[Rezension] McMann, Lisa: Gone

Details:
Deutscher Titel: Gone: Verloren
Autor: Lisa McMann
Genre: Fiction, Young Adult
Reihe: Wake Trilogy
Band innerhalb der Reihe: 3
Gattung: Roman
Verlag: Simon Pulse ( 2010 )
Seiten: 224

Klappentext:

Janie thought she knew what her future held. And she thought she’d made her peace with it. But she can’t handle dragging Cabel down with her. She knows he will stay with her, despite what she sees in his dreams. He’s amazing. And she’s a train wreck. Janie sees only one way to give him the life he deserves – she hast o disappear. And it’s going to kill them both. Then a stranger enters her life – and everything unravels. The future Janie once faced now has an omnious twist, and her choices are more dire than she’d ever thought possible. She alone must decide between the lesser of two evils. And time is running out …

Inhalt:

Das Leben von Janie gerät aus den Fugen. Sie ist ein „Dream Catcher“ und kann in die Träume von anderen Menschen eintauchen. Das geschieht jedoch ohne ihren Willen und sie benötigt all ihre Kraft, um sich aus den Träumen – die jederzeit von ihr Besitz ergreifen können – befreien zu können. Nachdem sie erfahren hat, welches Schicksal ihr blüht, wenn sie weiterhin ihre Gabe nutzt, muss sie die wohl schwerste Entscheidung in ihrem Leben treffen, zwischen ihrer Liebe zu Cabel und einem Leben in Einsamkeit.

Meinung:

**** Wer die vorangehenden Bände nicht kennt, sollte die Rezension nicht lesen ***

Janie ist ein „Dream Catcher“. Sobald ein Mensch in ihrer Nähe träumt, taucht sie gezwungenermaßen in dessen Traum ein. Wenn das passiert wird ihr schwarz vor Augen, sie verliert den Kontakt zu ihrem Körper und wird Teil des fremden Traumes. Sie benötigt all ihre Willenskraft, um wieder in die reale Welt entfliehen zu können. Eine solche Traumattacke kann ihr jederzeit passieren, weshalb sie zum Beispiel kein Autofahren darf, denn das letzte Mal hat sie einen Unfall verursacht. Gott sei Dank hat sie Cabel an ihrer Seite, der ihr Geheimnis kennt und sie in allem unterstützt.

Doch das Los der „Dream Catcher“ hat auch eine Schattenseite, wie Janie erfahren musste. Wenn sie weiterhin in die Träume anderer Menschen einsteigt und ihnen dabei hilft diese zu bewältigen, dann wird sie mit Mitte 20 erblindet sein und verkrüppelte Hände haben. So wie es Miss. Stubin ergangen ist, die ebenfalls ein „Dream Catcher“ war, aber nicht wusste, welches Schicksal sie zu erleiden hat, wenn sie ihre Gabe einsetzt.

Janie steht vor der wichtigsten Entscheidung ihres gesamten Lebens: Will sie gemeinsames Leben mit Cabel, ihrer großen Liebe, führen und weiterhin in Träume eintauchen – immer mit dem Gedanken, dass sie eines Tages verkrüppelt und blind sein wird? Oder zieht sie ein Leben in völliger Isolation vor, wo die Träume anderer sie nicht erreichen können, in welchem sie allerdings gesund und mit ihrem Augenlicht alt werden kann?

Aber nicht nur das belastet das junge Mädchen, denn ihre alkoholkranke Mutter hält Janie für nutzlos und zum ersten Mal begegnet sie unerwartet ihrem Vater. Dieser liegt im Krankhaus im Koma und hat nicht mehr lange zu leben.

Nachdem in Fade endlich aufgelöst worden ist, was es mit Janies Gabe auf sich hat und gleichzeitig dem Leser die Schreckensbotschaft ihrer möglichen Zukunft eröffnet wurde, geht es in Gone hauptsächlich darum, wie die Protagonistin mit dieser Situation umgeht. Lisa McManns Sprache zeigt dem Leser nicht nur die Gefühle des Mädchens, sondern lässt auch viel zwischen den Zeilen lesen. Durch die termin-/notizhafte Gestaltung des Romans entsteht einerseits ein nüchterner Erzählstil, der lediglich die Ereignisse aufzählt und andererseits aber gerade dadurch die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung von Janie gut widergibt.

Sie scheint in einer ausweglosen Situation und der Leser kann sich nicht vorstellen, wie sie sich entscheiden wird, denn eine Möglichkeit scheint schlimmer als die andere. Diese Entscheidung findet allerdings erst am Ende des Buches statt. Deshalb zieht sich der Mittelteil des dritten Bandes der Wake-Trilogie auch ziemlich. Immer wieder wird der Leser mit Janies Ängsten konfrontiert, die aber nicht wirklich weiter aufgelöst werden, denn man kann einfach nicht erahnen, wie sie sich entscheiden wird.

Die Kommunikation zwischen Cabe und Janie ist auch mehr als rar gesät. Zwar tut er alles für sie, was in seiner Macht steht, doch er kann nicht über das grausame Schicksal sprechen, das seine Freundin in der Zukunft ereilen wird. Allerdings sieht Janie seine Albträume, in denen er die Situation verarbeitet. Unausgesprochenes steht zwischen ihnen, was am Ende lediglich dadurch gelöst wird, indem die Autorin schreibt, dass die beiden sich aussprechen.

Auch das Ende des Buches ist nicht unbedingt zufriedenstellend. Zwar erhält man eine Antwort darauf, wie sich Janie entscheidet, doch irgendwie will man trotzdem noch wissen, wie die ganze Geschichte endgültig ausgeht (hier will ich nicht zu viel verraten), daher bleibt bei mir doch die Frage zurück, ob nicht doch noch ein Band folgen könnte …

Fazit:

Lisa McManns dritter Band Gone aus der Wake-Trilogie beschäftigt sich intensiv mit Janie und ihrem Leben. Sie ist keine normale Heranwachsende. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, ihr Vater – den sie noch nie zuvor gesehen hat – liegt ohne Bewusstsein todkrank im Krankenhaus und sie ist ein Dream Catcher. Diese Gabe stellt Janie vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens. Auf diesem zwiegespaltenen Weg begleitet der Leser sie. Zwar bleibt es bis zum Ende undurchsichtig, wie die Entscheidung ausfallen wird, doch der Mittelteil stagniert häufig. Auch das Ende ist aus meinen Augen teilweise recht unbefriedigend für eine Trilogie, die so vielversprechend begonnen hat.

Daher gibt es von mir 3 von 5 möglichen Sternen.

Ein Kommentar

  1. Hui, das ging ja flott – danke dir  :umarm:
    Naja, das klingt ja jetzt nicht so dolle, aber dann werde ich die Erwartungen nach „Fade“ nicht ganz so hochschrauben. Aber irgendwie macht mich das ja jetzt trotzdem neugierig…hach, ich fürchte, ich werde gleich mal eine kleine Bestellung tätigen müssen…  :zwink:

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