist er von Dorf zu Dorf, ist nirgends länger als einen Tag und führt seine Kunststücke auf, die für ihn oft schmerzhaft enden. Eines Tages stellt sich sein Körper gegen ihn: ein Tumor an seiner Wirbelsäule wächst immer schneller.

Meinung:

Tom Cloudman ist ein Einzelgänger, ein Tollpatsch und ein Stuntman, wenn auch ein schlechter. Er lebt überall und nirgendwo, wandert umher und sucht immer aufregendere Stunts. Er möchte fliegen lernen, um dem Himmel so nah wie möglich zu kommen. Mit alltäglichen Dingen kann er sich wenig anfreunden, er verfolgt die Dinge, die er liebt und fährt mit seiner fahrenden Kiste von Dorf zu Dorf, um die Menschen zu begeistern. Sein Ruf eilt ihm voraus.

Doch eines Tages muss Tom erkennen, dass all die missglückten Stunts seinen Körper beeinträchtigt haben. Nach einem seiner Flugstunts erwachter im Krankenhaus. An seiner Wirbelsäule wächst ein bösartiger Tumor, die „Rote Bete“ bereitet ihm zunehmend mehr Schmerzen und hindert ihm am Gehen.

Tom ist verzweifelt. Sein unruhiger Geist ist ans Bett gefesselt und er steht kurz davor aufzugeben. Nacht für Nacht schleicht er sich aus seinem Krankenbett und sammelt die Federn aus den Krankenkissen ein. Er bastelt sich Flügel. Eines Nachts macht er sich auf den Weg zum Dach des Krankenhauses und entdeckt dort eine außergewöhnliche Schönheit. Eine Frau mit riesigen roten Flügeln und Federn, die fast ihren gesamten Körper bedecken. Sie ist eine Vogelfrau und wenn Tom es wünscht, kann sie ihm ein zweites Leben schenken und das Fliegen lehren …

Tom Cloudman ist trotz seiner Schusseligkeit und Unfähigkeit zu einem normalen Leben, ein sehr sympathischer Charakter, der seinen Träumen folgt, indem er sie zu verwirklichen versucht, auch wenn ihm das nicht immer perfekt gelingt. Als er im Krankenhaus landet schwebt er zwischen völliger Aufgabe und seinem Wunsch zu fliegen. Um diesen endlich zu verwirklichen und ein zweites Leben zu erhalten, geht er ein waghalsiges Risiko ein.

Metamorphose am Rande des Himmels nimmt sich eines ernsten Themas an, umschlungen von einer herzergreifenden Geschichte um einen Träumer. Leider scheitert Mathias Malzieu an der Umsetzung dieser Story. Sein Schreibstil ist sehr metaphorisch, hinter jedem Satz, so scheint mir, verbirgt sich eine zweite Ebene, die aber nicht immer deutlich hervorkommt und somit unverstanden bleibt. Seine Sprache ist gezwungen poetisch verfasst und bleibt daher durchschnittlich. Mehr als einmal habe ich mich beim Lesen gefragt, was mir der Autor mit seiner Geschichte wirklich sagen will, die so phantastisch angelegt ist, dass mir der Gedanke kam, es spiele sich alles nur in Toms Kopf ab, der von der Krankheit gezeichnet ist. Vielleicht stimmt dieser Gedanke, vielleicht auch nicht.

Mit wenigen Worten versucht der Autor viel auszudrücken, was leider beim Leser nicht vollständig ankommt. Es geht durch die vieldeutige Sprache zu viel vom Gemeinten verloren.

Fazit:

Die Geschichte von Metamorphose am Rande des Himmels ist eigentlich eine sehr süße Erzählung mit erstem Hintergrund. Doch leider empfinde ich Malzieus Sprache als zu gezwungen. Er versucht, poetisch zu schreiben, doch dieser Versuch bleibt durchschnittlich. Hinter jedem Satz versucht er einen tieferen Sinn zu verbergen, der sich mir aber nicht immer erschließt, wodurch die Geschichte ihre Sinnhaftigkeit verliert.

Bewertung: [1/5]

3 Kommentare

  1. Da kann ich nur zustimmen. Von „Mechanik des Herzens“ war ich auch nicht sonderlich begeistert aus den gleichen Gründen, aber irgendwie hat mir die ganze Aufmachung vom Buch gefallen, dass ich es noch einmal versuchen wollte.

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